Vollgas oder Luschi – Leben zwischen den Polaritäten

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Wo würdest du dich einordnen? Wenn du mich vor ein paar Jahren gefragt hättest, hätte ich Vollgas gesagt. Letztes Jahr wäre die Antwort das Gegenteil gewesen. Ich hatte an manchen Tagen Mühe und Not aus dem Bett zu kommen. Voll Luschi. Seitdem komme ich mehr und mehr in meine Balance. Aber ich bin noch lange nicht am Ziel. Die Frage ist …

 

… gibt es überhaupt einen Mittelweg?

 

Bestimmt. Nur glaube ich, dass dieser nicht beständig ist. Es ist eher wie ein bewegtes Hin und Her, mit dem Ziel, sich irgendwo zwischen den Extremen einzupendeln. Denn, weder das eine, noch das andere, ist auf Dauer gesund. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass weder ein Burn- noch ein Boreout erstrebenswert ist.

So ist jeder Tag wie ein Pendelspiel zwischen den Polaritäten. Und das nicht nur für uns Menschen, sondern auch für die Dinge um uns herum. Wir leben mit Tag und Nacht, mit Sonne und Mond, mit Wärme und Kälte, mit Weiblichkeit und Männlichkeit, mit Anspannung und Entspannung, mit Aufstehen und wieder Hinlegen, mit Gesundheit und Krankheit, mit Glück und mit Trauer, mit Leben und Tod – eben Yin & Yang. Das eine geht nicht ohne das andere. Und ganz im Ernst: Würden wir das eine wirklich von Herzen zu schätzen wissen, wenn wir das andere nicht gekannt hätten?

 

Warm-up and Cool-down

 

Mir kommt es manchmal vor, als wäre es eine Lebensaufgabe mit den eigenen Kräften „hauszuhalten“. Sich runterzufahren, wenn der Stresspegel steigt – oder die Energie wieder anzuheben, wenn man zu sehr im Entspannungsmodus ist. Dafür entwickle ich immer wieder neue Übungen für meine Workshops und Seminare.

Die Kunst ist für mich dabei, frühzeitig zu merken, wenn es an der Zeit ist, den Modus sanft zu wechseln. Denn wenn der Pendelausschlag schon zu extrem geworden ist, wird es anstrengender sich wieder „einzupendeln“ und in Balance zu kommen. Zumindest kommt es mir, als leidenschaftliche Grenzentesterin so vor.

 

Für Langsamkeit gibt es keine Anerkennung

 

Ich habe mein System fast 40 Jahre auf Vollgas trainiert. Denn wenn ich besonders schnell war, habe ich Anerkennung bekommen: von meinen Eltern, von meinem Chef, von den Wettkampfkollegen im Triathlon. Schnelligkeit wird belohnt, Langsamkeit nicht. Zumindest war das in meiner Wahrnehmung so. Und jetzt dir stell einmal vor, man würde anstelle von „Ich muss noch schnell …“ sagen „Ich darf jetzt ganz langsam und in Ruhe …“ – wäre ja mal ein Experiment wert ;-)

Die Sache ist nur die: Sobald du zu lange im Vollgasmodus bist, beschleunigst du nicht nur dich, sondern auch deine Umwelt. Je schneller du mit irgendwas fertig bist, gibt es Nachschub. Je flinker du Nachrichten beantwortest, desto postwendender kommen sie wie ein Bumerang zurück.

 

Deshalb mag ich Wellenreiten

 

Und weißt du warum? Weil ich so am wenigsten Energie verliere. Wenn ich das Gefühl habe, dass die Welle kommt, dann nutze ich sie und tobe mich aus. Plötzlich kann ich sogar Dinge erledigen, die eigentlich für später geplant waren – aber warum sich an den strikten Plan halten, wenn es gerade so gut läuft?

Und sobald ich merke, dass der Strom abebbt, versuche ich, so gut es geht, die nichterledigten Dinge auf später zu verschieben. Ja, manchmal muss ich mich da echt selbst disziplinieren, es liegen zu lassen. Und spannenderweise erledigen sich manche Dinge sogar in der Zwischenzeit von selbst :-)

Schwimmen mit Phantasie

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Wer mich kennt, weiß, dass ich viel Abwechslung brauche, um meinen kreativen Geist zu fördern. Nach über 20 Jahren Triathlon kann ich so ziemlich alle technischen Übungen auswendig. Deshalb lasse ich mir immer wieder was Neues einfallen, damit mir nicht langweilig wird :-)

Sicher, unser Gehirn lernt durch Wiederholung. Und ja, die Lernpsychologie lehrt „vom Einfachen zum Komplexen“. Und manche Menschen mögen ihre Gewohnheiten und das ist auch gut so, denn jeder Mensch ist anders.

Aber, wenn du auch schon viele Jahre schwimmst, alle technischen Übungen schon in- und auswendig kennst und Spaß daran hast, Neues auszuprobieren, dann wünsche ich dir viel Freude mit den folgenden Übungen.

Kreative Fingerspiele

Wenn du schon länger schwimmst, dann kennst du bestimmt die ganze Palette der Hand- bzw. Fingerübungen: Gespreizte Finger, gepresst, locker, Faust usw.

Lass es mal noch feiner und kreativer werden z.B. indem du nur mit dem erhobenen Zeigefinger schwimmst, dem bösen Stinkefinger, dem hawaiianischen „Hang-Loose“ (nur kleiner Finger und Daumen gestreckt, Rest eingeklappt) oder „Rock out“ (kleiner Finger und Zeigefinger nach oben gestreckt, Rest eingeklappt).

Und weißt du was? Es muss nicht perfekt sein. Denn in dem Moment wo du deinem Körper neue Reize gibst, hat dein Gehirn schon genug zu tun. Und wenn du dabei Spaß hast, dann ist das besonders förderlich für den Lernprozess. Das verfolgt auch das Prinzip der Life-Kinetik. Wenn du der Meinung bist, dass das zu sehr vom „optimalen Schwimmzug“ abweichst, ist das auch ok.

Mir macht es einfach Spaß meine Körperansteuerung weiter zu verfeinern und dadurch, meinen Körper noch besser spüren zu lernen. Denn genau das hilft mir dann wieder, u.a. im Alltag viel schneller wahrzunehmen was mein Körper gerade braucht: Welche Dehnübungen gerade wichtig sind, welches Essen mein Körper verlangt – und man erkennt immer frühzeitiger den Pausenruf ;-)

 

Wahrnehmung volle Kanne trainieren

Es gibt verschiedene Wahrnehmungsebenen, um die Tiefensensibilität zu schulen. Du hast die Begriffe bestimmt schon einmal gehört: Propriozeption, Interozeption und Exterozeption. Und wenn nicht, ist das auch nicht so wichtig. Mir geht es immer darum, was ich mit den ganzen schlauen Begriffen in der Praxis mache. Wie ich es einfach und pragmatisch anwenden kann. Und dann habe ich beim Schwimmen Folgendes ausprobiert:

Interodings: Du tauchst beim Schwimmen völlig in deinen Körper ein. Entweder konzentrierst du dich pro Bahn auf bestimmte Körperteile oder du nimmst deinen Körper als Ganzes wahr – wie eine Einheit. Oder du wanderst durch deinen Körper z.B. in dein rechtes Knie, in deine linke Schulter, in deine Nase usw. Du nimmst jeden Teil ganz bewusst wahr. Und es geht dabei nicht darum, dich auf den perfekten Schwimmzug zu konzentrieren. Lass das mal nebenbei laufen. Wenn du schon lange schwimmst, ist das wie Autofahren. Es geht auch nicht darum, die Empfindung zu bewerten und großartig zu denken. Nein. Es geht nur um das Wahrnehmen. Klingt irgendwie voll meditativ? Ja, Schwimmen kann auch wie entspannende Meditation sein.

Ach ja, ein wenig besuchtes Schwimmbad wäre von Vorteil, weil es sein kann, dass du die Außenwelt dann völlig ausblendest und es dadurch zu unfreiwilligen Kollisionen kommen kann ;-)

Exterodings: Jetzt gehst du mit Hilfe deiner Vorstellungskraft aus deinem Körper heraus und nimmst alles um dich herum wahr: die Geräusche, das Wasser, die anderen Menschen um dich herum. Nicht kucken, nur fühlen. Stell dir vor, du könntest die Beckenränder spüren, so, als würdest du deine Wahrnehmung über deine Körpergrenze hinaus ausdehnen. Natürlich hast du im Hintergrund noch deine Körperwahrnehmung laufen, nur richtest du deine Aufmerksamkeit nach draußen. Das hat den Vorteil, dass du z.B. im Wettkampf Schlägen von außen frühzeitig aus dem Weg schwimmen kannst. Du navigierst sozusagen anders.

 

Propriodings: Jetzt verbinden wir Innen und Außen miteinander. Erst hast du alles im „Innen“ wahrgenommen. Dann bist du ins „Außen“ gegangen. Jetzt stell dir vor, dein Körper ist wie eine Einheit und die Welt da draußen ist eine Einheit – und das Ziel ist es jetzt, den Übergang zu spüren. Sozusagen: Du im großen Ganzen. Klingt schräg? Mag sein. Fühlt sich aber ziemlich gut an, weil du lernst, bei dir zu bleiben. Das hilft dir wiederum im Wettkampfgetümmel deine Energie bei dir zu behalten.

Rumswitchen: So, jetzt kommt die mega Fortgeschrittenenvariante. Du springst mit deiner Aufmerksamkeit nach Belieben zwischen den Ebenen hin uns her. Rein in den ganzen Körper, wieder raus zu den Geräuschen, rein in den linken Fuß, raus zum vorderen Beckenrand, hin zum Übergang von der rechten Hand zum Wasser. Klingt für dich entweder voll kompliziert oder nach Experimentationsspaß? Was auch immer. Pick dir raus, was für dich passt ;-)

 

Lagen mal andersanders

Ja, da gibt es die Begriffe „Große Lagen“ (längere Strecke pro Lage, z.B. 50m und mehr) und „Kleine Lagen“ (Lagen auf eine Bahn verteilt). Und wenn du auch schon mal mit den reinen Schwimmern mitgehechelt bist, dann hast du vielleicht – wie ich – erfahren, dass die für den Geschmack eines Triathleten eindeutig zu viel von dem anstrengenden Lagendingsbums schwimmen.

Normalerweise ist die gängige Reihenfolge: Delphin, Rücken, Brust, Kraul – oder das ganze rückwärts. Wie wäre es, nach jedem Zyklus zu wechseln? Ein Zug Delphin, drehen, einer Rücken, drehen, einer Brust, Kraul usw. Und wenn dir das auch noch zu langweilig ist, dann mach die Reihenfolge anders oder bau zusätzlich noch was mit ein, was dir gerade in deinen verrückten Sinn kommt :-)

Und wenn jetzt der Perfektionismusantreiber in dir protestiert, weil er beim Ausprobieren feststellt, dass ein exakt-abgeschlossener-Zug gar nicht geht und es manchmal eher 1,5 Züge sind, weil man sich ja auch drehen muss – na, und? Macht es Spaß oder macht es keinen Spaß? Je nachdem, was dein innerer Kritiker oder dein emotionales limbisches System dir für eine Antwort gibt – du wirst das tun, was das Richtige für DICH ist.

Viel Spaß beim Experimentieren,

Doris

→ Gewusst? Ich biete auch Schwimmtechniktraining an.

Ist der Weg wirklich das Ziel?

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Den Spruch kennt so ziemlich jeder. Aber ist es wirklich so? Hecheln wir nicht tagtäglich irgendwelchen Dingen hinterher und arbeiten To-Do-Listen ab, um das Erledigte endlich abhaken zu können?

Bei mir ist das zumindest noch viel zu oft so. Deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, mich immer wieder daran zu erinnern, den Prozess mehr zu genießen.

 

 

Ich kann mich noch gut an meine Triathlon-Wettkampfzeiten erinnern: Wenn ich beim abschließenden Marathon gemerkt habe, dass das mit der Bestzeit heute nichts wird, habe ich schon wieder Pläne geschmiedet, was ich als nächstes machen könnte. Und wenn ich dann ein super Ziel erreicht hatte, dann war die Freude darüber nicht besonders lange und das nächste Ziel musste her.

Oft bestand mein Alltag darin, mit mir selbst Wettkämpfe zu veranstalten und ich war immer besonders stolz darauf, was ich alles an so einem Tag schaffen konnte. Bis ich irgendwann gemerkt habe, dass mich das total stresst – und das Gefühl des „Geschaffthabens“ bei weitem nicht das Energiedefizit ausglich, dass auf dem Weg dahin verloren ging.

 

Genießen im Prozess

 

Jetzt möchte ich, dass mir der Weg dahin schon soviel Energie gibt, dass das Ziel in den Hintergrund rückt. Ein „Genießen-im-Prozess“ sozusagen.

Wie? Was? Ziele sind doch soooo wichtig … ? Ja, wir brauchen schon Ziele. Sonst würden wir gar nicht mehr aus dem Bett kommen. Menschen die ausgebrannt sind, kennen das bestimmt gut. Aber warum ist die „Freude am Tun“ verloren gegangen? Weil das Ziele-Hecheln so wichtig geworden ist.

Das Ziel-in-den-Hintergrund-rücken hat den Vorteil, dass einem der Weg viel leichter vorkommt. Man sagt nicht umsonst: „Step by Step“. Immer nur an das Ziel zu denken, kann auch stressen – vor allem, wenn es ein großes Ziel ist. Deshalb sind Zwischenziele sinnvoll – oder „Meilensteine“, wie man im Projektmanagement so schön sagt.

Wie wäre das: Setze einen Fuß vor den anderen. Nimm jeden Schritt ganz bewusst wahr. Tauche völlig ein in den Moment, in das Geschehen und in die Freude des Tuns. Spüre den Flow in den du kommst, wenn dein ganzes System völlig in Harmonie und mit voller Kraft läuft. Dann wenn du alles um dich herum vergisst. Wenn du dich sogar selbst dabei vergisst – und plötzlich, bist du da :-)

Was du von einem Hund lernen kannst

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Manchmal habe ich das Gefühl, dass unser Hund Emma es viel besser raus hat, bewusst zu leben. Sie tut es einfach. Und wenn ich aufmerksam genug bin, dann beobachte ich sie und bin immer wieder verblüfft, was ich noch alles von ihr lernen kann.

Die Sache mit der Achtsamkeit

Vielleicht kennst du diese Karikatur: Mensch und Hund laufen nebeneinander. Man sieht die Gedankenblasen. In der Gedankenblase des Menschen sind die ganzen Pläne, die er gerade hat. In der Gedankenblase des Hundes ist 1:1 das jetzige Bild der Landschaft, in der sie gerade laufen.

Emma erinnert mich immer wieder daran, wo wir gerade sind. Sie ist völlig im Moment, wenn sie sich durch die Wiesen und Wälder schnüffelt. Sie nimmt jedes Detail mit ihren Sinnen war: die Gerüche, den Wind und die Vögel ein paar hundert Meter weg. Sie hat einfach Freude an dem, was sie gerade tut. Freude im HIER und JETZT. Und auch, wenn wir vielleicht schon hundertmal den gleichen Weg gelaufen sind, dann geht sie ihn mit voller Achtsamkeit.

Wie sagt man im Zen-Buddhismus so schön: „Vor der Erleuchtung Holzhacken, nach der Erleuchtung Holzhacken.“ Oder so ähnlich :-)

Ganz für sich selbst da sein

Wenn du auch einen Hund hast, dann kennst du das vielleicht ebenfalls: Dieses lautstarke Geschmatze am Morgen, wenn dein Hund genüsslich seine Körperpflege vollzieht.

So nervig die Geräusche sein können – beobachte einmal, mit welcher Hingabe dein Hund das macht. Emma hat dabei ihre Augen halb geschlossen und kümmert sich mit ihrer völligen Aufmerksamkeit um sich selbst und um ihren Körper. Sie reinigt sich und streckt sich weit und breit in alle Richtungen. Und das so ganz ohne Faszientrainingsausbildung ;-)

Vergebung

Wie oft habe ich mich schon bei Emma entschuldigt, weil meine Ungeduld wieder mit mir durchgegangen ist (und sie testet diese immer wieder aufs Neue ;-) …), weil die Dinge nicht so nach Plan gelaufen sind, wie sich das mein Verstand fein ausgedacht hat. Und dann das Rumpelstilzchen in mir ausbricht.

Wo wir Menschen vielleicht ein wenig nachtragender sind und dann zum passenden Moment in der Vorhaltungskiste kramen „Damals hast du mich blablabla …“, sind Hunde wesentlich nachsichtiger. Natürlich speichern sie extreme Situationen ebenfalls ab und das ist auch gut so. Das meine ich nicht. Ich meine diese Nichtigkeit mit Dingen, über die wir uns noch viel zu oft aufregen. Diese banalen Dinge, die es schaffen, uns immer wieder aus der Bahn zu werfen. Die es gar nicht wert sind, dass man sich überhaupt damit beschäftigt. Ich wünschte, ich könnte auf Anhieb so gut vergessen und verzeihen wie sie – oder erst gar nicht griesgrämig werden.

Klare Bedürfnisäußerung

Kennst du das? Du willst eigentlich etwas von deinem Partner bzw. Partnerin oder deinem Umfeld – und irgendwie kommen die Worte manchmal ganz anders aus dir heraus, als es sich anfühlt. Verschachtelt, verpackt, reduziert, beschönigt, übertrieben.

Auch da bewundere ich unseren Hund. Sie äußert ganz klar, was sie will: Fressen, Kuscheln, Spielen oder wenn ihr etwas nicht gefällt. Ganz klar und direkt. Sie denkt nicht stunden- oder tagelang darüber nach, wie sie es am besten formulieren könnte. Nein, sie tut es ganz einfach. Einfach so. Ja, das Leben kann ganz einfach sein. Wir machen es nur machmal komplizierter als es ist, stimmts? ;-)

 

Heute schon geatmet?

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2_fach_atmungIm Alltag vergessen wir ihn ganz oft – unseren Atem. Gerade dann, wenn es am wichtigsten ist, sich auf den Atem zu fokussieren. Dann, wenn wir gestresst sind, atmen wir flach und verwehren unserem Körper das, was er gerade dringend bräuchte: Sauerstoff.

Ausatmung = Entspannung

Du willst entspannen? Dann richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Ausatem und atme u.a. bewusst in deinen Bauch ein und viel länger wieder aus. Sobald du das tust, bekommst du die Brücke zu deinem autonomen Nervensystem, das, wie der Name schon sagt, normalerweise „autonom“ arbeitet. Mit dem Fokus auf deinen Ausatem, aktivierst du deinen „Parasympatikus“, der für deine Entspannung zuständig ist. So kannst du deinen Stresslevel senken.

Spring auf den Atemzug auf

Ja, fahr in Gedanken einfach mal mit und beobachte deinen Atem, wo er hinfließt. Es gibt in diesem Moment rein gar nichts zu tun. Wie, nichts tun? Ja, nichts tun. Probiere es aus. Du wirst mit Sicherheit gefallen daran finden, wenn du, mit Hilfe des bewussten Atmens, völlig gechillt durch den Tag surfen kannst :-)

Bewusste Atmung hat noch mehr Vorteile

Wusstest du, dass 70% der Entgiftung über den Atem stattfindet? Yes, Detox und Verjüngungskur pur. Also, atme mit deiner Ausatmung den ganzen Mist einfach aus. Außerdem werden deine Organe massiert. Jedesmal, wenn du einatmest, geht dein Zwerchfell nach unten und damit auch deine Organe. Bei der Ausatmung wandern sie im Brauchraum wieder nach oben. Du denkst, das könnte von Vorteil für deine Verdauung sein? Absolut! Und noch was: Du möchtest deine Emotionen besser regulieren lernen? Du wirst es dir schon denken: Ja, auch dafür ist eine bewusste und lange Ausatmung gut und wirkt sich positiv auf deine Stimmungslage aus. Ebenso, nach einem turbulenten Tag, unterstützt dein Atembewusstsein deinen erholsamen Schlaf, damit du am nächsten Tag wieder voll durchstarten kannst!

Es fällt dir schwer runterzufahren? Ich unterstütze dich gerne dabei, entspannter und gelassener zu werden. Hier findest du alle Infos zum Coaching.

Gedankenflimmern – Gastbeitrag von Steffie Eckrich

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Gedankenflimmern

Sonnenuntergang_gelbWie oft haben wir im Radio schon ein Lied gehört – ohne dabei genau auf den Text oder die Melodie zu achten?! Eben so nebenbei, wie so vieles … am besten fünf-Dinge-auf-einmal sprich: Mehrere komplexe Tätigkeiten gleichzeitig ausführen … da ist noch nicht einmal die erste Aufgabe erledigt, hängen wir schon bei Aufgabe Nummer zwei, drei oder vier fest, schließlich rennt einem ja die Zeit davon, Druck und Erwartung macht sich breit – auferlegt von außen, doch auch der innere Kritiker schreitet zu Tat, klopft an und meldet sich zu lautstark zu Wort. Doch statt sich auf den Moment – das HIER & JETZT, also auf die Melodie und den Text des Lebens zu konzentrieren, schweifen unsere Gedanken vom Wesentlichen ab. Wie eine Reise in die Vergangenheit – oder wir verlieren uns in der Zukunft, gestalten wie wild „wo-sehe-ich-mich-in-fünf-Jahren“- Pläne, machen uns verrückt wie wir nächstes Jahr Silvester feiern wollen, obwohl der jetzige Jahreswechsel noch nicht einmal stattgefunden hat! Ständig sind wir „irgendwo“ – „nur nicht hier“.

Wir sitzen im Auto hinterm Steuer, die Konzentration sollte dem Straßenverkehr gelten – volle Aufmerksamkeit! Doch wir plaudern stattdessen angeregt mit unserem Beifahrer, derweil checken wir noch schnell die gerade eingegangenen WhatsAppNachrichten, in Gedanken ärgern wir uns immer noch über den Kommentar eines Arbeitskollegen, unser Gehirn findet sich parallel dazu im häuslichen Kühl-und Vorratsschrank wieder, ganz nebenbei speichern wir noch gekonnt den imaginären Einkaufszettel auf unserer Festplatte ab und drehen zugleich das Radio lauter, schließlich möchten wir ja auch mitbekommen was da draußen in der Welt passiert – ein Hoch auf das Multitasking.

Viel zu schnell sind wir unterwegs, die Geschwindigkeitsanzeige … upps, übersehen rein in den Blitzer, drüber über die rote Ampel, dabei fast noch die alte Dame mit dem Gehwägelchen vom Zebrastreifen gefegt, vor lauter „hey-ich-bin-auch-noch-da-Gemurmel“ des Beifahrers und dem Versuch, das Handy, das sich während der Tipp-Aktion in den Tiefen des Fußraumes verabschiedet hat, gekonnt-galant mit einer Hand wieder nach oben zu fischen, kommen wir letztendlich von der Fahrbahn ab …

CRASH BOOM BANG

… und knallen, womöglich, auch etwas unsanft, auf den Boden der Tatsachen, sprich in die GEGENWART, zurück, oder in einen Baum. Im Hintergrund dudelt das Radio: „Sein“ – von Andreas Bourani mit der Textzeile:

„Nichts dafür tun, um bedeutungsvoll zu sein“.

Dieser Satz spricht mir mittlerweile selbst so sehr aus meiner Seele, meinem Herzen, denn auch ich gehörte ganz gewiss zu dieser Sorte von Autofahrern. Und wie gut es tut, Menschen in meinem Umfeld zu wissen, die genauso empfinden – bedeutungsvoll zu sein – „ohne etwas dafür leisten zu müssen“.

„Wenn keiner von Milliarden Steinen einem anderen gleicht, warum hab ich dann Zweifel an meiner Einzigartigkeit?“

Einfach man selbst SEIN zu dürfen – mit all seinen Stärken und Schwächen, mit all seinen Ecken, Kanten und Rundungen. In der heutigen Zeit, ist das für die meisten Menschen wohl undenkbar. Da bist du nur bedeutungsvoll, wenn du etwas leistest, wenn aus der erbrachten Leistung auch etwas sicht- bzw. greifbares herauskommt, du dich aufopferst für alles mögliche und ganz nebenbei – dich selbst vergisst!

Und überhaupt, wer oder was definiert denn das Wort „Leisten?“ Wem oder was steht das Recht über die Leistung anderer Menschen zu urteilen, zu bestimmen, zu verurteilen, sich lustig zu machen, oder zu lästern … ?!

Springt nicht jeder von uns tagtäglich oder immer wieder über seine ganz eigenen Leistungshindernissen?! Für die einen mögen das kleine Hürden sein, für jemand anderen sind es wahre Meilensteine! Ich denke, wir vergessen sehr oft wie individuelle jeder einzelne Mensch ist! Und wir vergessen das jeder von uns seine ganz eigene Geschichte, Erfahrungswerte und Hintergrundinformationen hat. Das jeder seine Meinung kundgeben darf und diese auch mal vom Gegenüber abweichen kann! Doch anstatt für den anderen Akzeptanz aufzubringen, ihn so SEIN zu lassen wie er eben ist, versuchen wir mit allen Mitteln der Kunst, den anderen zu manipulieren, zu bearbeiten, zu formen, in eine Schublade zu pressen, nur das er so denkt und handelt wie man selbst und er so doch viel besser ins System oder die Gesellschaft passt! WEITER – HÖHER – SCHNELLER … immer mehr und mehr … sich mit nichts mehr zufrieden zu geben, nach dem Erreichten sofort wieder einen weiteren Kick zu benötigen oder an einem neuen Projekt zu arbeiten … die Zeit steht eben nie still.

Doch wir sollten die Zeit für uns immer mal wieder – und wenn es nur Augenblicke, Momente sind – stillstehen lassen!

„Hier bin ich mit mir verbunden, hier leb ich in mich hinein, hier gelingt es mir für Sekunden, mich von allem zu befreien.“

„Hier ist meine Angst verschwunden, hier bin ich mit mir allein, ich bin im großen grün versunken, hier, um einfach nur zu sein.“

„Ich stelle was ich fühle, über alles was ich weiß. Ich bin in mir daheim, hier schließt sich der Kreis.“

Mich erinnern diese Worte, die sich daraus ergebenen Sätze und Zeilen, an eine Yogastunde vor einiger Zeit. Da lag ich nun während der Endentspannung auf meiner Yogamatte, meine Augen geschlossen und dennoch bin ich wachsam und achtsam. Im Hintergrund nehme ich die Melodie und den Text des Liedes „You raise me up“ wahr und gleichzeitig explodiert in mir ein „Gefühls-Gedanken-Bedürfnis-FEUERWERK“, wie ich es noch nie erlebt habe und mich überkommt ein so mächtiges-starkes Gefühl, dass eben alles im Leben seinen Sinn hat! Und ich aus jeder einzelnen Situation in meinem Leben lernen kann! Ich bin mir so nahe, wie noch nie zuvor – innerer Frieden durchströmt mich. Ich spüre in mich hinein und bei all der Selbstliebe, die ich in diesem MOMENT für mich empfinde, nehme ich dennoch mein Umfeld, meine Umwelt wahr, die Geräusche und Gerüche um mich herum, ohne mich dabei nach aussen zu verlieren. Die Antennen nach innen gerichtet und trotzdem hellwach und konzentriert zu sein. Hier schließt sich der Kreis.

Wenn wir also demnächst mal wieder hinter dem Steuer unseres Autos sitzen, sollten wir unsere Konzentration dorthin lenken, wo sie gerade im Moment gebraucht wird! Auf das HIER und JETZT. Alles andere können wir doch erledigen wenn wir am Zielort angekommen sind oder wir uns dazwischen immer mal wieder eine Pause gönnen.

Damit kein CRASH BOOM BANG passiert … zumindest nicht im Straßenverkehr :-)