Schweinehund vs. Achtsamkeit

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Kennst du das? Du hast nach der Arbeit manchmal überhaupt keine Lust noch einmal rauszugehen und dich zu bewegen. Du bist müde und der Hunger oder das Wetter machen es auch nicht besser.

Und nun?

Früher war ich mir oft nicht sicher, ob ich nun wirklich müde bin und eine Pause brauche -oder, ob es nur der innere Schweinehund ist, der mich davon abhält. Heute kann ich den Unterschied sehr gut spüren. Vielleicht kannst du das auch. Falls nicht, dann kann dir diese Mentaltechnik weiterhelfen:

Stell dir vor, du bist schon mitten im Training und spüre genau in deinen Körper, wie es ich anfühlt.

Ja, geh richtig in die Situation rein.

Du bist da geistig schon. Und dein Körper wird dir ein Feedback geben. Und bitte lass dich nicht von deinem inneren Kritiker beeinflussen, der ständig in deinem Kopf dazwischen quatscht.

Wandere in deinen Körper. Der ist gerade dein Ansprechpartner.

Ich kann dir heute ziemlich genau sagen, wie ich mich fühlen werde. Entweder spüre ich Kraft und Stärke oder einen mittleren Energielevel der sagt „es ist schon okay, aber es wird nicht der Burner“ oder ich nehme Schwäche wahr und mein ganzes System rebelliert, weil es eine Pause braucht.

Und wenn das bei dir nicht funktioniert, dann hilft nur eines: Raus und ausprobieren. Wenn du nach den ersten 15-20 Minuten keine Besserung merkst, dann weißt du selbst, dass es einfach keinen Sinn hat, sich weiter zu quälen. Sei achtsam mit dir und …

… listen to your Body-Buddy :-)

Yoga & mentales Training auf dem Rad

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Weißt du, es gibt soviel Literatur, darüber welche Yogaübungen gut für den Ausdauersport sind. Vorher und Nachher. Aber keine, die beides gleichzeitig miteinander verbindet. Im mentalen Training ist es ähnlich. Deshalb schreibe ich darüber. Weil ich die Dinge gerne miteinander verbinde. Und was nützen die ganzen wissenschaftlichen Wirksamkeitsstudien, wenn ich nicht weiß, wie ich es in der Praxis direkt, einfach und pragmatisch umsetzen kann?

Genau deshalb probiere ich immer wieder neue Dinge aus. Was gut funktioniert und was nicht. Nachdem ich jetzt schon darüber geschrieben habe, wie man Schwimmen und Laufen u.a. mit Yoga und mentalen Training verknüpfen kann, kommt nun das Radfahren an die Reihe.

Hier gelangst du zu meinem ganzen Artikel, der von der tritrime woman veröffentlicht wurde.

Body + Mind + Heart

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Yoga hat Ziel, Körper Geist und die Seele in Einklang zu bringen. Erst wird der Körper über die Asanas (Körperübungen) aktiviert, um den wilden Affen (Geist) zu bändigen. Dann bist du wunderbar vorbereitet für die Meditation.


Viele im Westen denken immer noch, dass Yoga hauptsächlich das Ausführen von Asanas ist. Aber das ist nur ein kleiner Teil. Im Grunde machst du schon Yoga, wenn du gewahrsam im Moment bist. Hier und Jetzt. In deinem vollen Sein. Mit allem was du bist. Dann spürst du dich wieder. Und vor allem spürst du die tiefe, innere Weisheit deiner Seele wieder. Die genau den Weg kennt. Um diese innere, leise Stimme wahrzunehmen, müssen wir ganz still sein, sonst überhören wir sie.

Du kannst, anstelle des Wortes Seele, auch Weisheit oder Herz nehmen – oder Herzensweisheit. Wusstest du, dass sich in deinem Herzen sogar Gehirnzellen befinden und man mittlerweile von einem Herzhirn spricht?

 

Alle guten Dinge sind drei

 

Lange Rede, kurzer Unsinn: Du brauchst diese drei Komponenten, um wirklich gesund und in deiner Kraft sein zu können. Stell dir vor, dein Körper wird regelmäßig trainiert, gut ernährt und bekommt ausreichend Schlaf – aber, deine Gedanken sind permanent destruktiv. Oder, du bist mental total fit und liebevoll zu dir, aber stopfst nur Schrott in dich hinein. Oder, du bist mental und körperlich auf einem guten Weg, aber der Weg ist nicht der Weg deines Herzens …

Deshalb machen wir es wie im Yoga: Wir aktivieren den Körper, stärken den Geist und zum krönenden Abschluss verbinden wir uns mit dem, was wir wirklich sind: Eine unendliche Seele, die eine unglaubliche Weisheit in sich birgt. Die grenzenlos und unendlich ist. Ja genau, das bist du!

 

Schwimmen mit Phantasie

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Wer mich kennt, weiß, dass ich viel Abwechslung brauche, um meinen kreativen Geist zu fördern. Nach über 20 Jahren Triathlon kann ich so ziemlich alle technischen Übungen auswendig. Deshalb lasse ich mir immer wieder was Neues einfallen, damit mir nicht langweilig wird :-)

Sicher, unser Gehirn lernt durch Wiederholung. Und ja, die Lernpsychologie lehrt „vom Einfachen zum Komplexen“. Und manche Menschen mögen ihre Gewohnheiten und das ist auch gut so, denn jeder Mensch ist anders.

Aber, wenn du auch schon viele Jahre schwimmst, alle technischen Übungen schon in- und auswendig kennst und Spaß daran hast, Neues auszuprobieren, dann wünsche ich dir viel Freude mit den folgenden Übungen.

Kreative Fingerspiele

Wenn du schon länger schwimmst, dann kennst du bestimmt die ganze Palette der Hand- bzw. Fingerübungen: Gespreizte Finger, gepresst, locker, Faust usw.

Lass es mal noch feiner und kreativer werden z.B. indem du nur mit dem erhobenen Zeigefinger schwimmst, dem bösen Stinkefinger, dem hawaiianischen „Hang-Loose“ (nur kleiner Finger und Daumen gestreckt, Rest eingeklappt) oder „Rock out“ (kleiner Finger und Zeigefinger nach oben gestreckt, Rest eingeklappt).

Und weißt du was? Es muss nicht perfekt sein. Denn in dem Moment wo du deinem Körper neue Reize gibst, hat dein Gehirn schon genug zu tun. Und wenn du dabei Spaß hast, dann ist das besonders förderlich für den Lernprozess. Das verfolgt auch das Prinzip der Life-Kinetik. Wenn du der Meinung bist, dass das zu sehr vom „optimalen Schwimmzug“ abweichst, ist das auch ok.

Mir macht es einfach Spaß meine Körperansteuerung weiter zu verfeinern und dadurch, meinen Körper noch besser spüren zu lernen. Denn genau das hilft mir dann wieder, u.a. im Alltag viel schneller wahrzunehmen was mein Körper gerade braucht: Welche Dehnübungen gerade wichtig sind, welches Essen mein Körper verlangt – und man erkennt immer frühzeitiger den Pausenruf ;-)

 

Wahrnehmung volle Kanne trainieren

Es gibt verschiedene Wahrnehmungsebenen, um die Tiefensensibilität zu schulen. Du hast die Begriffe bestimmt schon einmal gehört: Propriozeption, Interozeption und Exterozeption. Und wenn nicht, ist das auch nicht so wichtig. Mir geht es immer darum, was ich mit den ganzen schlauen Begriffen in der Praxis mache. Wie ich es einfach und pragmatisch anwenden kann. Und dann habe ich beim Schwimmen Folgendes ausprobiert:

Interodings: Du tauchst beim Schwimmen völlig in deinen Körper ein. Entweder konzentrierst du dich pro Bahn auf bestimmte Körperteile oder du nimmst deinen Körper als Ganzes wahr – wie eine Einheit. Oder du wanderst durch deinen Körper z.B. in dein rechtes Knie, in deine linke Schulter, in deine Nase usw. Du nimmst jeden Teil ganz bewusst wahr. Und es geht dabei nicht darum, dich auf den perfekten Schwimmzug zu konzentrieren. Lass das mal nebenbei laufen. Wenn du schon lange schwimmst, ist das wie Autofahren. Es geht auch nicht darum, die Empfindung zu bewerten und großartig zu denken. Nein. Es geht nur um das Wahrnehmen. Klingt irgendwie voll meditativ? Ja, Schwimmen kann auch wie entspannende Meditation sein.

Ach ja, ein wenig besuchtes Schwimmbad wäre von Vorteil, weil es sein kann, dass du die Außenwelt dann völlig ausblendest und es dadurch zu unfreiwilligen Kollisionen kommen kann ;-)

Exterodings: Jetzt gehst du mit Hilfe deiner Vorstellungskraft aus deinem Körper heraus und nimmst alles um dich herum wahr: die Geräusche, das Wasser, die anderen Menschen um dich herum. Nicht kucken, nur fühlen. Stell dir vor, du könntest die Beckenränder spüren, so, als würdest du deine Wahrnehmung über deine Körpergrenze hinaus ausdehnen. Natürlich hast du im Hintergrund noch deine Körperwahrnehmung laufen, nur richtest du deine Aufmerksamkeit nach draußen. Das hat den Vorteil, dass du z.B. im Wettkampf Schlägen von außen frühzeitig aus dem Weg schwimmen kannst. Du navigierst sozusagen anders.

 

Propriodings: Jetzt verbinden wir Innen und Außen miteinander. Erst hast du alles im „Innen“ wahrgenommen. Dann bist du ins „Außen“ gegangen. Jetzt stell dir vor, dein Körper ist wie eine Einheit und die Welt da draußen ist eine Einheit – und das Ziel ist es jetzt, den Übergang zu spüren. Sozusagen: Du im großen Ganzen. Klingt schräg? Mag sein. Fühlt sich aber ziemlich gut an, weil du lernst, bei dir zu bleiben. Das hilft dir wiederum im Wettkampfgetümmel deine Energie bei dir zu behalten.

Rumswitchen: So, jetzt kommt die mega Fortgeschrittenenvariante. Du springst mit deiner Aufmerksamkeit nach Belieben zwischen den Ebenen hin uns her. Rein in den ganzen Körper, wieder raus zu den Geräuschen, rein in den linken Fuß, raus zum vorderen Beckenrand, hin zum Übergang von der rechten Hand zum Wasser. Klingt für dich entweder voll kompliziert oder nach Experimentationsspaß? Was auch immer. Pick dir raus, was für dich passt ;-)

 

Lagen mal andersanders

Ja, da gibt es die Begriffe „Große Lagen“ (längere Strecke pro Lage, z.B. 50m und mehr) und „Kleine Lagen“ (Lagen auf eine Bahn verteilt). Und wenn du auch schon mal mit den reinen Schwimmern mitgehechelt bist, dann hast du vielleicht – wie ich – erfahren, dass die für den Geschmack eines Triathleten eindeutig zu viel von dem anstrengenden Lagendingsbums schwimmen.

Normalerweise ist die gängige Reihenfolge: Delphin, Rücken, Brust, Kraul – oder das ganze rückwärts. Wie wäre es, nach jedem Zyklus zu wechseln? Ein Zug Delphin, drehen, einer Rücken, drehen, einer Brust, Kraul usw. Und wenn dir das auch noch zu langweilig ist, dann mach die Reihenfolge anders oder bau zusätzlich noch was mit ein, was dir gerade in deinen verrückten Sinn kommt :-)

Und wenn jetzt der Perfektionismusantreiber in dir protestiert, weil er beim Ausprobieren feststellt, dass ein exakt-abgeschlossener-Zug gar nicht geht und es manchmal eher 1,5 Züge sind, weil man sich ja auch drehen muss – na, und? Macht es Spaß oder macht es keinen Spaß? Je nachdem, was dein innerer Kritiker oder dein emotionales limbisches System dir für eine Antwort gibt – du wirst das tun, was das Richtige für DICH ist.

Viel Spaß beim Experimentieren,

Doris

→ Gewusst? Ich biete auch Schwimmtechniktraining an.

Ist der Weg wirklich das Ziel?

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Den Spruch kennt so ziemlich jeder. Aber ist es wirklich so? Hecheln wir nicht tagtäglich irgendwelchen Dingen hinterher und arbeiten To-Do-Listen ab, um das Erledigte endlich abhaken zu können?

Bei mir ist das zumindest noch viel zu oft so. Deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, mich immer wieder daran zu erinnern, den Prozess mehr zu genießen.

 

 

Ich kann mich noch gut an meine Triathlon-Wettkampfzeiten erinnern: Wenn ich beim abschließenden Marathon gemerkt habe, dass das mit der Bestzeit heute nichts wird, habe ich schon wieder Pläne geschmiedet, was ich als nächstes machen könnte. Und wenn ich dann ein super Ziel erreicht hatte, dann war die Freude darüber nicht besonders lange und das nächste Ziel musste her.

Oft bestand mein Alltag darin, mit mir selbst Wettkämpfe zu veranstalten und ich war immer besonders stolz darauf, was ich alles an so einem Tag schaffen konnte. Bis ich irgendwann gemerkt habe, dass mich das total stresst – und das Gefühl des „Geschaffthabens“ bei weitem nicht das Energiedefizit ausglich, dass auf dem Weg dahin verloren ging.

 

Genießen im Prozess

 

Jetzt möchte ich, dass mir der Weg dahin schon soviel Energie gibt, dass das Ziel in den Hintergrund rückt. Ein „Genießen-im-Prozess“ sozusagen.

Wie? Was? Ziele sind doch soooo wichtig … ? Ja, wir brauchen schon Ziele. Sonst würden wir gar nicht mehr aus dem Bett kommen. Menschen die ausgebrannt sind, kennen das bestimmt gut. Aber warum ist die „Freude am Tun“ verloren gegangen? Weil das Ziele-Hecheln so wichtig geworden ist.

Das Ziel-in-den-Hintergrund-rücken hat den Vorteil, dass einem der Weg viel leichter vorkommt. Man sagt nicht umsonst: „Step by Step“. Immer nur an das Ziel zu denken, kann auch stressen – vor allem, wenn es ein großes Ziel ist. Deshalb sind Zwischenziele sinnvoll – oder „Meilensteine“, wie man im Projektmanagement so schön sagt.

Wie wäre das: Setze einen Fuß vor den anderen. Nimm jeden Schritt ganz bewusst wahr. Tauche völlig ein in den Moment, in das Geschehen und in die Freude des Tuns. Spüre den Flow in den du kommst, wenn dein ganzes System völlig in Harmonie und mit voller Kraft läuft. Dann wenn du alles um dich herum vergisst. Wenn du dich sogar selbst dabei vergisst – und plötzlich, bist du da :-)

Was du von einem Hund lernen kannst

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Manchmal habe ich das Gefühl, dass unser Hund Emma es viel besser raus hat, bewusst zu leben. Sie tut es einfach. Und wenn ich aufmerksam genug bin, dann beobachte ich sie und bin immer wieder verblüfft, was ich noch alles von ihr lernen kann.

Die Sache mit der Achtsamkeit

Vielleicht kennst du diese Karikatur: Mensch und Hund laufen nebeneinander. Man sieht die Gedankenblasen. In der Gedankenblase des Menschen sind die ganzen Pläne, die er gerade hat. In der Gedankenblase des Hundes ist 1:1 das jetzige Bild der Landschaft, in der sie gerade laufen.

Emma erinnert mich immer wieder daran, wo wir gerade sind. Sie ist völlig im Moment, wenn sie sich durch die Wiesen und Wälder schnüffelt. Sie nimmt jedes Detail mit ihren Sinnen war: die Gerüche, den Wind und die Vögel ein paar hundert Meter weg. Sie hat einfach Freude an dem, was sie gerade tut. Freude im HIER und JETZT. Und auch, wenn wir vielleicht schon hundertmal den gleichen Weg gelaufen sind, dann geht sie ihn mit voller Achtsamkeit.

Wie sagt man im Zen-Buddhismus so schön: „Vor der Erleuchtung Holzhacken, nach der Erleuchtung Holzhacken.“ Oder so ähnlich :-)

Ganz für sich selbst da sein

Wenn du auch einen Hund hast, dann kennst du das vielleicht ebenfalls: Dieses lautstarke Geschmatze am Morgen, wenn dein Hund genüsslich seine Körperpflege vollzieht.

So nervig die Geräusche sein können – beobachte einmal, mit welcher Hingabe dein Hund das macht. Emma hat dabei ihre Augen halb geschlossen und kümmert sich mit ihrer völligen Aufmerksamkeit um sich selbst und um ihren Körper. Sie reinigt sich und streckt sich weit und breit in alle Richtungen. Und das so ganz ohne Faszientrainingsausbildung ;-)

Vergebung

Wie oft habe ich mich schon bei Emma entschuldigt, weil meine Ungeduld wieder mit mir durchgegangen ist (und sie testet diese immer wieder aufs Neue ;-) …), weil die Dinge nicht so nach Plan gelaufen sind, wie sich das mein Verstand fein ausgedacht hat. Und dann das Rumpelstilzchen in mir ausbricht.

Wo wir Menschen vielleicht ein wenig nachtragender sind und dann zum passenden Moment in der Vorhaltungskiste kramen „Damals hast du mich blablabla …“, sind Hunde wesentlich nachsichtiger. Natürlich speichern sie extreme Situationen ebenfalls ab und das ist auch gut so. Das meine ich nicht. Ich meine diese Nichtigkeit mit Dingen, über die wir uns noch viel zu oft aufregen. Diese banalen Dinge, die es schaffen, uns immer wieder aus der Bahn zu werfen. Die es gar nicht wert sind, dass man sich überhaupt damit beschäftigt. Ich wünschte, ich könnte auf Anhieb so gut vergessen und verzeihen wie sie – oder erst gar nicht griesgrämig werden.

Klare Bedürfnisäußerung

Kennst du das? Du willst eigentlich etwas von deinem Partner bzw. Partnerin oder deinem Umfeld – und irgendwie kommen die Worte manchmal ganz anders aus dir heraus, als es sich anfühlt. Verschachtelt, verpackt, reduziert, beschönigt, übertrieben.

Auch da bewundere ich unseren Hund. Sie äußert ganz klar, was sie will: Fressen, Kuscheln, Spielen oder wenn ihr etwas nicht gefällt. Ganz klar und direkt. Sie denkt nicht stunden- oder tagelang darüber nach, wie sie es am besten formulieren könnte. Nein, sie tut es ganz einfach. Einfach so. Ja, das Leben kann ganz einfach sein. Wir machen es nur machmal komplizierter als es ist, stimmts? ;-)