Beiträge

Ich habe gekündigt

,

Ja, ich habe es getan. Und ich habe es mir wirklich nicht leicht gemacht. Doch manchmal muss man eine finale Entscheidung treffen. Auch meine Freundin und Mitautorin Steffie hat ihrem Job in der Klinik „Adieu“ gesagt.

Ich kann dir sagen, die letzten Monate waren für uns nicht leicht. Und vielleicht stehst du auch gerade vor einer beruflichen Veränderung.

Im heutigen Blogartikel erfährst du, was unsere zentralen Fragen zur Entscheidungsfindung waren, wie wichtig es ist, auf die Signale deines Körpers zu hören und wie es uns jetzt damit geht. Möge der Artikel dich inspirieren und unterstützen, egal, wo du gerade stehst.

Doch zuerst ein paar Fragen an Dich:

  • Liebst du den Job, den du machst von ganzem Herzen?
  • Würdest du ihn auch tun, wenn du keinen Cent dafür bekommen würdest?
  • Stell dir vor, jemand überweist dir jeden Monat bis an dein Lebensende 10.000 Euro – würdest du den Job dann immer noch machen?

Sei dabei bitte gnadenlos ehrlich zu dir selbst.

Nehmen wir als Beispiel diesen Magieletter: Ich bekomme keinen Cent dafür. Ich liebe es, ihn zu gestalten (auch wenn mich die Technik manchmal nervt ;-). Wenn mir jemand 10.000 Euro geben würde, würde ich nicht mit schreiben aufhören. Auch nicht mit all den anderen Dingen, die ich so sehr liebe, wie Workshops geben oder Menschen helfen.

Weißt du, die letzten Monate waren für Steffie und mich nicht einfach. Wir arbeiten seit fast einem Jahr an unserem Buch. Investieren sehr viel Zeit darin, etwas auf dieser Erde zu bewegen, mitzugestalten und unsere Ideen umzusetzen. Bisher sind wir damit finanziell nicht steinreich geworden. Mit unseren Teilzeit-Jobs hatten wir eine sehr sichere Arbeitsstelle und ein gutes geregeltes Einkommen, mit tollen Kollegen.

Im Grunde eine gute Sache.

Und doch ging es uns körperlich und mental zeitweise überhaupt nicht gut. Steffie hatte häufig Magenbeschwerden, ich Kopfschmerzen. Spannenderweise immer nur dann, wenn wir in die Arbeit mussten. Vor allem am Wochenbeginn.

Kennst du das ?

Ich kenne mittlerweile einige, die ähnliche Phänomene haben. Unser Körper gibt uns so oft Signale. Nur meistens nehmen wir sie gar nicht mehr wahr oder ignorieren sie.

Da Steffie und ich sehr feinfühlig sind, konnten wir das nicht mehr ignorieren. Hinzu kam diese Sehnsucht nach Freiheit, Eigengestaltung und Selbstentfaltung.

Steffies Traum war es schon immer, in einem Café zu arbeiten und Yoga zu geben. Alles, was sie davon abhielt, war ihre eigene Angst. Die Angst davor, einen gut bezahlten und sicheren Job aufzugeben – für Tätigkeiten, die viel weniger Geld einbringen und nicht beständig sind. Yogakurse sind völlig unterbezahlt und ebenso wenig ein guter Einkommens-Garant.

Ich hatte schon immer einen sehr starken Freiheitsdrang und kann mich noch gut an meine Studienzeit erinnern. Ich habe es so sehr geliebt, die Chefin über meinen Tag zu sein, das zu lernen, was mich wirklich interessiert und dabei noch genug Zeit für mein Training zu haben. Aber Selbständigkeit kam für mich nie in Frage, weil ich viel zu große Panik vor der finanziellen Unsicherheit hatte. Als gebranntes Kind von einem selbständigen Vater und Expartner hatte ich gelernt, dass Selbständigkeit nur Stress und bedeutet und obendrein die Gesundheit gefährdet. Ich hatte mir geschworen, dass ich das nie machen werde.

Ja, sag niemals nie.

Der Loslösprozess bei Steffie und mir, war ein Langer, Hartnäckiger und vor allem Zweifelnder. Tausend Emotionen, Fragen, Bedenken und Tränen. Und trotz all dieser übermächtig scheinenden Ängste war eine Kraft soviel stärker: Unser Herz.

Es hat uns gerüttelt und geschüttelt und fast angeschrien: Hör damit auf Dinge zu tun, die du gar nicht mehr wirklich tun willst, auch wenn sie im Moment sehr bequem sind – lass das endlich los!

Wir haben losgelassen.

Sind einfach gesprungen.

In ein neues Leben.

Nie werde ich den Moment vergessen, als ich Steffie das erste Mal dabei beobachtet habe, mit welcher Liebe sie ihre Kundinnen und Kunden im Café bedient. Mich hat das so sehr berührt und gleichzeitig so glücklich gemacht. Einfach weil SIE damit glücklich ist. Glück ist ansteckend, wenn Menschen auf ihrem Herzensweg sind. Überzeuge dich auf dem unterem Foto selbst.

 

Für mich gab es im Grunde genug Hinweisschilder für meinen Weg. Letztendlich kamen die letzten sanften „Schubser“ u.a von meinem Mann. Und ich bin ihm unendlich dankbar, dass er mittlerweile so sehr an mich glaubt und mich unterstützt.

Die letzten Tage vor meinem Kündigungsschreiben waren ebenso sehr richtungsweisend: In einer Meditation sagte eine sehr klare Stimme in mir „Spring, spring endlich!“. Sie war so laut und deutlich, dass ich fast erschrocken bin.

An dem Tag, an dem ich das Schreiben aufsetzte sagte ich zum Universum „Gib mir bitte eine Zeichen.“ Als ich dann unter der Dusche stand kam immer lauter das Wort „Freiheit“ in meinen Kopf. Es war so intensiv, dass ich es schon fast aus mir herausschreien musste.

Also setzte ich mich an meinem Computer. Zuletzt erblickte ich noch den aktuellen Facebook-Post meines Thai-Yoga-Ausbilders Tobias Frank, der schrieb „Tu jeden Tag etwas, wovor du Angst hast.“ Und ich tippte.

Du fragst dich jetzt vielleicht, ob wir unsere Entscheidungen schon bereut haben.

Steffie sagte neulich: „Ich weiß, dass ich viel weniger Geld bekomme, als vorher. Aber das ist mir so egal. Es macht mir soviel Spaß, was ich tue. Das Leben ist so genial.“

Ich persönlich bin sehr dankbar, dass ich diesen Schritt gewagt habe. Ich liebe alle meine Projekte und die Dinge, die auf mich zu kommen. Und dass ich mehr und mehr das Leben leben kann, dass ich von Herzen gerne leben möchte. Diese Gefühle von Dankbarkeit, Vorfreude und Freiheit möchte ich für kein Geld der Welt mehr eintauschen.

Alles Gute für deine Entscheidungen,

 

 

 

P.S. Wenn du dich dabei unterstützen lassen möchtest bin ich gerne an deiner Seite. Schreib mir einfach.

 

„Ich wünschte, es wäre schon vorbei“

, ,

Alles ist Dunkel.

Der Vorhang öffnet sich.

Das Licht geht an.

Gleich ist es soweit.

Gleich bin ich dran.

Gleich muss ich auf die Bühne.

Mein Herz macht bummbumm.

Ich wünschte, es wäre schon vorbei. Ich wünschte, ich würde schon in der Garderobe stehen und mich abschminken …

STOP! Wünsche ich mir das wirklich? Irgendwas läuft hier falsch. Ich wollte doch immer in einer Theatergruppe sein. Ist das gerade wirklich noch mein Wunsch? Will ich das WIRKLICH noch?

Zeitsprung.

Ich stehe am See und blicke auf’s Wasser. Meine Füße sind kalt. Aber bald wird mir warm. Aber ich will mich gar nicht anstrengen. Ich würde jetzt viel lieber chillen. Mein Herz macht bummbumm. Ich bin froh, wenn ich in meinen Laufschuhen bin, dann kann wenigstens nicht mehr viel passieren. Ich wünschte, ich hätte sie schon an. Ich wünschte, ich wäre schon im Ziel. Ich wünschte, es wäre schon vorbei …

Zeitsprung.

Morgen ist mein Workshop. Mein Herz macht bummbumm. Oh mein Gott, bin ich aufgeregt. Immer wieder auf’s neue aufgeregt. Wie wohl die Leute sein werden? Wie es wohl laufen wird? Keine Ahnung. Ich lass mich überraschen. Will ich, dass es vorbei ist? Dass ich es schon hinter mir habe? Never ever! Ich will das machen. Ich will es ausprobieren! Ich will schauen, welche Inhalte gut funktionieren und welche vielleicht nicht, damit ich sie optimieren kann. Ich will wissen, wie es sich anfühlt, ob ich die Menschen berühren kann, sie zum Lachen bringen kann. Ich will es mit all meiner Präsenz erleben und mein Bestes geben!

Kannst du den Unterschied fühlen?

Das alles waren Momente aus meinem Leben. Die ersten beiden Situationen waren für mich damals ein klares Zeichen, dass ich das gerade nicht mehr machen will. Weil ich diesen einen Satz gedacht habe: „Ich wünschte, es wäre schon vorbei“. Wenn dieser immer öfter auftaucht, ist das für mich DAS Signal, dass ich nicht mehr zu 100% mit meinem ganzen Herzen dabei bin.

Und jetzt zu dir.

Hast du dir diesen Satz auch schon einmal gedacht? Sei ehrlich. Nicht zu mir. Sondern zu dir selbst. Was möchtest du immer häufiger in deinem Leben gerne überspringen? Du musst nicht sofort eine Antwort haben. Gib dieser Frage Raum und Zeit.

Zwischendurch: Inspiration von Steffi

Steffi habe ich im Trainingslager in Lanzarote kennengelernt. Wow. Diese Frau liebt schwimmen. Ich habe noch nie jemanden erlebt, der Schwimmen so sehr liebt wie sie. Wie ihre Augen leuchten, wenn sie darüber spricht. Wie ihr ganzes Gesicht strahlt, wenn sie aus dem Wasser kommt. So auch ein paar Monate später beim Challenge Regensburg, wo sie in der Staffel geschwommen ist. Sie kam aus dem Wasser voller Energie und ist vor BeGEISTerung auf- und abgehüpft mit den Worten „Das war so geil! Das war so geil! Das war so geil!“ Sie hat sich vor Freude gar nicht mehr einbekommen. Sie würde um kein Geld der Welt ihr geliebtes Schwimmen überspringen wollen.

Kleines Achtung.

Nicht jedes „Ich wünschte, es wäre schon vorbei“ ist zwangsläufig ein Zeichen, hier die Zelte sofort abzubrechen und woanders aufzubauen. Nein. Es kann eine sanfte Aufforderung sein, genauer hinzuspüren, was da ist und warum du das denkst. Vielleicht braucht es noch Zeit, bis dir klar wird, warum dieses Gefühl da ist. Vielleicht ist es auch nur Angst und das Leben will, dass du durch diese Angst gehst, damit du sie endlich loslassen kannst. Damit du das JETZT in vollen Zügen genießen kannst. Mit allem was ist. Das wünsche ich dir!

PS: Ich bin vor meinen Workshops und Seminaren immer noch aufgeregt. Und trotzdem will ich dadurch. Ich würde es um nichts auf der Welt vorspulen oder überspringen wollen, damit es einfach so auf Knopfdruck wieder vorbei ist. Doch falls es einmal soweit kommen sollte, dann weiß ich, was zu tun ist ;-)

 

Mein Jakobsweg als Yogitriathletin – Teil 1: Zwei Welten prallen aufeinander

, , , , , ,

doris_kessel_haende_rucksack„Und was willst du am Tag so laufen?“ war so die Standardfrage derer, denen ich von meinem Vorhaben erzählt habe. Ich sagte: „So 20-25 Kilometer am Tag. Ganz easy.“ Ich dachte mir, früher bin ich das lockerflockig als Wechsel nach 90 Radkilometern gelaufen. Sollte also kein Problem sein. Auch auf die Frage, ob ich meine Schuhe eingelaufen hätte, konnte ich getrost sagen: „Ja, in Island beim Wandern.“ Nur hatte ich den Temperaturunterschied nicht bedacht …

Ich war auch überzeugt, dass ich mittlerweile völlig entspannt bin, was das Nicht-Planen angeht. Einfach loszulaufen und zu schauen, wie weit ich komme und wo ich übernachte. Den Kilometerplan hatte ich ja nur so grob gemacht. Und ich wollte auf keinen Fall in einer Herberge übernachten. Hape Kerkeling hat mich überzeugend davon überzeugt, dass Herbergen nichts für mich sind und ich lieber in eine Pension möchte.

Der Jakobsweg (Camino) hat mich eines besseren belehrt :-) Ja, ich habe sehr viel gelernt und das möchte gerne mit dir teilen. Jedoch weniger als Reise- oder Lebensratgeber, sondern einfach als eine Geschichte, aus der du dir rauspicken kannst, was für dich passt.

Jakobsweg! Jakobsweg?

doris_kessel_mesetas_weg_endlosIm April wollte ich unbedingt den Weg gehen. Im Grunde hatte er mich seit dem Hörbuch „Ich bin dann mal weg“ fasziniert. Jedoch war es zu der Planungszeit eine komplett andere private Ausgangslage. Ich war an einem Punkt in meinem Leben, wo mir alles recht war, um weit weg von allem zu sein. Denn mir ging es gar nicht gut. Mein Mann und ich hatten uns getrennt und ich habe brutal gelitten. Wir haben gelitten. Und nun waren wir wieder zusammen und es fühlte sich so schön an. Im Grunde wollte ich gar nicht weg, sondern lieber bei ihm und unserem neuen Hund bleiben. Aber schließlich hatte ich ja gebucht und irgendein Teil von mir wollte diese Erfahrung machen. Also bin ich dann doch mal weg. Mit dem Flieger nach Bilbao, denn ich wollte von Burgos los. Aufgrund meines mangelnden Resturlaubes waren maximal 20 Tage drin. Hätte ich vorher gewusst, dass der Weg durch die Mesetas der langweiligste Teil ist, wäre ich von Beginn oder noch später eingestiegen. Aber es sollte wohl so sein.

In Spanien spricht man spanisch

Angekommen am Flughafen in Bilbao lief alles super. Ich habe sofort den Bus zur Estacion de autobuses gefunden und der war mit 1.45 Euro richtig günstig und schnell am nächsten Ort. Ich war viel zu früh dort, es dauerte ganze drei Stunden, bis mein bereits gebuchter Bus nach Burgos fuhr. Also entschloss ich mutig an der Information zu fragen, ob es einen Bus früher gäbe – und wurde das erste Mal mit einen mangelnden Spanischkenntnissen konfrontiert. Die meisten Spanier sprechen nämlich kein englisch. Und es ist ihnen auch relativ egal, ob du verstehst, was sie sagen. Sie plappern einfach munter weiter. Irgendwann gibst du es einfach auf und lächelst und nickst. Eigentlich haben sie ja recht. In Spanien spricht man eben spanisch.

Ich hatte Glück, ich konnte mein Ticket umbuchen und 2.5 Stunden früher los. Das war wirklich prima, denn so kam ich nicht bei Dunkelheit in Burgos an. Als hätte ich schon geahnt, dass meine mangelnde Orientierung mich dazu bringt, geschlagene 40 Minuten nach dem Hotel zu suchen, das laut Plan nicht einmal einen halben Kilometer von der Bushaltestelle entfernt war.

So wurde ich mit meiner nächsten Schwäche konfrontiert: Nach dem Weg fragen. Ich bin da mehr, wie ein Mann. Ich will den Weg alleine finden und frage nur ungern. Schon gleich gar nicht mehrmals, weil ich mich wieder verlaufen habe. Und wieder traf ich fröhlich plappernde spanisch-und-nicht-englisch-sprechende Spanier, die nur ungefähr ahnten, wo ich hinwill. Und schon wieder kam die nächste Konfrontation: meine Ungeduld. Dass diese Spanier die Straßennamen nicht gut sichtbar an die Kreuzung anbringen können, sondern irgendwo an einer Häuserwand, die man erst suchen muss. Vielleicht hätte ich doch meine Brille mitnehmen sollen …

Endlich im Hotel angekommen, freute ich mich darauf, die schweren Wanderstiefel auszuziehen und auf eine Dusche. Wie stolzdoris_kessel_wein war ich auf mein Minimalismusprinzip und meine Ideen, was man alles mehrfach verwenden konnte, z.B. mein abgefülltes Kokosöl. Nur zu dumm, dass das ausgelaufen war und mein ganzer ultra-leichter Kulturbeutel mit samt dem Inhalt umhüllt war von Kokosöl. Naja, wenigstens roch es gut. Also erst einmal alles sauber machen. Ein bisschen schimpfen und den bereitgestellten Rotwein trinken. Hab ja schließlich Urlaub. Dann nach Hause schreiben, duschen und ab ins Bett.

Endlich geht es los, oder auch nicht

Ich bin im Training manchmal wie ein Rennpferd in der Box, kurz bevor die Türen aufgehen. Ich will dann einfach endlich los und vor allem raus in die Natur. Wie stolz war ich, dass ich gleich um 10 Uhr morgens den Startpunkt an der Kathedrale gefunden hatte, so wie er im Wanderführer stand. Yes. Nur stimmte die weitere Beschreibung nicht mit dem überein, was ich sah. Hm, vielleicht hätte ich mir einen aktuellen kaufen sollen und nicht einen von 2012 aus der Stadtbibliothek leihen sollen … aber, Doris, Jakobswege ändern sich doch nicht.

doris_kessel_kathedrale_burgosDann laufe ich einfach mal drauf los, die grobe Richtung ist am Fluss entlang, das wird schon irgendwie stimmen. „Lass dich treiben und führen“ sprach sogleich die Yogastimme – „Frag gefälligst nach, wir haben schon zu viel Zeit verloren und hast du überhaupt schon das GPS aktiviert?“ konterte die Triathletin. Natürlich nicht. Und so war es dann jeden Morgen, ich habe schön regelmäßig vergessen, auf Start zu drücken. Auch eine Leistung :-)

Zum Glück traf ich einen netten Spanier, dessen Handbewegungen darauf schließen ließen, dass ich richtig war. Und tatsächlich war es so, denn freudestrahlend erblickte ich die erste Jakobsmuschel, die mir den Weg wies. Und schon kam der kleine Checker in mir hoch, der imaginär zu meinem Mann sagte: „Von wegen mangelnde Orientierung. HA!“

Das machte Spaß. Nur was war mit meinen Schienbeinen los, warum taten die jetzt schon weh? Und warum scheuerten die Rucksackträger im Nacken? Zum Glück hatte ich mein Headtuch dabei, als Abhilfe. Und das war mir ein treuer Begleiter, auch als Sonnenschutz für den Nacken. Und es sollte verdammt heiß werden …

So lief ich dann dahin, stolz, wie eine ganz Große. Immer entlang den Wegmarkierungen. Cremte mich brav ein. Trank regelmäßig und machte kreative Fotos. So konnte es weitergehen. Bis auf dieses Ziehen in den Schienbeinen … und was war das? Eine Scheuerstelle am Fuß – gleich zupflastern! Das bedeutet: alles ablegen und Suchaktion in den unendlichen Weiten des Rucksacks starten. Obwohl der eher klein war. Und da war sie wieder meine Ungeduld – warum hat noch niemand den ultimativen Knopf erfunden, so wie bei einem Getränkeautomaten? Pflaster marsch und zwar PRONTO!

 

Viel zu früh am 1. Etappenziel

Halb vier? Was soll ich denn schon um halb vier in der Pension? „Lauf weiter“ sagte die Stimme in mir. Als hätte ich schon geahnt, dass es wichtig ist, weiterzulaufen. Damit ich Menschen treffe, die mir helfen, dass ich nicht gleich aufgeben muss.

doris_kessel_mesetas_sonnenblumenAlso lief ich weiter. Strahlend blauer Himmel. Goldgelbe Felder. Und viele viele Sonnenblumen.

Autsch, wieso tun den die Füße auf einmal so weh? Und warum ist weit und breit niemand mehr zu sehen? Und da war sie, die Angst, die ich mir hab machen lassen von Kommentaren wie „Du willst gaaaaanz alleine als Frau laufen? Ist das nicht gefährlich? Du weißt schon, dass da immer wieder was passiert …“

Na toll, also eine Runde EFT-Klopfen und gute Musik einlegen – auch wenn der innere Yoga-Kritiker sagt: „Pah, so funktioniert das nicht mit dem In-die-Stille-kommen und der Laufmeditation!“ – „Mir egal, ich brauche das jetzt!“ Da waren sie wieder diese Stimmen und es ging weiter: „Ich hab keine Lust mehr. Ich hab Durst. Waaaas, noch ganze fünf Kilometer bis zum nächsten Ort?“ – „Jetzt stell dich nicht so an, das bist du sonst in 25 Minuten gelaufen“ – „Ja, aber mit Laufschuhen und ohne diesen dämlichen Rucksack!“

Ich blickte nach links und sah in ein herzliches Gesicht mit einem lieben Lächeln, Sonnenhut auf dem Kopf und zwei weitere sympathische Gesichter. Und sie sprachen deutsch. Was für einen Wohltat! Und schon stand ich vor einem Wegweiser, der Wasser in unmittelbarer Nähe versprach. Ob das wohl noch weit war? Überrascht über meinen Mut, fragte ich die drei netten Menschen, ob sie wüssten, ob das weit wäre. Was für ein glücklicher „Zu-Fall“, dass sie auch Wasser brauchten.

Bleiben oder gehen?

„Hach ist es hier herrlich!“ und Nina hatte recht: Was für eine Oase mitten in der Natur! Eine kleine Herberge mit einem Mininaturpool. Außenherum genossen andere Pilger die Sonne. So auch Nils auf seiner Hängematte, die er tatsächlich immer mit sich herumträgt. Schnell kommt man ins Gespräch und es fühlt sich gut an. So ungezwungen. Das mag ich. Dieses Gefühl von „wir sind alle gleich“. Ein Teil von mir wäre hier gerne geblieben, aber sie hatten keine Einzelzimmer. Die anderen drei, Tim, Nina und ihr Freund Micha, waren auch am Überlegen, ob sie bleiben wollen.

Aber wir entschieden uns, weiterzugehen. Doch zuerst: Füße ins Wasser halten. Ooohh meeeiiin Gootttt! What a feeling! Was für eine Wohltat. Und auf das Geschwätz „man soll seine Füße nicht ins Wasser halten, wenn man noch weiterlaufen will, weil dadurch das Blasenrisiko steigt“ wollte ich gerade überhaupt nicht hören. Wir alle wollten das nicht hören. Hätte ich mal besser darauf gehört …

Verwirkliche deinen Traum!

, , ,

IMG_14Silke Adler hat es getan: Sie hat ihren Job für eine Weltreise gekündigt und gerade am letzten Tag dieser Reise bekommt Sie die Inspiration für Ihren Traumjob: ein eigenes Floating Studio zusammen mit ihrem Geschäftspartner. Als Entspannungsfreak musste ich das selbst ausprobieren, bin glatt eingepennt :-) Und natürlich ist es mir sehr wichtig, solche Menschen wie Silke zu unterstützen, die den Mut haben, ihre Träume zu leben – und habe sie gleich befragt:

Wie bist du darauf gekommen ein Floating Studio mit deinem Geschäftspartner zu eröffnen?

Silke: Wir haben eine Weltreise ein halbes Jahr lang gemacht und waren am Ende in einem Meditationsretreat in Thailand. Am letzten Tag hat der Lehrer erwähnt, dass es ein Medium gibt, wo man ohne jahrelange Meditationsübung leicht in einen meditativen Zustand kommen kann – Floating. Nach vielen Recherchen und mehrmaligem Ausprobieren sind wir davon mehr als überzeugt gewesen. Außerdem gab es das im Kreis Nürnberg, Fürth und Erlangen noch nicht, sodass wir anstatt das nur für uns privat zu installieren es allen Menschen ermöglichen wollten und so entstand die business Idee. Unsere vorherigen Berufe als BWLerin und Rechtsanwalt haben uns bei der Selbstständigkeit natürlich gut geholfen.

Wie war der Weg bis hierher?

Silke: Wir haben vor einem halben Jahr eröffnet. Die passenden Räumlichkeiten zu finden und der ganze aufwendige Umbau mit der vielen Technik war schon sehr anstrengend,. Aber es hat sich alles gelohnt und ist glücklicherweise so geworden, wie wir uns das vorgestellt haben.

Was würdest du genauso wieder machen und was anders?

Silke: Bisher bereuen wir nichts! :-) Die Selbständigkeit ist das Richtige für uns und das Produkt bzw. die Dienstleistung ist auch toll mit den vielen verschiedenen Wirkweisen.

Selbständigkeit hat viele Vorteile, birgt jedoch auch ein gewisses Risiko. Was war der Grund, warum du Selbständig sein wolltest?

Silke: Früher hat man mich immer gewarnt, dass das zu risikoreich und anstrengend ist, man hat nie frei usw. Da ist schon etwas Wahres dran, man ist mindestens in Gedanken immer im Geschäft. Aber ich war jahrelang angestellt und hab in jeder Position sehr eng mit der Geschäftsleitung zusammengearbeitet, sodass ich eine sehr gute Vorbereitung und weitgehende Einblick in ein Unternehmen hatte. Unsere beiden Väter sind auch selbstständig, d.h. wir kennen das schon ein bisschen. Trotzdem ist es ein riesen Schritt und natürlich gab es Nächte, wo ich vor Sorgen kein Auge zugemacht habe. Aber mit Zuversicht und Vertrauen in sich und das Leben sowie der Überzeugung vom Geschäftszweck überwiegt die Erfüllung auf jeden Fall. Und mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, dass man flexibel und offen bleiben muss, wenn mal was nicht nach Plan läuft. Und das passiert! ;-)

Du interessierst dich auch für mentales Training und ganzheitliche Gesundheit. Wie hat es dir dabei geholfenIMG_18 deinen Weg zu gehen und deinen Traum zu leben?

Silke: Ich glaube generell unsere Weltanschauung und unser persönlicher Weg mit der Beschäftigung mit Meditation, Yoga Philosophie, Entspannung und körperlicher & geistiger Gesundheit hat uns geöffnet für das Thema Floating und uns dahin geführt. Floating kann auf so vielen Ebenen helfen. Es versetzt den Körper und das Gehirn in einen entspannten und regenerativen Zustand und verhilft den Menschen zu besserer Gesundheit und mentaler Kraft, es hilft gegen Schmerzen und Hautkrankheiten, und wirkt gegen stressbedingte Krankheiten vorbeugend. Auch Sportler haben große Vorteile durch Floating, z.B. hilft es gegen Muskelkater, weil es den Laktatabbau fördert, dient als Visualisierungsmedium, bei Schmerzen, verspannten Muskeln, Verletzungen und einfach zur Regeneration und Steigerung der Leistungsfähigkeit.

Was hast du für Tipps für andere, die auch tolle Ideen haben, sich aber nicht trauen, diese in die Tat umzusetzen?

Silke: Naja es braucht schon Mut! Es hilft sehr, dass wir zu zweit sind und uns gegenseitig unterstützen und motivieren können. Außerdem muss man flexibel sein und wenn die Business-Idee kostenintensiv ist, muss man sich auch trauen zu investieren. Aber wenn man von seiner Idee und dem Konzept komplett überzeugt ist und es richtig und in jede Richtung durchdacht hat und es wirklich will, kann eigentlich nichts schief gehen. Und selbst wenn, gibt es immer Möglichkeiten, Mittel und Wege. Man muss dann eben umdenken und nicht gleich in eine Angststarre verfallen. Alles ist möglich!

Was wünschst du dir für dich und deine Zukunft?

Silke: Dass wir weiterhin vielen Menschen helfen können! Wir haben ja auch eine Masseurin und einen Physio- und Schmerztherapeuten & Gesundheitscoach im Team. Wir alle ziehen an einem Strang und versuchen den Menschen zu guter Gesundheit zu verhelfen. Für mich persönlich wünsche ich mir ebenso, dass ich gesund bleibe, denn ohne Gesundheit ist alles nichts! ;-)

Vielen Dank, Silke, für die tolle Erfahrung und deine Zeit!

Bildquelle: augenblickeundmehr.de , Jana Simon Fotografie

Lebe dein Potential!

, , , ,

Motivation_mit_Doris_KesselSchöne drei Worte. Doch was verbirgt sich dahinter? Und was passiert, wenn ich das nicht tue? Wenn ich nicht lebe, was sich tatsächlich in mir verbirgt und unbedingt nach außen treten möchte? Das kann ich dir sagen: Du wirst immer das Gefühl haben, dass dir etwas fehlt. Du wirst niemals voll und ganz in deine wahre Kraft kommen. Vielleicht wirst du es irgendwann psychisch merken und letztlich auch physisch, weil dein Kopf unmittelbar mit deinem Körper verbunden ist. Gedanken sind Energie und erzeugen wiederum Emotionen. Und diese Energie und Emotionen müssen ja irgendwo hin. Wenn du sie unterdrückst, manifestieren sie sich logischerweise in deinem System.

Ich habe ganz lange unterdrückt, was wirklich in mir ist und ich arbeite jeden Tag an mir, um in die Tiefen meines Systems vorzudringen. Dabei entdecke ich immer neue Dinge, von denen ich nie gedacht hätte, dass sich das in mir befindet. Und das ist nicht immer angenehm. Jedoch sind das auch wichtige Schritte, das alles zu erkennen, damit du es frei lassen kannst. Denn auch diese Dinge können dich davon abhalten, dein wahres Potential zu leben. Sie blockieren dich.

Nun stellst du dir vielleicht die Frage, was deine Potentiale sind. Da gibt es viele Möglichkeiten, das herauszufinden. Wenn du einen guten Zugang zu dir selbst hast, dann sind das die Dinge, die dir ein Leben lang immer mal wieder im Geist herumschwirren. Dinge, die du schon als Kind total gerne machen wolltest. Dinge, auf die du immer wieder sanft (oder unsanft) aufmerksam gemacht wirst. Und, um das zu erkennen, brauchst du einen sehr wachen, bewussten und offenen Geist.

Frage dich selbst:

  • Wenn ich alles Geld der Welt und keine Angst vor gar nichts hätte, was würde ich dann am allerliebsten tun?
  • Warum bin ich heute Morgen aufgestanden? Für was will ich wirklich leben?
  • Was soll mein persönliches Lebenswerk sein? Wie soll dafür meine Grabrede lauten?
  • Was gibt mir am allermeisten Energie? Wann bin ich im „Flow“ und vergesse alles um mich herum?
  • Was erfüllt mein Herz voll und ganz und macht mich endlos glücklich?

HERZ über Kopf – Gastbeitrag von Steffie Eckrich

, , , , ,

Wieder ein wunderbarer Gastbeitrag von meiner lieben Steffie.

Vielen Dank für die phantasievolle Beschreibung dessen, wie man mit Zetteln als „Bodenanker“ arbeiten kann, um sich seiner Ziele noch bewusster zu werden.

Herz_ueber_Kopf_Coaching_PhantasieEs ist ein Donnerstag Vormittag im Oktober. Auch wenn es mir gerade mehr als „spuky“ erscheint und mein Kopf, bevor ich beginne, schon in den Bewertungs-Erwartungs-Autopiloten-Modus schalten möchte, probiere ich es JETZT einfach mal aus.

Stell dir vor, du könntest die Straße von deinem Herzen zu deinem Kopf einfach kurzzeitig einmal abknipsen. Du nimmst nur noch die kreisrunden Bewegungen auf der Straße zu deine Herzen wahr. Du spürst und fühlst in dich hinein. Abgekoppelt von jeglichen Denken, von deinem inneren Kritiker, weg von dem ganzen „Mindfuck“. Nur DU und deine SINNE.

Ein Stift. Fünf Zettel.

Ich beginne auf jeden Zettel ein Wort zu schreiben, wo meine berufliche Zukunft hingehen soll. Drehe die beschrifteten Zettel um und mische sie durch. Völlig wahllos lege ich sie nacheinander auf den Boden und stelle mich dann barfuss auf jeden Einzelnen davon.

Ich blende alles um mich herum aus, lasse die Außenwelt draußen.

Dann schreibe ich auf jeden der Zettel meine Empfindungen.

Es ist wie ein kleiner SINNEsrausch – und mir fallen wieder Textpassagen von Andreas Bourani ein:

  • Was tut dir gut, wo gehörst du hin?
  • Weißt du, wo deine Wege sind?
  • Kannst du dich finden, so wie ein Kind, das nicht sucht, sondern beginnt?
  • Brauchst du ein Zeichen, ein kleines Licht?
  • Vielleicht einen Freund der mit dir spricht?
  • Brauchst du ein Wunder, das dich heilt?
  • Oder brauchst du einfach Zeit?
  • Wohin würdest du gern gehen?
  • Und was würdest du erzählen?
  • Vielleicht würd ich dich verstehen …

Als ich am Ende meiner Ich-stell-mich-dann-mal-auf-die-Zettel-Aktion war, die mein Kopf zu Beginn ziemlich blöd fand, als Doris mir den Tipp gab, kam Erstaunliches dabei heraus:

Auf Zettel Nummer 1 – da wird mir ganz kalt – wie ein Schauer – der mich durchfährt, ein „Unwohl-sein“ kommt in mir auf – ich drehe das Blatt um, zu lesen sind die Worte: Hospiz-Palliativstation

Auf Zettel Nummer 2 – verspüre ich ein Ohrensausen – das sich unangenehm in mir ausbreitet – ich drehe das Blatt um, zu lesen sind die Worte: Andere Intensivstation

Auf Zettel Nummer 3 – da kommt „NICHTS“ – ich drehe das Blatt um – zu lesen ist das Wort: Dialyse

Auf Zettel Nummer 4 – wird es unter meinen Füßen warm – ich drehe das Blatt um, zu lesen ist das Wort: Studium

Auf Zettel Nummer 5 – durchströmt mich ein ganz angenehmes-wohliges-Kribbeln, Vorfreude, mein Herz tanzt, es macht vor Aufregung einen kleinen-Hüpferer – es ist „wie zu Hause ankommen“ – ich drehe das Blatt um, zu lesen ist das Wort: Yogaausbildung

Andreas Bourani stimmt die letzten Worte seines Liedes „Was tut dir gut“ an. So, als würde er sie ganz alleine nur für mich singen: Und dann folgst du deiner Stimme, dich lenken nur noch deine Sinne.

Zeitsprung.

Ein halbes Jahr ist vergangen. Es ist ein Sonntagabend im März. Ich habe tatsächlich auf mein Herz, meinen inneren Taktgeber vertraut, der in jedem Moment meines Lebens für mich schlägt und kein besserer Ratgeber sein könnte, da er viel klüger ist als mein Verstand.

Auch, wenn es mir manchmal schwer fällt und ich immer wieder auf der Straße von meinem Herzen zu meinem Kopf unterwegs bin, anstatt den Aufzug nach unten zu meinen Füßen zu benutzen. Dorthin, wo ich mich erden und verwurzeln kann, damit ich mit beiden Beinen fest am Boden stehe.

Ich beginne Ende April meine Prana-Vinyasa-Flow-Yogaausbildung. Ich bin gespannt wohin mich diese Reise führt. Welche Fortbewegungsmittel ich dabei nutze und welche Richtungen ich einschlage.

Hinein in ein neues Abenteuer des Lebens. HERZ über Kopf.