DOCH!

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Ich liebe dieses magische Wort – es hat für mich eine unglaubliche Kraft. Stell dich einmal standfest hin und sage vehement mit voller Inbrunst: DOCH!

Man fühlt sich wie ein kleiner Revoluzzer, stimmt’s?

Ach, wie oft mir in meinem Leben schon erzählt wurde, was alles nicht geht. Zum Glück hatte ich ganz oft diesen kleinen trotzigen Zwerg in meinem Kopf, der wild-stapfend DOCH sagte.

 

Das geht doch nicht!

Ich finde es heutzutage ganz schlimm, wenn Menschen immer noch nicht begreifen, was sie anderen damit antun, wenn sie diese drei Worte von sich geben. Vor allem Erwachsene bei Kindern. Vielleicht geht es ja nur jetzt nicht. Aber womöglich später?

Ich wünsche mir eine Welt, in der man andere daran bestärkt, ihren verrücken Ideen zu folgen. Letztendlich kann niemand sagen, was kommen wird. In meiner Welt ist alles möglich. Fuß stapf. Links und Rechts.

 

DOCH DOCH DOCH

Ich bin sehr froh über dieses kraftvoll-magische DOCH. Es hat mir gezeigt, dass ich lieber mir selbst folgen und an mich glauben sollte. Und nicht auf andere hören sollte. Wenn ich das gemacht hätte, wäre ich nun u.a. ohne Abitur, Studium und die tollen Jobs, die ich danach hatte – und soviel dabei lernen durfte.

Ich hätte nie erfahren, dass mein Körper ein Wunderwerk der Natur ist und Grenzen verschiebbar sind. Ich hätte nie meine ganzen Zusatzausbildungen gemacht und erkannt, dass meine vermeintliche Schwäche, sich für viele Dinge zu begeistern, eine Stärke ist.

 

„Sie wird nie eine Abiturientin werden …“

Diesen Satz sagte meine Grundschullehrerin zu meinen Eltern. Sie haben es gut gemeint und mich auf die Realschule geschickt. Aber dieses Abi-Ding hat mich nie losgelassen. Also habe ich nach Möglichkeiten gesucht, neben meinem Job das Abitur nachzuholen. Als ich zu meinem damaligen Chef ging und ich fragte, ob ich Teilzeit arbeiten könnte, damit ich auf’s Abendgymnasium gehen kann, sagte dieser: „Abi? Was wollen Sie denn damit? Studieren braucht man heutzutage nicht mehr“. Na gut, dann mach ich eben ein Fernstudium. Gesagt getan. Und zu guter Letzt habe ich noch die Abteilung gewechselt und meine neue Chefin hat mir für das Prüfungsjahr Teilzeit genehmigt. Danke, Universum.

Das war der Wendepunkt in meinem Leben. Ich hatte mich auf den Weg gemacht. Die Arbeit hatte mich einfach nicht erfüllt. Dafür mein Studium um so mehr. Ich habe es geliebt. Zu lernen, was mich wirklich interessiert und selbstbestimmt meine Tage zu gestalten. Und gleichzeitig trainieren zu können. Meine Rückenschmerzen und Verspannungen waren weg. Ich hatte eine sehr erfolgreiche Wettkampfzeit und durfte erfahren, wie es sich anfühlt, Jobs zu machen, die mir so viel Spaß machten, dass ich Freitag unbedingt wollte, dass wieder Montag ist.

 

„Den Ironman können Sie vergessen“

Das haben mir vor vielen vielen Jahren mehrere Ärzte gesagt, nachdem ich nach dem Delfin-Schwimmen eine Armparese aufgrund eines eingeklemmtes Nerves bekommen habe. Ich hatte mehrwöchige Lähmungserscheinungen und noch acht Wochen bis zu meiner ersten Langdistanz. Zum Glück gab es den einen Arzt der sagte: „Dann schauen Sie einfach was geht.“ Von da an kam langsam, aber stetig meine Kraft zurück.

Zwar hat es noch ca. zwei Jahre gedauert, bis ich das Gefühl hatte, dass ich beim Schwimmen wieder richtig „durchziehen kann“. Aber ich bin an den Start gegangen. Hatte die langsamste Schwimmzeit meines bisherigen Triathlonlebens. Und habe gefinisht. Ich kann mich noch sehr gut an den Zieleinlauf erinnern. Herbert Walchshöfer spielte für mich „One Moment in Time“ und sagte in der Essenz, dass jetzt eine ganz besondere Frau kommt, die das Unmögliche möglich gemacht hat.

 

„Du kannst ja eh nix gescheit“

Batz. Dieser Satz einer meiner Exfreunde saß. Aber so richtig. Denn er ist wahr. Ich bin tatsächlich keine Expertin für einen Bereich. Und es hat lange gedauert, bis ich erkannte, dass das nicht mein Weg ist – mich nur auf eine Sache zu beschränken. Ich brauche Abwechslung. Ich liebe die Vielfalt. Ich will die Zusammenhänge begreifen. Es gibt für mich nichts Schöneres, als in verschiedene Richtungen zu forschen und aus all den Dingen, die ich gelernt habe, etwas Neues zu kreieren. Die einen nennen es Universal-Dilettanten, die anderen vielbegabte Scannerpersönlichkeiten. Ich will mich nicht mehr einschränken (lassen).

Ich will frei sein. Das ist mein Lebensziel. Und ich glaube daran, dass es möglich ist. Auch wenn einige sagen, dass das nicht geht. Das Leben hat mir schon so oft gezeigt, dass es geht. Meine Vorbilder sind nicht mehr die Menschen, die mir Grenzen setzen, sondern die, die zeigen, dass es möglich ist.

 

Alles ist möglich!

Ja. In meiner Welt ist das so. Und die Geschichte zeigt, was alles möglich ist. Schau dir den Fortschritt der letzten 100 Jahre an. Wenngleich ich nicht alles gut heiße und mir manchmal lieber „back to the roots“ wünsche. Für mich liegt alles im Bereich des Möglichen.

Egal, wie verrückt, groß oder abgefahren das ist, was DU machen willst. Wenn du es wirklich wirklich machen willst, dann wirst du einen Weg finden. Und falls jemand zu dir sagt, dass das nicht geht. Dann denke dir einfach: DOCH!

Und wenn ich die dabei unterstützen darf, deinen Weg zu gehen, freue ich mich umso mehr. Schreib mir einfach eine E-Mail an: coachingmitphantasie@gmail.com

Alles Liebe

Schweinehund vs. Achtsamkeit

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Kennst du das? Du hast nach der Arbeit manchmal überhaupt keine Lust noch einmal rauszugehen und dich zu bewegen. Du bist müde und der Hunger oder das Wetter machen es auch nicht besser.

Und nun?

Früher war ich mir oft nicht sicher, ob ich nun wirklich müde bin und eine Pause brauche -oder, ob es nur der innere Schweinehund ist, der mich davon abhält. Heute kann ich den Unterschied sehr gut spüren. Vielleicht kannst du das auch. Falls nicht, dann kann dir diese Mentaltechnik weiterhelfen:

Stell dir vor, du bist schon mitten im Training und spüre genau in deinen Körper, wie es ich anfühlt.

Ja, geh richtig in die Situation rein.

Du bist da geistig schon. Und dein Körper wird dir ein Feedback geben. Und bitte lass dich nicht von deinem inneren Kritiker beeinflussen, der ständig in deinem Kopf dazwischen quatscht.

Wandere in deinen Körper. Der ist gerade dein Ansprechpartner.

Ich kann dir heute ziemlich genau sagen, wie ich mich fühlen werde. Entweder spüre ich Kraft und Stärke oder einen mittleren Energielevel der sagt „es ist schon okay, aber es wird nicht der Burner“ oder ich nehme Schwäche wahr und mein ganzes System rebelliert, weil es eine Pause braucht.

Und wenn das bei dir nicht funktioniert, dann hilft nur eines: Raus und ausprobieren. Wenn du nach den ersten 15-20 Minuten keine Besserung merkst, dann weißt du selbst, dass es einfach keinen Sinn hat, sich weiter zu quälen. Sei achtsam mit dir und …

… listen to your Body-Buddy :-)

Die Mutmachgeschichte von Sabine: Geschieden, alleinerziehend & eigenes Business

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Raus aus einer nicht mehr funktionierenden Beziehung, alleine ein Kind großziehen und sich dann noch ein eigenes Business aufbauen? Dazu gehört eine Menge Kraft und Mut. Sabine hatte das zum Glück.

Und sie hatte den Mut, sich von ihrem gewalttätigen und cholerischen Freund zu trennen. Am Ende war es mehr eine “Off”, als eine “On”-Beziehung. Er hat sie mehrmals betrogen, ist stets ausgerastet, hat rumgeschrien und hat sie und ihre Tochter, aus ihrer vorherigen Ehe, bedroht. Sie wollte vor allem ihre Tochter schützen. Deshalb hat sie ihre Sachen gepackt und ist mit ihr gegangen.

Sabine erinnert sich: “Erstmal war ich richtig fertig. Du hängst an dem Menschen und ich war ihm dankbar, weil er mir für meine Selbständigkeit geholfen hat. Ich sagte mir: Du hast bisher immer alles geschafft, du hast auch die Trennung von deinem ersten Mann geschafft, warst alleinerziehende Mutter, dann wirst du das auch schaffen. Zusätzlich habe ich mich zu dem Zeitpunkt weitergebildet. Ich hatte eine guten Job. Habe mir alles selber angeeignet. Das einzige was ich überwinden musste, war dieses Loslassen. Eine miserable Beziehung loswerden.”

In ihrer Kummerphase wollte sie den ganzen Tag nur im Bett liegen und nicht aufstehen: “Man ist einfach nur traurig. Und dann irgendwann habe ich mir gedacht, dass bin doch gar nicht ich, ich bin doch viel mehr, als das Häufchen Elend, das nur im Bett rumliegt. Dann hab ich überlegt, was ist die Sabine? Weil ich das alles vergessen hatte, was MICH ausmacht.”

Sabine hatte in der Zeit ein Buch gelesen mit dem Titel “Wenn Frauen zu sehr lieben”. Und sie kannte diese Gefühle, u.a. wenn man keine Anerkennung von seinem Vater bekommt und kein Selbstbewusstsein hat. Je mehr er sie ablehnte, desto mehr hatte sie sich angestrengt, ihm zu gefallen. Und genau das war für sie die Erkenntnis: Sie hatte sich genau so einen Partner gesucht, der das Verhalten ihres Vater an den Tag legte. Und sie wollte das nicht mehr. Sie wollte eine liebevolle Beziehung.

Heute sagt sie von sich, dass ihr das nicht mehr passieren würde. Aber damals war sie noch nicht in ihrer Mitte. Deshalb hat sie angefangen an sich zu arbeiten. In kleinen Schritten. Sie hat sich überlegt, was sie gerne in ihrer Freizeit machen will und hat immer wieder in sich reingespürt, was SIE will.

So zog sie sich eigenhändig aus ihrer finanziellen Abhängigkeit heraus und hat fleißig ihre Jobs gemacht bis es ihr finanziell gut ging.

“Und plötzlich sind von alleine Menschen in mein Leben getreten, die mir geholfen haben, z.B eine neue Wohnung zu finden oder die mit mir dann in den Urlaub gefahren sind. Auf einer Reise habe ich einer meiner jetzigen besten Freundinnen kennengelernt.”, schmunzelt sie.

Für Sabine ist der Schlüssel das Vertrauen in sich selbst. Das Vertrauen in seine eigene Kraft. Das alles gut ist und wird, so wie es jetzt kommt. Das ist für sie der Schlüssel zu allem.

 


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No pain, no gain – warum Schmerz dich stärker macht

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Ich weiß, die Überschrift ist gefährlich. Falls du Triathlet bist, lies nicht weiter. Falls du gerade eine üble Zeit durchlebst, dann auch nicht. Falls du gerne in deiner Komfortzone bleibst, dann unbedingt.

Niemand von uns will leiden.

Ich auch nicht. Aber: Ich erinnere mich gut an meine Wettkampfzeit. Das schlimmste war das Laufintervalltraining. Es hat mich an meine Grenzen gebracht. Ich weiß noch, als meine Freundin Martina und ich 1000-Meter-Intervalle gelaufen sind. Wir waren echt froh, als das Training vorbei war.

Ein paar Wochen später hatten wir unsere erste Kurzdistanz für die Saison hinter uns und wir waren wieder auf der Laufbahn. Plötzlich war es gar nicht mehr so schlimm. Nein. Wir haben sogar noch mehr Gas gegeben. Warum? Weil der Wettkampf uns stärker gemacht hat. Vielleicht denkst du dir nun „Na, klar, ist ja Reizadaption!“ – HA! Du hast ja doch weitergelesen ;-)

Alle Yogis werden nun mit den Köpfen schütteln. Bitte versteh mich nicht falsch. Niemand braucht irgendwelche Wettkämpfe machen, wenn er keinen Sinn dahinter sieht.

Ich will damit sagen, dass unser ganzes System darauf ausgelegt ist, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln.

Das liegt in unserer Natur, sonst würden wir ja ewig krabbeln. Und das geht nur, wenn wir beharrlich unsere persönlichen Grenzen weiten. Das kann auch mal weh tun. Physisch und psychisch.

ACHTUNG: Ich spreche nicht davon, in (chronische) Verletzungen hineinzutrainieren und deiner Gesundheit zu schaden!

Ebenso macht es uns stärker, wenn wir eine harte Lebensphase hinter uns haben, die uns mental an unsere Grenzen gebracht hat.

Wenn du das gut überstanden hast, haut dich viel weniger um. Das setzt natürlich voraus, dass du nicht in der Opferrolle stecken bleibst, sondern einen Weg daraus findest. Alleine oder mit Unterstützung.

Immer, wenn ich in meinem Leben eine schei … Zeit hinter mir hatte, dann war ich irgendwann dankbar dafür. Weil ich es geschafft hatte und wusste, dass diese Lernlektion nun vorbei ist. Und ich kann anderen damit soviel besser helfen.

Ich hoffe sehr, dass du die Intention hinter diesem Blog-Artikel nachfühlen kannst. Und ich wünsche dir von Herzen, dass du unendlich wächst. Über deine persönlichen Grenzen weit hinaus.

Denn: Du bist grenzenlos!

→ Um dieses Thema geht es auch in unserem Buch.

 

 

Warum ich ein schlechter Motivationscoach bin

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Weißt du, was die größte Gefahr ist, wenn man eine Coachingausbildung macht? Der hohe Anspruch an sich selbst. Alles zu wissen, alles zu können, immer gut drauf sein, all seine Themen abgearbeitet haben und für alles eine Lösung haben. Das erzeugt ganz schön viel Stress in einem selbst.

Es war ein langer Prozess, bis ich mich getraut habe mir einzugestehen, dass ich das nicht schaffe. Dass ich nur ein Mensch bin. Und vor allem, es mir zu erlauben auch miese Momente zu haben.

Es gibt vielleicht Coaches, die ein Dauergrinsen im Gesicht haben. Ich kann das nicht. Und deshalb gebe ich auch keine puren Motivationsseminare. Ich kann mich ja manchmal selbst nicht motivieren. Und das will ich auch gar nicht mehr. Weil ich nicht funktionieren will, sondern leben.

Aber was ich mittlerweile gut kann, ist mehr und mehr gelassener und in Frieden mit mir selbst zu sein. Meinen Geist zu beobachten und meine Wahrnehmung jeden Tag zu intensivieren. Die Perspektive zu wechseln, hinter die Kulissen zu blicken und Grenzen zu überwinden. Das kann ich weitergeben. Weil ich voll uns ganz dahinter stehe. Weil es ehrlich ist und von Herzen kommt. Weil ich mir das zur Lebensaufgabe gemacht habe.

Sei einfach du

Wenn du, DU bist, dann kostet dir das am wenigsten Energie – es gibt dir sogar Energie. Dann fühlst du dich wohl in deiner Haut. Dann kommst du auch authentisch rüber. Denn: Die anderen spüren bewusst oder unbewusst genau, wenn du vorgibst etwas zu sein, was du NICHT bist.

Was nicht heißt, dass wir jeden Tag auch in irgendwelchen Rollen stecken und es unfair wäre jede negative Emotion an andere abzuladen, die nichts dafür können. Das meine ich nicht.

Aber wir sind auch keine Maschinen und können immer gut gelaunt sein, perfekt funktionieren und es allen Recht machen. Je mehr wir gegenseitiges Mitgefühl füreinander haben, desto weniger brauchen wir uns verstellen.

Ja, das wünsche ich mir auf diesen Planeten: Mehr Echtheit. Und mehr Albernheit :-)

Wenn du glaubst, es geht nicht mehr …

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2016 war für mich nicht nur ein ziemlich heftiges Jahr. Es war auch das Jahr der Regenbögen. Sie haben mich das ganze Jahr über begleitet. Meistens dann, wenn ich das Gefühl hatte, dass ich jetzt gerade einfach nicht mehr kann.

Angefangen hatte alles im Februar, an meinem Geburtstag, und gleichzeitig dem letzten Tag meiner Abreise von Lanzarote. Als ich in der Früh aus meinem Hotelzimmer Richtung Frühstücksbüffet lief, warf ich, wie jeden Morgen, einen Blick auf die wunderschöne Bergkette. Es hatte den Tag zuvor geregnet und der Himmel war noch etwas dunkel.

Über den Vulkanhügeln war ein wunderschöner Regenbogen zu sehen. Irgendwie zauberte es mir ein Lächeln auf die Lippen. Irgendjemand meinte, dass Regenbögen auf Lanzarote eher selten sind. Hätte ich in dem Moment schon geahnt, was in den nächsten Tagen alles auf mich zukommt, dann hätte ich das Gefühl noch intensiver abgespeichert.

Zeitsprung …

Im Mai durfte ich für meinen Kooperationspartner ein Firmenseminar halten. Auf der einen Seite hatte ich mich sehr darauf gefreut. Auf der anderen Seite war ich zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht in meiner Energie, weil ich seit Februar sehr unter der Trennung zwischen mir und meinem Mann litt.

Ursprünglich wollte ich bei einer Freundin übernachten, aber sie war kurzfristig erkrankt. Das Problem war, dass alle Hotels ausgebucht waren oder völlig überteuert, weil irgendeine Messe in München war. Aber in Früh anreisen, acht Stunden Seminar geben und abends wieder zurück war mir dann doch zu viel. Also versuchte ich mein Glück über AirBnb. Und ich hatte tatsächlich Glück. Ich bekam ein Zimmer, dass genau den anberaumten Übernachtungskosten entsprach und es war nur zwei Kilometer vom Seminarort entfernt. Thank God.

Regentränen

Neben der Dankbarkeit, die ich während der nach Hause Fahrt im empfand, kam wieder der Schmerz hoch und ich ließ es einfach frei fließen. Die Woche zuvor war ich auch in München auf einer Yogafortbildung und ich habe zum ersten Mal in meinem Leben im Auto so richtig geschrien. Zu meiner Überraschung war es tatsächlich befreiend. Nach Schreien war mir jedoch bei der erneuten Fahrt nicht zu mute. Ich habe, passend zum Regen im Außen, nur vor mich hingeschluchzt und irgendjemand im Himmel gebeten, mir zu sagen, dass das Ganze bitte gut ausgeht. Oder, mir zumindest ein Zeichen zu geben.

Plötzlich wurde der Regen weniger und vor mir entfaltete sich ein wunderschöner Regenbogen. Ich war so perplex, dass ich gar nicht weiß, wie ich überhaupt weiterfahren konnte.

Regentränen, die Zweite

Ungefähr eine Woche später war der Trennungsschmerz auf dem Höhepunkt angelangt. Ich war Laufen im Wiesengrund, nicht weit entfernt von dem möblierten Einzimmer-Apartment , dass ich vorübergehend gemietet hatte und es regnete leicht. Auch, wenn ein Teil von mir irgendwie dieses Gefühl hatte, dass für mich alles wieder gut wird, war da auf der anderen Seite sehr viel Angst. Kennst du das Gefühl, wenn du gerade vor einem Scherbenhaufen stehst und trotzdem tief in dir drin weißt, dass du immer behütet und beschützt bist? Und trotzdem ist da der Scherbenhaufen in geballter Realität, der unnachgiebig an deinem Vertrauen ins Leben nagt.

So war ich mal wieder an dem Punkt, wo ich um Hilfe bat. Um irgendein Zeichen. Und hoch und heilig versprach, dass ich immer mein Bestes geben werde. Ich hörte auf zu laufen und ging ein Stück weiter Richtung einer Brücke. Zum Glück war ich alleine, denn so konnte ich wieder ein bisschen vor mit hinweinen. Als ich auf den schmalen asphaltierten Weg, zwischen den Wiesen, blickte, entdeckte ich eine, mit Kreide gezeichnete Ente. In der Ente waren zwei Buchstaben: DH. Mein Mann heißt Holger. Und da war er wieder der Regenbogen am Horizont. Der Regen hörte abrupt auf. (Das Foto habe ich ca. drei Monate danach gemacht, aber man kann die Buchstaben mit viel Vorstellungskraft noch erkennen). Eineinhalb Monate später waren wir wieder zusammen.

Mit dem Regenbogen gehen

Im September war ich auf dem Jakobsweg. Ich hatte das Ganze schon im April gebucht. Und auch, wenn ein Teil gar nicht mehr weg wollte, weil ich lieber zu Hause bei Holger und unserem neuen Hund Emma geblieben wäre, war da ein Teil, der dieses Abenteuer erleben wollte. Also zog ich los. Nach Spanien. Ohne wirkliche Spanischkenntnisse, meiner grottenschlechten Orientierungsfähigkeit (die mich trotzdem immer wieder nach Hause bringt) und falschem Schuhwerk.

Nach ein paar Tagen wollte ich schon alles hinschmeißen. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich von der Mauer, auf der ich am Wegesrand lag, um Pause zu machen, gar nicht mehr aufstehen wollte. Ich beobachtete, total fertig, die Wolken am Himmel. Und völlig unscheinbar schob sich hier und da ein kleiner Regenbogen im Ansatz durch die Wolken.

Wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwie ein Regenbogen her …

Mein letzter Regenbogen im Jahr 2016 zauberte mir wieder ein Lächeln ins Gesicht: Als ich die letzte Horrornacht in Spanien, bei Gewitter im knastähnlichen Stockbett in Barcelona-Zwischenflugstation verbrachte, war ich einfach nur froh, als ich am Morgen in das Flughafentaxi Richtung Nürnberg stieg. Zwar verstand ich nicht, was der Fahrer auf Spanisch sagte, aber ich folgte mit meinem Blick dahin, wo sein Zeigefinger hindeutete: Zu einem riesengroßen Regenbogen am Horizont, denn „Hinterm Horizont geht’s weiter, einer neuer Tag …“ ♥

Alles begann in diesem Jahr mit einem Regenbogen. Der erste gab mir Freude auf meinem Weg nach Hause in eine unbestimmte Zukunft. Der zweite schenkte mir Trost. Der dritte Mut und Zuversicht. Der vierte erinnerte mich daran, dass es immer wieder weitergeht. Und der fünfte gab mir, wiederum auf dem Weg nach Hause, Gewissheit, dass immer alles gut ausgeht. Denn: Das Leben hat immer Recht.

→ Hier findest du meine Geschichten, die ich auf dem Jakobsweg erlebt habe.