Pearl Harbor

(Dies ist Teil 2 meiner Hawaii-Geschichte. Hier gelangst du zu Teil 1. Hier zu Teil 3.

Pure Panik überkam mich erst, als ich die Absage per eMail bekommen hatte. Doch ein Teil in mir weiß irgendwie immer, dass alles seinen Sinn hat. Kennst du das? Alles hat seinen Grund. Den wir meistens erst im NACHhinein verstehen.

Also ging ich ins Vertrauen und wagte mich erneut auf AirBnB, obwohl vorher über Valentines Day alles ausgebucht war, was einigermaßen bezahlbar war. BANG! Wir haben etwas gefunden und sogar noch 100 Euro günstiger! Danke Universum!

Und plötzlich war es soweit: Wir saßen im Flieger. Nach Hawaii.

Ich konnte es gar nicht fassen – und habe von da an jeden Tag geweint. Weil ich einfach so glücklich war, diese Reise zu machen. Diese Reise, die ich schon so lange machen wollte und immer aufgeschoben hatte.

Was hatte ich Grauen vor diesem laaaaaangen Flug. Mein Proviant reichte für mehrere Flüge ;-) – aber es war gut so. Fliegen ist für mich kein Spaß, mit der trockenen Luft, dem engen Raum und dem teilweise nicht so tollen Essen.

Mein Tipp für dich: Nimm dir gutes Essen mit (ist erlaubt, nur Getränke nicht). Steh so oft wie möglich im Flieger auf. Mach deine (Yoga-)Übungen – und schei … drauf, was die anderen denken könnten. Wirklich. Es geht um deinen Körper. Und wer weiß, wen ich da so alles im Flugzeug animieren konnte :-)

Angekommen auf Oahu

Was war ich gespannt, wie es sich anfühlen würde. Der erste Atemzug auf Hawaii. Den ich aus 2004 noch sehr gut in Erinnerung hatte. Diese milde, sanfte, liebevoll-blumige Luft.

Ja, es war schön. Jedoch wusste ich tief in mir drin, dass mein persönliches Ziel Kauai ist. Noch fünf Tage …

Kennst du diese Momente, wenn alles abläuft wie in einem Film? So ging es mir, als wir mit dem Taxi über die Insel zu unserer Unterkunft fuhren. Als wir in diesem wunderschön-modernen Haus ankamen und in der Dunkelheit der Nacht noch den phänomenalen Ausblick auf Honolulu genießen durften.

Als wir plötzlich am feinen Sandstrand lagen. Die warme Sonne auf der Haut. Das glasklare Wasser vor uns. Und die riesigen Hawaii-Palmen um uns herum.

 

 

Auf nach Pearl Harbor

Grau war es an diesem Tag. Richtig Grau in Grau. Als hätte das Wetter den Plan für uns gemacht. Genau passend für jeden Tag. Auch wenn unser Ego lieber Sonne gehabt hätte. Im Nachhinein war jeder Tag perfekt und genau richtig für uns. So auch an diesem Tag.

Passend zum Grau des Himmels waren wir auf der langen Busfahrt nach Pearl Harbor City umgeben von grauen Beton-Gebäuden. Nein, das war nicht schön. Als wären wir gar nicht auf Hawaii. Sondern eher in einem riesigem Industriegebiet.

Und groß war die Enttäuschung, als die letzten Tickes für das Memorial schon weg waren.

Hm. Alles hat seinen Grund. So haben wir uns auf den Weg um das Gelände gemacht und von der Ferne den Blick auf das Denkmal der untergegangen Arizona festgehalten.

Schwer war die Energie an diesem Ort. Sehr schwer. Und es hat uns sehr mitgenommen. Auch wenn alles friedlich war, war es uns, als könnten wir all das Leid, das hier passiert war, immer noch spüren.

So sehr wie Helena berührt war von der Aufschrift „We will never forget“, so sehr berührte mich das Meer. Denn nicht nur Menschen haben hier furchtbar gelitten. Auch die Natur und was Wasser – und alles was darin versunken ist, aber letztendlich immer noch da ist …

So saßen wir meditierend auf den Felsen, mit dem Blick auf das Meer. Um uns herum die schaulustigen Touristen, mit teilweise echt für uns nicht ertragbaren Darstellungsposen für ihre Souvenir-Fotografie …

Ich weiß nicht, wie lange wir da saßen, bis wir fast zeitgleich die Augen wieder öffneten, uns ansehen und wussten, dass es Zeit ist zu gehen. Als wäre es jetzt gut.

Ein letzter Blick auf das Meer. Eine letzte Verbindung zu diesem Element, dass ich so sehr liebe. Das soviel Leid in sich aufgenommen hat. Ich kann dir nicht erklären warum, aber diese Verbindung, die ich zum Meer habe ist so unbeschreiblich tief. Als könnte ich es fühlen. Als wären wir eins. Dieser große unendlich-weite Ozean und ich. Vielleicht weil auch ein Teil der Bedeutung in meinem Vornamen steckt. Keine Ahnung. Manche Dinge kann man nur fühlen und nicht mit dem Verstand erklären.

 

 

Der Regen aus dem die Tränen sind …

Ja, der Himmel weinte am Tag darauf und all das Hadern mit dem Wetter war verlorene Energie. Denn das Wetter lässt sich einfach nicht ändern.

So entschied Helena, dass wir diesen Tag im Ala Moana Center verbringen. Dort ist es trocken. Es gibt leckeres Essen und unzählige Läden zum Stöbern, damit wir unseren Liebsten zu Hause etwas Schönes mitbringen können.

Ach ja: Falls du auch nach Oahu möchtest und du dir überlegst, ob du für Honolulu einen Mietwagen brauchst – kann ich dir den Bustransfer sehr empfehlen. Es gibt ein sehr großes Busnetz und der Preis derzeit für ein Tagesticket liegt bei 5,50 Dollar.

Auch wenn uns das Bussystem teilweise in den Wahnsinn getrieben hat, weil die Busse auf ihren Routen auf dem Hinweg anders fahren, als zurück oder die Haltestellen für hin und zurück teilweise ganz schön weit entfernt waren – waren wir am Ende stolz wie Nachbar’s Lumpi, weil wir am letzten Tag richtig checkermäßig by bus unterwegs waren ;-)

Sonne pur am letzten Tag auf Oahu

Wir hatten uns für den letzten Tag eine Bustour zur Südküsten gewünscht und Helena wollte unbedingt an den Waikiki Beach. Hop-on-hop-off macht es sehr günstig möglich. Vor allem, wenn du das Ticket für die blaue Linie kaufst, dann hast du gleich zwei Dinge inklusive: Südküste und Waikiki (und diversen anderen guten Haltestellen).

Was haben wir diesen Tag genossen. Und so viele Eindrücke mitgenommen. Vor allem habe ich die Busfahrer/-innen bewundert und die Verantwortung die sie tragen – und habe ihnen das auch gesagt. Wir haben uns bei jedem/jeder Busfahrer/-in für das Mitnehmen bedankt. Die meisten waren sehr freundlich und hilfsbereit. Sie haben uns geduldig erklärt, wo wir in welche Linie umsteigen müssen. Ein hoch auf alle Busfahrer/-innen!

Am Abend hatte ich noch eine sehr bewegende Begegnung mit einem alten Mann und seinem Hund. Sein Wauwau lag umringt von hochfrequentierten Straßen auf der Wiese und bewegte sich kaum. Sein Herrchen erzählte mir, dass seine Hundelady schon 17 Jahre alt war, was für einen großen Hund sehr ungewöhnlich ist. Ich merkte, wie schwer es ihm fiel, sein „Honey-Girl“ – so war ihr Name – loszulassen. Gehen zu lassen von dieser Welt.

Das Gespräch machte mir wieder schmerzlich bewusst, wie hart es sein muss, wenn Emma eines Tages geht. Und wie gerne hätte ich mit ihr am Strand gespielt oder meinen Mann dabei gehabt. Jedoch musste er arbeiten und der Flug war ihm einfach zu lang.

Ja, seinen Herzensweg zu gehen, heißt manchmal auch, wirklich zu sich selbst zu stehen. Auch wenn es bedeutet, dass du zur gleichen Zeit glücklich und traurig bist. Weil dir jemand anders fehlt.

 

 

KAUAI wir kommen!

Endlich war es soweit: Am Tag darauf saßen wir tatsächlich im Flieger nach Kauai. Lauschten der sanften Ukulele-Musik aus den Lautsprecherboxen und genossen die lockere Atmosphäre der bunt-geblühtem Cabin-Crew.

Als wir zur Landung ansetzten konnte ich meine Tränen nicht länger zurückhalten. Es floß einfach aus mir heraus. Es fühlte sich so an, als wäre ich zu Hause angekommen. Home. Inside and outside …

Hier gehts weiter zum dritten und letzten Teil: Magic Kauai

 

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2 Kommentare
  1. Doris sagte:

    Das habe ich sehr gerne gemacht, Anne – und ich danke dir für deine berührenden Worte! Alles LIEBE, Doris

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