Stärken stärken & Schwächen schwächen

Achtsamkeit_Fels_Doris_Kessel

Wir alle haben unsere negativen Erfahrungen gemacht. Dummerweise produziert unser Gehirn leidenschaftlich gerne Dramen, um uns vor weiteren Negativerlebnissen zu schützen. Das heißt, wir richten unsere Aufmerksamkeit oft auf Dinge, die schief gehen könnten – was reine Spekulation ist. Das fördert wiederum die Emotion Angst. Und wie es Murphys Law prophezeit: Was schief gehen kann, geht schief …

 

Ich packe meine Schatzkiste …

Wie wäre es, wenn du ab sofort deine Aufmerksamkeit auf die Dinge richtest, die gut gelaufen sind? Und dir für deine Stärken eine Art Schatzkiste anlegst, die du jeden Tag auf’s Neue befüllst – mit all deinen positiven Erfahrungen, die du jeden Tag machst? Wenn du deine Wahrnehmung schärfst für Gegebenheiten in deinem Leben, die schon immer rund gelaufen sind? Leider vergessen wir das schnell, weil es für uns selbstverständlich ist. Packe in deiner Vorstellung all diese Dinge jeden Abend vor dem Schlafengehen in diese imagnäre Schatzkiste (oder schreibe sie auf) und hole sie dann heraus, wenn du sie brauchst – wenn die Zweifel wieder Oberhand bekommen. Stärke deine Stärken, immer wieder. Und schwäche deine Schwächen, indem du ihnen nicht soviel Raum gibst. Probiere es aus und lass dich überraschen, was sich verändert. Du kannst dir das wie zwei Gärten vorstellen: Der Garten des Mutes und der Zuversicht und der Garten der Zweifel und der Ängste. Welchen würdest du jeden Tag gießen wollen, damit er wächst und gedeiht?

Eine Weisheitsgeschichte

Es gibt dazu auch ein sehr passende Geschichte der Indianer, die geht ungefähr so: Ein alter weiser Indianerhäuptling sitzt mit seinen Enkeln zusammen am Lagerfeuer und erzählt von den zwei inneren Wölfen im Leben eines jeden Menschen. Der eine Wolf ist böse, er arbeitet mit allen negativen Gefühlen wie Angst, Schuld, Hass, Zwietracht, Überheblichkeit usw. Der andere Wolf ist gut, er nutzt Mut, Kraft, Stärke, Vertrauen, Mitgefühl, Liebe usw. Einer der Enkel fragt ihn, welcher der beiden Wölfe wohl gewinnen wird. Der Häuptling antwortet: „Den, den du regelmäßig fütterst.“