Wieder ein wunderbarer Gastbeitrag von meiner lieben Steffie.

Vielen Dank für die phantasievolle Beschreibung dessen, wie man mit Zetteln als „Bodenanker“ arbeiten kann, um sich seiner Ziele noch bewusster zu werden.

Herz_ueber_Kopf_Coaching_PhantasieEs ist ein Donnerstag Vormittag im Oktober. Auch wenn es mir gerade mehr als „spuky“ erscheint und mein Kopf, bevor ich beginne, schon in den Bewertungs-Erwartungs-Autopiloten-Modus schalten möchte, probiere ich es JETZT einfach mal aus.

Stell dir vor, du könntest die Straße von deinem Herzen zu deinem Kopf einfach kurzzeitig einmal abknipsen. Du nimmst nur noch die kreisrunden Bewegungen auf der Straße zu deine Herzen wahr. Du spürst und fühlst in dich hinein. Abgekoppelt von jeglichen Denken, von deinem inneren Kritiker, weg von dem ganzen „Mindfuck“. Nur DU und deine SINNE.

Ein Stift. Fünf Zettel.

Ich beginne auf jeden Zettel ein Wort zu schreiben, wo meine berufliche Zukunft hingehen soll. Drehe die beschrifteten Zettel um und mische sie durch. Völlig wahllos lege ich sie nacheinander auf den Boden und stelle mich dann barfuss auf jeden Einzelnen davon.

Ich blende alles um mich herum aus, lasse die Außenwelt draußen.

Dann schreibe ich auf jeden der Zettel meine Empfindungen.

Es ist wie ein kleiner SINNEsrausch – und mir fallen wieder Textpassagen von Andreas Bourani ein:

  • Was tut dir gut, wo gehörst du hin?
  • Weißt du, wo deine Wege sind?
  • Kannst du dich finden, so wie ein Kind, das nicht sucht, sondern beginnt?
  • Brauchst du ein Zeichen, ein kleines Licht?
  • Vielleicht einen Freund der mit dir spricht?
  • Brauchst du ein Wunder, das dich heilt?
  • Oder brauchst du einfach Zeit?
  • Wohin würdest du gern gehen?
  • Und was würdest du erzählen?
  • Vielleicht würd ich dich verstehen …

Als ich am Ende meiner Ich-stell-mich-dann-mal-auf-die-Zettel-Aktion war, die mein Kopf zu Beginn ziemlich blöd fand, als Doris mir den Tipp gab, kam Erstaunliches dabei heraus:

Auf Zettel Nummer 1 – da wird mir ganz kalt – wie ein Schauer – der mich durchfährt, ein „Unwohl-sein“ kommt in mir auf – ich drehe das Blatt um, zu lesen sind die Worte: Hospiz-Palliativstation

Auf Zettel Nummer 2 – verspüre ich ein Ohrensausen – das sich unangenehm in mir ausbreitet – ich drehe das Blatt um, zu lesen sind die Worte: Andere Intensivstation

Auf Zettel Nummer 3 – da kommt „NICHTS“ – ich drehe das Blatt um – zu lesen ist das Wort: Dialyse

Auf Zettel Nummer 4 – wird es unter meinen Füßen warm – ich drehe das Blatt um, zu lesen ist das Wort: Studium

Auf Zettel Nummer 5 – durchströmt mich ein ganz angenehmes-wohliges-Kribbeln, Vorfreude, mein Herz tanzt, es macht vor Aufregung einen kleinen-Hüpferer – es ist „wie zu Hause ankommen“ – ich drehe das Blatt um, zu lesen ist das Wort: Yogaausbildung

Andreas Bourani stimmt die letzten Worte seines Liedes „Was tut dir gut“ an. So, als würde er sie ganz alleine nur für mich singen: Und dann folgst du deiner Stimme, dich lenken nur noch deine Sinne.

Zeitsprung.

Ein halbes Jahr ist vergangen. Es ist ein Sonntagabend im März. Ich habe tatsächlich auf mein Herz, meinen inneren Taktgeber vertraut, der in jedem Moment meines Lebens für mich schlägt und kein besserer Ratgeber sein könnte, da er viel klüger ist als mein Verstand.

Auch, wenn es mir manchmal schwer fällt und ich immer wieder auf der Straße von meinem Herzen zu meinem Kopf unterwegs bin, anstatt den Aufzug nach unten zu meinen Füßen zu benutzen. Dorthin, wo ich mich erden und verwurzeln kann, damit ich mit beiden Beinen fest am Boden stehe.

Ich beginne Ende April meine Prana-Vinyasa-Flow-Yogaausbildung. Ich bin gespannt wohin mich diese Reise führt. Welche Fortbewegungsmittel ich dabei nutze und welche Richtungen ich einschlage.

Hinein in ein neues Abenteuer des Lebens. HERZ über Kopf.