Neueröffnung – Bildergalerie

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Wilma

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Ich muss zugeben, dass mir dieser Hund wirklich Angst machte. Jedoch, als ich diese Geschichte hörte, hat mich das so sehr berührt. Plötzlich war ich voller Demut diesem Wesen gegenüber.

Konnte es wirklich sein, dass sie ihren Tod geplant hatte? Dass sie ihren Platz freigab, völlig selbstlos und voller Liebe, weil sie spürte, dass es so vielleicht besser wäre?

Wilma war ein sehr großer und kräftiger Rottweiler, die ihr Herrchen Kay über zehn Jahre begleitete. Er hatte sie mit acht Wochen zu sich geholt und groß gezogen. Was nicht immer einfach war, weil sie ihren eigenen Kopf hatte.

Selbst in der Welpenschule waren sie mit ihr überfordert. Auch mit ihrem starken Bedürfnis nach „Streitschlichtung“ bei anderen Hunden. Also wechselte er mit ihr die Hundeschule – die am Ende auch nicht gut für Wilma war, weil es dort wie „beim Militär zuging“.

Wilma konnte sehr dominant sein – vor allem bei kleineren Hunden und Erwachsenen. Das war die eine Seite. Jedoch bei kleinen Kindern und großen Hunden sah es wieder ganz anders aus. Wilma liebte Kinder, vor allem die Schwächeren und vermeintlich „schwer Erziehbaren“. Da war sie sehr sanft und einfühlsam. Kay erinnert sich, wie die Kleinsten und Schwächsten alles mit ihr machen konnten. Ihre Geduld schien endlos zu sein.

Große Bedenken kamen auf, als Kay Onkel wurde. Er hatte die Befürchtung, dass Wilma nicht bei seiner kleinen Nichte sein darf. Aber die Sorgen waren völlig unberechtigt. Sie wagten den Schritt und seine kleine Nichte fand es toll, von Wilma umsorgt und abgeschleckt zu werden. Sie hatte immer die Hand nach ihr ausgestreckt. Kinder sind einfach völlig frei von Vorurteilen, Schubladen und Bewertungen. Sie sehen alle Wesen so, wie sie wirklich sind.

Anders sehen das Vermieter von Wohnungen. Als er und seine Freundin Sabrina sich entschieden, zusammen zu ziehen, ging die endlos scheinende Wohnungssuche los. Es ist schon schwierig genug mit einem Hund eine Mietwohnung zu finden. Aber sie hatten zwei, denn auch Sabrina hat einen kleinen Hund. Sein Name ist Cookie. Und Cookie und Wilma waren von Anfang an nicht die besten Freunde. Sie machten sich Sorgen, ob die beiden sich in einem gemeinsamen zu Hause überhaupt verstehen würden.

Vielleicht hatte Wilma all das schon lange gespürt …

Als dann nach über zwei Jahren Suche die beiden endlich ihren Mietvertrag unterschrieben, konnte Wilma plötzlich nach ein paar Tagen nicht mehr richtig laufen. Es zog ihr immer die Hinterläufe weg.  Kay ging mit ihr gleich zur Tierärztin: Verdacht auf Arthrose und sie bekam Entzündgungshemmer. Damit schien es ihr die nächsten Tage ein klein wenig besser zu gehen, aber es hielt leider nicht lange an.

Genau einen Tag bevor Wilma nicht mehr laufen konnte, erinnert sich Kay an ein sehr prägendes Erlebnis: „Wir waren mit Cookie und Wilma unterwegs. Wie immer hatte Wilma ihren Lieblingsball dabei, den sie ihr Leben lang hütete wie ein rohes Ei. Und plötzlich war er weg. Wir hatten ihn über eine halbe Stunde gesucht, aber ihr Ball war einfach spurlos verschwunden. Cookie war in der Zwischenzeit über die Wiese ausgebüchst und ich holte ihn wieder zurück. In diesem Moment sprang Wilma in einen Bach und wollte einfach nicht mehr heraus. Sie knurrte mich sogar an und folgte mir überhaupt nicht mehr.“

Am gleichen Tag stand abends der übliche „Spazier-Toiletten-Gang“ an, aber Wilma wollte nicht raus. Sie wollte keinen Schritt laufen. Auch nicht, als sie mit Mühe und Not endlich draußen waren.

Wilma hatte sonst ihren festen Schlafplatz, aber in dieser Nacht lag sie, für sie ebenso ungewöhnlich, die ganze Nacht ganz nah am Bettrand. Sie lag einfach da. Bis zum Morgen. Sie lag auf ihrem Bauch und begann zu winzeln, was sie sonst nie tat. Egal, welche Wunden sie sich zuzog, sie war nie wehleidig oder zeigte irgendwelche Schwächen. Sogar Cookie konnte an diesem Morgen nicht anders, als sie liebevoll zu umsorgen. Gerade in den letzten Wochen hatten die beiden einen Weg gefunden, sich anzunähern, was Kay und Sabrina sehr gut tat.

Genau an diesem Tag hatte Kay schon so eine Vorahnung. Er spürte, dass wenn er jetzt mit ihr in die Klinik fährt, er ohne sie zurückkommen würde. Und so war es letztendlich auch. In der Tierklinik bekam sie die Diagnose „Hirntumor“, denn die Wirbelsäule war nach den Röntgenaufnahmen völlig in Ordnung. Somit war Arthrose für die Ärzte ausgeschlossen.

Die Tierärztin prognostizierte nur geringe Überlebenschancen – und wenn, mit einem überflüssigen Leidensweg des Tieres. Das wollte Kay auf keinen Fall. Er wollte sie nicht leiden lassen. Also entschied er sich schweren Herzens für den sanften Weg.

Plötzlich geschah etwas ganz Besonderes: Als die Entscheidung fiel, wurde Wilma total gelassen. Sie ruhte völlig in sich, als sich alle noch einmal von ihr verabschiedeten. „Ich werde nie diesen Blick vergessen, als sie die Spritze bekam. Ihre Augen waren so voller Dankbarkeit.“ Kay bekommt heute noch Gänsehaut, wenn er darüber spricht.

Ja, vielleicht wollte Wilma das so. Vielleicht war es ihr Wunsch zu gehen, um es ihren Lieblingsmenschen einfacher zu machen. Dieser unglaublich kräftige und wuchtige Hund, der vielen Menschen erst einmal Angst einflößte, hatte letztendlich das größte Herz von allen.

Und auch wenn ihre Seele jetzt irgendwo im Hundehimmel ist, ihre Urne hat einen Ehrenplatz in der neuen gemeinsamen Wohnung bekommen.

Gedankenflimmern im Biergarten – von Stefanie Eckrich

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WerbeFabrik / Pixabay

Ein lauer Sommerabend irgendwo in einem Biergarten.

Es ist schon dunkel geworden. Musik und Gesang verzaubert die Umgebung. Noch immer sitzt der Mann ganz alleine an einem der Tische. Vor ihm steht ein Krug mit Bier. Sein Kopf gesenkt, seine Haltung gebückt. Er sieht traurig aus.

Doris und ich sitzen einige Meter vom Tisch des Mannes entfernt. Er war uns beiden schon, als wir den Biergarten betreten haben, aufgefallen. Wir sehen uns an und plötzlich spricht Doris das aus, was auch gerade mich innerlich bewegt.

Dem Mann etwas Gutes tun … sich einfach zu ihm an den Tisch setzen. Vielleicht ein paar Worte mit ihm auszutauschen. Ihm für einen Moment unsere Gesellschaft schenken.

Doch was ist, wenn es dem Mann gar nicht recht wäre, wenn wir das tun würden? Wenn es sich hierbei nur um unsere Gedankenkonstrukte, unsere Art von Wahrnehmung, unsere Sicht, unseren Blickwinkel handeln würde? Und wir dabei seine Grenze überschreiten würden? Einen Platz einnehmen, der gar nicht für uns bestimmt ist?

Plötzlich hebt sich der Kopf des Mannes. Er nimmt Haltung an, als ein anderer junger Mann an den Tisch kommt und ihm ganz selbstverständlich seine Gesellschaft schenkt – in dem er sich ihm gegenübersetzt, seinen Bierkrug anhebt und sich die beiden zuprosten.

Etwas magisches geschieht in diesem Moment: Für einen Moment weicht die Traurigkeit aus dem Gesichtsfeld des Mannes. Ein Lächeln huscht über seine Lippen, während die beiden ein paar Worte austauschen.

So selbstverständlich der junge Mann gekommen war, so selbstverständlich verlässt er ein paar Augenblicke später wieder den Tisch.

Doris und ich sehen uns an und lächeln.

Es sind diese kleinen-feinen-zauberhaften Momente des Lebens, die unsere Augen funkeln lassen, unser Herz berühren und uns bewusst werden lassen, das es da, um uns herum, so etwas wie Verbindung und Magie gibt.

In DANKBARKEIT an das Leben und an die unendliche Weite des Universums …

DOCH!

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Ich liebe dieses magische Wort – es hat für mich eine unglaubliche Kraft. Stell dich einmal standfest hin und sage vehement mit voller Inbrunst: DOCH!

Man fühlt sich wie ein kleiner Revoluzzer, stimmt’s?

Ach, wie oft mir in meinem Leben schon erzählt wurde, was alles nicht geht. Zum Glück hatte ich ganz oft diesen kleinen trotzigen Zwerg in meinem Kopf, der wild-stapfend DOCH sagte.

 

Das geht doch nicht!

Ich finde es heutzutage ganz schlimm, wenn Menschen immer noch nicht begreifen, was sie anderen damit antun, wenn sie diese drei Worte von sich geben. Vor allem Erwachsene bei Kindern. Vielleicht geht es ja nur jetzt nicht. Aber womöglich später?

Ich wünsche mir eine Welt, in der man andere daran bestärkt, ihren verrücken Ideen zu folgen. Letztendlich kann niemand sagen, was kommen wird. In meiner Welt ist alles möglich. Fuß stapf. Links und Rechts.

 

DOCH DOCH DOCH

Ich bin sehr froh über dieses kraftvoll-magische DOCH. Es hat mir gezeigt, dass ich lieber mir selbst folgen und an mich glauben sollte. Und nicht auf andere hören sollte. Wenn ich das gemacht hätte, wäre ich nun u.a. ohne Abitur, Studium und die tollen Jobs, die ich danach hatte – und soviel dabei lernen durfte.

Ich hätte nie erfahren, dass mein Körper ein Wunderwerk der Natur ist und Grenzen verschiebbar sind. Ich hätte nie meine ganzen Zusatzausbildungen gemacht und erkannt, dass meine vermeintliche Schwäche, sich für viele Dinge zu begeistern, eine Stärke ist.

 

„Sie wird nie eine Abiturientin werden …“

Diesen Satz sagte meine Grundschullehrerin zu meinen Eltern. Sie haben es gut gemeint und mich auf die Realschule geschickt. Aber dieses Abi-Ding hat mich nie losgelassen. Also habe ich nach Möglichkeiten gesucht, neben meinem Job das Abitur nachzuholen. Als ich zu meinem damaligen Chef ging und ich fragte, ob ich Teilzeit arbeiten könnte, damit ich auf’s Abendgymnasium gehen kann, sagte dieser: „Abi? Was wollen Sie denn damit? Studieren braucht man heutzutage nicht mehr“. Na gut, dann mach ich eben ein Fernstudium. Gesagt getan. Und zu guter Letzt habe ich noch die Abteilung gewechselt und meine neue Chefin hat mir für das Prüfungsjahr Teilzeit genehmigt. Danke, Universum.

Das war der Wendepunkt in meinem Leben. Ich hatte mich auf den Weg gemacht. Die Arbeit hatte mich einfach nicht erfüllt. Dafür mein Studium um so mehr. Ich habe es geliebt. Zu lernen, was mich wirklich interessiert und selbstbestimmt meine Tage zu gestalten. Und gleichzeitig trainieren zu können. Meine Rückenschmerzen und Verspannungen waren weg. Ich hatte eine sehr erfolgreiche Wettkampfzeit und durfte erfahren, wie es sich anfühlt, Jobs zu machen, die mir so viel Spaß machten, dass ich Freitag unbedingt wollte, dass wieder Montag ist.

 

„Den Ironman können Sie vergessen“

Das haben mir vor vielen vielen Jahren mehrere Ärzte gesagt, nachdem ich nach dem Delfin-Schwimmen eine Armparese aufgrund eines eingeklemmtes Nerves bekommen habe. Ich hatte mehrwöchige Lähmungserscheinungen und noch acht Wochen bis zu meiner ersten Langdistanz. Zum Glück gab es den einen Arzt der sagte: „Dann schauen Sie einfach was geht.“ Von da an kam langsam, aber stetig meine Kraft zurück.

Zwar hat es noch ca. zwei Jahre gedauert, bis ich das Gefühl hatte, dass ich beim Schwimmen wieder richtig „durchziehen kann“. Aber ich bin an den Start gegangen. Hatte die langsamste Schwimmzeit meines bisherigen Triathlonlebens. Und habe gefinisht. Ich kann mich noch sehr gut an den Zieleinlauf erinnern. Herbert Walchshöfer spielte für mich „One Moment in Time“ und sagte in der Essenz, dass jetzt eine ganz besondere Frau kommt, die das Unmögliche möglich gemacht hat.

 

„Du kannst ja eh nix gescheit“

Batz. Dieser Satz einer meiner Exfreunde saß. Aber so richtig. Denn er ist wahr. Ich bin tatsächlich keine Expertin für einen Bereich. Und es hat lange gedauert, bis ich erkannte, dass das nicht mein Weg ist – mich nur auf eine Sache zu beschränken. Ich brauche Abwechslung. Ich liebe die Vielfalt. Ich will die Zusammenhänge begreifen. Es gibt für mich nichts Schöneres, als in verschiedene Richtungen zu forschen und aus all den Dingen, die ich gelernt habe, etwas Neues zu kreieren. Die einen nennen es Universal-Dilettanten, die anderen vielbegabte Scannerpersönlichkeiten. Ich will mich nicht mehr einschränken (lassen).

Ich will frei sein. Das ist mein Lebensziel. Und ich glaube daran, dass es möglich ist. Auch wenn einige sagen, dass das nicht geht. Das Leben hat mir schon so oft gezeigt, dass es geht. Meine Vorbilder sind nicht mehr die Menschen, die mir Grenzen setzen, sondern die, die zeigen, dass es möglich ist.

 

Alles ist möglich!

Ja. In meiner Welt ist das so. Und die Geschichte zeigt, was alles möglich ist. Schau dir den Fortschritt der letzten 100 Jahre an. Wenngleich ich nicht alles gut heiße und mir manchmal lieber „back to the roots“ wünsche. Für mich liegt alles im Bereich des Möglichen.

Egal, wie verrückt, groß oder abgefahren das ist, was DU machen willst. Wenn du es wirklich wirklich machen willst, dann wirst du einen Weg finden. Und falls jemand zu dir sagt, dass das nicht geht. Dann denke dir einfach: DOCH!

Und wenn ich die dabei unterstützen darf, deinen Weg zu gehen, freue ich mich umso mehr. Schreib mir einfach eine E-Mail an: coachingmitphantasie@gmail.com

Alles Liebe

„Du kannst nicht gewinnen, wenn du nicht spielst“

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Vor ein paar Jahren, während meiner MentalCoach Ausbildung, sagte mein Ausbilder und Coach Peter: „Du hast die Wahl, ob du am Spielfeldrand stehen oder, ob du mitspielen möchtest.“ Irgendwie hat mir das Angst gemacht. Es hat mich an Völkerball in der Schule erinnert. Ich war immer froh, wenn ich außen stand. Ballspiele waren gar nicht meins. So konnte ich nicht Gefahr laufen, „abgeschossen“ zu werden …

Ungefähr 1,5 Jahre später hatte ich ein sehr intensives Gespräch mit meiner liebsten Trainerkollegin Marion, die der Auslöser dafür war, dass ich die MentalCoach Ausbildung machte. (Danke Marion!) Jedenfalls sagte sie ein paar Dinge, die mich sehr lange beschäftigt hatten. Sie meinte, dass Leben sei nur ein Spiel und es ginge nicht darum, irgendwo hinzukommen, weil du schon da bist. Es ist egal, ob man scheitert oder nicht. Es ginge nur darum, zu spielen und Freude daran zu haben – natürlich auch am gewinnen.

Wie? Ein Spiel?

Diese Aussage hat heftigen Widerstand in mir ausgelöst. Schließlich wollte ich ja immer wohin. Ziele erreichen. Bloß nicht scheitern. Aufgaben abhaken. Um wieder 1.000 neue Pläne zu schmieden. Deshalb hat mir meine Freundin Kathrin zu meinem 29. Geburtstag eine Karte mit einem Zitat von John Lennon geschenkt: „Leben ist das was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu schmieden.

Nach dem Gespräch mit Marion vergingen ein paar Monate. Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich auf dem Sofa saß und durchs Fernsehprogramm zappte. Ich war ziemlich am Ende, weil ich sehr unter der Trennung zwischen meinem Mann und mir litt – und mir Vorwürfe machte, weil ich den Stein ins rollen brachte. Auch wenn ich jetzt weiß, dass wir einfach eine Auszeit brauchten. Damals konnte ich den Gewinn noch nicht erkennen.

In einem Sender ging gerade ein Film los, der mich total fesselte. Irgendwas sagte: „Schau dir diesen Film an.“ Trotz meiner Trauer und meiner Zweifel, ob es richtig war, auf mein Herz zu hören, gab mir dieser Film soviel Kraft. Er war für mich irgendwie magisch. Vor allem das Hauptzitat des Films: „Wie Bagger einmal sagte, dieses Spiel kann man nicht gewinnen, nur spielen. Und so spiele ich. Immer weiter. Ich spiel‘ für die Momente die noch kommen. Auf der Suche nach meinem Feld.“ Der Film hieß „Die Legende des Bagger Vance“ mit Will Smith.

Wow.

Hatte nicht ein paar Wochen vorher jemand zu mir gesagt, dass er den Eindruck hat, dass ich noch auf der Suche bin? Auf der Suche nach meinem Feld … doch, was ist mein Feld?

Ein paar Monate später, mein Mann und ich waren wieder zusammen, war ich alleine auf dem Jakobsweg unterwegs. Und wie ich das so aus dem Leistungssport kannte, hatte ich natürlich einen Etappenplan mit genauen Kilometerangaben. Mit einem klaren Ziel vor Augen: Santiago. Und wenn es gut läuft, bis ans Meer. Doch der Jakobsweg machte mir einen Strich durch meine fixen Pläne. Nach ein paar Tagen konnte ich einfach nicht mehr in den Wanderschuhen laufen und das Leben zwang mich dazu, nicht mehr linear abzuhaken, sondern zu pausieren und mir dann das rauszupicken, worauf ich mich am meisten gefreut hatte: Bergwandern zum Cruz de Hierro.

Witzigerweise hatte ich ein paar Tage vorher Nicole kennengelernt, die eine Doktorarbeit über das Scheitern schrieb. Das Puzzle setzte sich mehr und mehr zusammen …

Als ich wieder zu Hause war, kam irgendwann in mir so eine Spielelust hoch. Im SPIEL des Lebens mitzumischen, mitzuspielen. Mitten rein in Völkerball. Ohne Angst davor, „abgeschossen“ zu werden. Es war ein Gefühl von völliger Freude am Ausprobieren, egal wo es hinführt, egal, ob ich gewinne oder nicht – nur um zu erfahren, wie es sich anfühlt. Sich selbst zu erfahren, zu erLEBEN. Um neue Erkenntnisse zu GEWINNEN und daran wachsen zu können. War es das was Marion meinte?

Wieder ein paar Monate später, schenkte mir mein Mann zu meinem 41. Geburtstag ein Postkartenset von Hermann Scherer mit 200 Zitat-Inspirationen. Eine Karte mit folgendem Zitat sprang mich sofort an: „Wenn du gewinnen willst, musst du spielen.“

So schließt sich der Kreis.

1,5 Jahre später nach dem Gespräch mit Marion hatte ich begriffen, was sie meinte. Ich hätte noch so lange darüber Hirnen können. Ich brauchte die Erfahrungen, um fühlen zu können, was die Essenz hinter ihrer Aussage war. Denn vieles kann sich der Kopf gar nicht verSTEHEN. Es braucht für Wachstum einfach BEWEGUNG. Auch wenn es schmerzvoll ist.

Natürlich habe ich immer noch Momente, wo ich lieber am Spielfeldrand stehen würde, weil es dort einfach sicherer und bequemer ist. Doch wie heißt es so schön in einem anderen Zitat: „Ein Schiff, das im Hafen liegt, ist sicher vor dem Sturm. Aber dafür ist es nicht gebaut.“

Mein Feld

Ich schulde dir noch eine Antwort auf die Frage, was mein Feld ist. Weißt du, ich liebe es, wenn ich „Hinweisschilder“ für mein Leben bekomme. Diese kleinen magischen Zeichen, die wir im Alltag manchmal übersehen. Die uns führen und leiten. Die wollen, dass es uns gut geht. Dass wir uns das Leben leichter machen. Dass wir spielerisch rangehen und Freude daran haben.

Vor einer Woche ca. saß ich im Auto. Mich beschäftige wieder die Frage, was meine AufGABE auf dieser Erde ist und bat das Universum um eine Antwort. Die kam prompt. Ich überholte ein schwarzes Auto. Es hatte folgende Buchstaben nach dem Ort: DK. Meine Initialen. Nebendran stand „Caddy“.

Ein Caddy ist jemand, der den Golfspieler auf seinen Spielfeldern begleitet. Ein Helfer an der Seite auf diesem riesengroßen Spielfeld voller Möglichkeiten. Voller Auf und Abs in der Hügellandschaft. Der Ball fliegt und fällt. Voller Gefahren, in die der Ball reinfallen könnte. Wie Wasser oder hohe Büsche. Doch das Spiel geht weiter. Bis zum letzten Abschlag. Bis er ins Ziel rollt. Und wenn er nicht das Spiel gewonnen hat, dann trotzdem so viele Erkenntnisse auf dem Weg dorthin. Der Gewinn ist relativ. Vielleicht gewinnt er beim nächsten Mal. Denn: Nur, wenn du spielst, kannst du auch gewinnen.

Und nun zu dir: Ich möchte dir eine Frage stellen, die nur du selbst beantworten kannst. Vielleicht nicht jetzt. Vielleicht kennst du die Antwort schon: Was ist dein Feld im magischen Spiel des Lebens?

Gib deiner Antwort PHANTASIEvollen FREIraum. Und falls keine Antwort kommt. Dann frage doch einmal die magischen Zeichen am Wegesrand ♥