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Die Reise zu meinem Krafttier

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Schamanismus fand ich schon immer faszinierend. Ich mag alte Traditionen und Rituale. Dinge, die schon so lange Bestand haben und einfach zeitlos sind. Und kraftvoll zugleich.

Wie praktisch, dass mein Thai Yoga Lehrer, Tobias Frank, bei unserer Ausbildung von einer neuen Fortbildung erzählt hat, die er zusammen mit der bezaubernden Jennie Appel ein gutes halbes Jahr anbietet: Seelenzeit – Thai Yoga & Schamanismus. Natürlich musste ich dahin!

Das Ganze ist jetzt ein halbes Jahr her – und trotzdem noch so unglaublich präsent. Was für ein Abenteuer. Was für eine Herausforderung. Die mich selbst wieder an meine Grenzen brachte. Vor allem, als Jennie am vorletzten Abend sagte, dass die Trommel zurück zu mir will. Ich wäre am liebsten davon gelaufen! Ich war noch nicht bereit, die Verantwortung für so viele andere Menschen gleichzeitig zu tragen. Zumindest dachte das meine Angst.

Weinen vor fremden Menschen?

Ehrlich gesagt, bin ich nicht so der mutige Typ, der in einer Gruppe vor fremden Menschen zu viel von sich preis gibt. Vor allem am Anfang bin ich etwas zurückhaltend. Doch in diesen drei Tagen konnte ich meine persönliche Selbstschutzmauer nicht lange aufrechterhalten. Die Gefühle, Emotionen und Bilder in mir waren einfach zu stark. Mein Herz hat in manchen Gesprächsrunden so doll an meine Brust gehämmert, dass bestimmte Worte einfach aus mir heraus wollten. Da gab es kein Zurückhalten mehr.

Was hat es mir Mut gekostet, vor allem, vor anderen zu weinen. Sich verletzlich und berührt zu zeigen. Dinge zu teilen, die ich sonst nicht mit fremden Menschen teilen würde. Die im Grunde nach so kurzer Zeit überhaupt keine Fremden mehr waren. Jennie Appel und Tobias Frank haben einfach wundervolle Arbeit geleistet!

Mein Krafttier

Wir sind durch die verschiedenen Elemente gereist und auch in die Anderswelt zu unserem Krafttier. Was hat sich mein Ego eingebildet, es müsste ein besonders magisch-kraftvoll-cooles Tier sein. Sowas wie ein Wolf oder ein schwarzer Puma.

Aber da hat mir meine Seele und die Spirits schön den Zahn gezogen. Und gleichzeitig haben sie mich so sehr überrascht, dass ich total perplex und berührt zugleich wahr. Plötzlich verstand ich, warum es ein ganz anderes Krafttier war, dass ich in diesem Lebensabschnitt viel dringender brauchte.

Du willst jetzt bestimmt wissen was es war, oder? Es war ein Elefant. Unglaublich in sich selbst ruhend und doch total verspielt. Er hat mich zu einem Teich mitgenommen und mich liebevoll mit Wasser nass gespritzt. Ich durfte mich an ihn anlehnen und fühlen wie es ist, so groß und kraftvoll zu sein – und zugleich ein „dickes Fell“ zu haben. Sich in Geduld und Bescheidenheit zu üben, fest am Boden zu stehen und trotzdem einen gewissen Schalk im Nacken zu haben. Und auch ein Elefant kann seine Grenzen ziehen, wenn es ihm zu viel wird.

Wie wundervoll, dass ab diesem Moment mein neues Krafttier an meiner Seite war. Dessen Fähigkeiten und Stärken ich nie so sehr auf dem Schirm hatte. Jennie ergänzte noch, dass Elefanten für Weisheit stehen und die Verbindung uralter Traditionen. Also genau das, was ich so sehr liebe. Dieses kostbare alte Wissen zu bewahren und zu verbinden, weil sowieso alles miteinander verbunden ist.

Du möchtest, in Verbindung mit Yoga, auch eine Reise zu deinem Krafttier machen?

Dann ist mein neues Schnupper-Event vielleicht etwas für dich: Reise zu deinem Krafttier

Hier gelangst du zum neuen Fortbildungstermin: Seelenzeit – Thai Yoga & Schamanismus

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Gedankenflimmern im Biergarten – von Stefanie Eckrich

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WerbeFabrik / Pixabay

Ein lauer Sommerabend irgendwo in einem Biergarten.

Es ist schon dunkel geworden. Musik und Gesang verzaubert die Umgebung. Noch immer sitzt der Mann ganz alleine an einem der Tische. Vor ihm steht ein Krug mit Bier. Sein Kopf gesenkt, seine Haltung gebückt. Er sieht traurig aus.

Doris und ich sitzen einige Meter vom Tisch des Mannes entfernt. Er war uns beiden schon, als wir den Biergarten betreten haben, aufgefallen. Wir sehen uns an und plötzlich spricht Doris das aus, was auch gerade mich innerlich bewegt.

Dem Mann etwas Gutes tun … sich einfach zu ihm an den Tisch setzen. Vielleicht ein paar Worte mit ihm auszutauschen. Ihm für einen Moment unsere Gesellschaft schenken.

Doch was ist, wenn es dem Mann gar nicht recht wäre, wenn wir das tun würden? Wenn es sich hierbei nur um unsere Gedankenkonstrukte, unsere Art von Wahrnehmung, unsere Sicht, unseren Blickwinkel handeln würde? Und wir dabei seine Grenze überschreiten würden? Einen Platz einnehmen, der gar nicht für uns bestimmt ist?

Plötzlich hebt sich der Kopf des Mannes. Er nimmt Haltung an, als ein anderer junger Mann an den Tisch kommt und ihm ganz selbstverständlich seine Gesellschaft schenkt – in dem er sich ihm gegenübersetzt, seinen Bierkrug anhebt und sich die beiden zuprosten.

Etwas magisches geschieht in diesem Moment: Für einen Moment weicht die Traurigkeit aus dem Gesichtsfeld des Mannes. Ein Lächeln huscht über seine Lippen, während die beiden ein paar Worte austauschen.

So selbstverständlich der junge Mann gekommen war, so selbstverständlich verlässt er ein paar Augenblicke später wieder den Tisch.

Doris und ich sehen uns an und lächeln.

Es sind diese kleinen-feinen-zauberhaften Momente des Lebens, die unsere Augen funkeln lassen, unser Herz berühren und uns bewusst werden lassen, das es da, um uns herum, so etwas wie Verbindung und Magie gibt.

In DANKBARKEIT an das Leben und an die unendliche Weite des Universums …

„Du kannst nicht gewinnen, wenn du nicht spielst“

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Vor ein paar Jahren, während meiner MentalCoach Ausbildung, sagte mein Ausbilder und Coach Peter: „Du hast die Wahl, ob du am Spielfeldrand stehen oder, ob du mitspielen möchtest.“ Irgendwie hat mir das Angst gemacht. Es hat mich an Völkerball in der Schule erinnert. Ich war immer froh, wenn ich außen stand. Ballspiele waren gar nicht meins. So konnte ich nicht Gefahr laufen, „abgeschossen“ zu werden …

Ungefähr 1,5 Jahre später hatte ich ein sehr intensives Gespräch mit meiner liebsten Trainerkollegin Marion, die der Auslöser dafür war, dass ich die MentalCoach Ausbildung machte. (Danke Marion!) Jedenfalls sagte sie ein paar Dinge, die mich sehr lange beschäftigt hatten. Sie meinte, dass Leben sei nur ein Spiel und es ginge nicht darum, irgendwo hinzukommen, weil du schon da bist. Es ist egal, ob man scheitert oder nicht. Es ginge nur darum, zu spielen und Freude daran zu haben – natürlich auch am gewinnen.

Wie? Ein Spiel?

Diese Aussage hat heftigen Widerstand in mir ausgelöst. Schließlich wollte ich ja immer wohin. Ziele erreichen. Bloß nicht scheitern. Aufgaben abhaken. Um wieder 1.000 neue Pläne zu schmieden. Deshalb hat mir meine Freundin Kathrin zu meinem 29. Geburtstag eine Karte mit einem Zitat von John Lennon geschenkt: „Leben ist das was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu schmieden.

Nach dem Gespräch mit Marion vergingen ein paar Monate. Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich auf dem Sofa saß und durchs Fernsehprogramm zappte. Ich war ziemlich am Ende, weil ich sehr unter der Trennung zwischen meinem Mann und mir litt – und mir Vorwürfe machte, weil ich den Stein ins rollen brachte. Auch wenn ich jetzt weiß, dass wir einfach eine Auszeit brauchten. Damals konnte ich den Gewinn noch nicht erkennen.

In einem Sender ging gerade ein Film los, der mich total fesselte. Irgendwas sagte: „Schau dir diesen Film an.“ Trotz meiner Trauer und meiner Zweifel, ob es richtig war, auf mein Herz zu hören, gab mir dieser Film soviel Kraft. Er war für mich irgendwie magisch. Vor allem das Hauptzitat des Films: „Wie Bagger einmal sagte, dieses Spiel kann man nicht gewinnen, nur spielen. Und so spiele ich. Immer weiter. Ich spiel‘ für die Momente die noch kommen. Auf der Suche nach meinem Feld.“ Der Film hieß „Die Legende des Bagger Vance“ mit Will Smith.

Wow.

Hatte nicht ein paar Wochen vorher jemand zu mir gesagt, dass er den Eindruck hat, dass ich noch auf der Suche bin? Auf der Suche nach meinem Feld … doch, was ist mein Feld?

Ein paar Monate später, mein Mann und ich waren wieder zusammen, war ich alleine auf dem Jakobsweg unterwegs. Und wie ich das so aus dem Leistungssport kannte, hatte ich natürlich einen Etappenplan mit genauen Kilometerangaben. Mit einem klaren Ziel vor Augen: Santiago. Und wenn es gut läuft, bis ans Meer. Doch der Jakobsweg machte mir einen Strich durch meine fixen Pläne. Nach ein paar Tagen konnte ich einfach nicht mehr in den Wanderschuhen laufen und das Leben zwang mich dazu, nicht mehr linear abzuhaken, sondern zu pausieren und mir dann das rauszupicken, worauf ich mich am meisten gefreut hatte: Bergwandern zum Cruz de Hierro.

Witzigerweise hatte ich ein paar Tage vorher Nicole kennengelernt, die eine Doktorarbeit über das Scheitern schrieb. Das Puzzle setzte sich mehr und mehr zusammen …

Als ich wieder zu Hause war, kam irgendwann in mir so eine Spielelust hoch. Im SPIEL des Lebens mitzumischen, mitzuspielen. Mitten rein in Völkerball. Ohne Angst davor, „abgeschossen“ zu werden. Es war ein Gefühl von völliger Freude am Ausprobieren, egal wo es hinführt, egal, ob ich gewinne oder nicht – nur um zu erfahren, wie es sich anfühlt. Sich selbst zu erfahren, zu erLEBEN. Um neue Erkenntnisse zu GEWINNEN und daran wachsen zu können. War es das was Marion meinte?

Wieder ein paar Monate später, schenkte mir mein Mann zu meinem 41. Geburtstag ein Postkartenset von Hermann Scherer mit 200 Zitat-Inspirationen. Eine Karte mit folgendem Zitat sprang mich sofort an: „Wenn du gewinnen willst, musst du spielen.“

So schließt sich der Kreis.

1,5 Jahre später nach dem Gespräch mit Marion hatte ich begriffen, was sie meinte. Ich hätte noch so lange darüber Hirnen können. Ich brauchte die Erfahrungen, um fühlen zu können, was die Essenz hinter ihrer Aussage war. Denn vieles kann sich der Kopf gar nicht verSTEHEN. Es braucht für Wachstum einfach BEWEGUNG. Auch wenn es schmerzvoll ist.

Natürlich habe ich immer noch Momente, wo ich lieber am Spielfeldrand stehen würde, weil es dort einfach sicherer und bequemer ist. Doch wie heißt es so schön in einem anderen Zitat: „Ein Schiff, das im Hafen liegt, ist sicher vor dem Sturm. Aber dafür ist es nicht gebaut.“

Mein Feld

Ich schulde dir noch eine Antwort auf die Frage, was mein Feld ist. Weißt du, ich liebe es, wenn ich „Hinweisschilder“ für mein Leben bekomme. Diese kleinen magischen Zeichen, die wir im Alltag manchmal übersehen. Die uns führen und leiten. Die wollen, dass es uns gut geht. Dass wir uns das Leben leichter machen. Dass wir spielerisch rangehen und Freude daran haben.

Vor einer Woche ca. saß ich im Auto. Mich beschäftige wieder die Frage, was meine AufGABE auf dieser Erde ist und bat das Universum um eine Antwort. Die kam prompt. Ich überholte ein schwarzes Auto. Es hatte folgende Buchstaben nach dem Ort: DK. Meine Initialen. Nebendran stand „Caddy“.

Ein Caddy ist jemand, der den Golfspieler auf seinen Spielfeldern begleitet. Ein Helfer an der Seite auf diesem riesengroßen Spielfeld voller Möglichkeiten. Voller Auf und Abs in der Hügellandschaft. Der Ball fliegt und fällt. Voller Gefahren, in die der Ball reinfallen könnte. Wie Wasser oder hohe Büsche. Doch das Spiel geht weiter. Bis zum letzten Abschlag. Bis er ins Ziel rollt. Und wenn er nicht das Spiel gewonnen hat, dann trotzdem so viele Erkenntnisse auf dem Weg dorthin. Der Gewinn ist relativ. Vielleicht gewinnt er beim nächsten Mal. Denn: Nur, wenn du spielst, kannst du auch gewinnen.

Und nun zu dir: Ich möchte dir eine Frage stellen, die nur du selbst beantworten kannst. Vielleicht nicht jetzt. Vielleicht kennst du die Antwort schon: Was ist dein Feld im magischen Spiel des Lebens?

Gib deiner Antwort PHANTASIEvollen FREIraum. Und falls keine Antwort kommt. Dann frage doch einmal die magischen Zeichen am Wegesrand ♥

Zauberei

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Kennst du das, wenn man seine Aufmerksamkeit auf etwas richtet und plötzlich kommen die passenden Menschen auf dich zu? Oder du hast gerade ein bestimmtes Thema in deinem Leben und das scheint sich im Außen widerzuspiegeln? Im mentalen Training nennt man das u.a. das „Gesetz der Resonanz“ bzw. das „Spiegelgesetz“. Klar, Energie folgt deiner Aufmerksamkeit. Genau das ist mir mit der Zauberei passiert. Das war cool.

An einem Sonntag Abend hatte ich die Idee für den Magieletter, den du gerade liest. Es hat sich gut angefühlt. Also habe ich einfach mal eine Einleitung verfasst. Unter anderem über diesen kleinen Zauberkasten, den ich damals zum Geburtstag bekommen habe. Aber ich habe den Text noch nicht veröffentlicht, weil ich noch unsicher war.

An diesem Sonntag Abend schreibe ich noch, dass Zaubertricks nur Illusion sind. Zack, am nächsten Tag erzählt mir meine Kollegin, dass sie bei einem Illusionisten war. Sie war davon überzeugt, dass das nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Soweit kann kein Mensch tricksen. Das gab mir zu denken. Ist es doch keine Illusion? Sollte ich den Text ändern?

Ein paar Tage später habe ich bei einer Aktion vom Glücksministerium – ja, das gibt es wirklich – mitgemacht. Die hieß „Schreib dich glücklich.“ Jeder der mitmachen wollte, hat seine Adresse hingeschickt und im Gegenzug eine Adresse per Zufallsprinzip bekommen. Spätestens zum Weltglückstag sollte der Brief beim Empfänger sein. Ich war schon aufgeregt, wem ich schreiben durfte und wer mir schreibt.

Meine Empfängerin war eine Frau, die den gleichen Namensursprung hatte wie ich und gar nicht so weit weg wohnte. Ja, was schreibt man jemanden, den man gar nicht kennt? Ich habe es einfach fließen lassen und hoffe, dass sie sich über meine Zeilen gefreut hat.

Wenige Tage vor dem Weltglückstag war ich unsicher, ob ich den Magieletter wirklich online schalten sollte. Ich dachte mir, wen interessiert das schon. Der innere Kritiker in mir sagte „Da wirst du keine große Zielgruppe haben. Das ist zu speziell.“

Einen Tag später lag ein bunter Umschlag mit glitzernden Schmetterlingen in meinem Briefkasten. Es stand darauf „Zum Weltglückstag“. Boah war ich neugierig!

Der Absender war ein Mann. Drinnen war u.a. ein Gedicht von Shakespeare zum Thema Glück. Voll schön. Ich liebe Shakespeare! Und ein ganz toller Brief. Er war auch neugierig und hatte bereits im Internet nach mir recherchiert. Seine Zeilen taten sehr gut. Er hat mir Mut gemacht, diesen Weg weiter zu gehen. Ein Fremder. Der mich gar nicht kennt. Schön, oder? Und dreimal darfst du raten was der Mann beruflich macht – er ist ein Zauberer.

Am gleichen Abend habe ich meinen Magieletter freigeschaltet :-)

Die Geschichte von Jacky, ihrer verrückten Katze & ihrem Kumpel Gott

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Jacky hatte bisher nie einen großartigen Bezug zu Gott. Sie hatte sich immer alleine durchs Leben gekämpft und hatte schon sehr früh ihre Päckchen zu tragen.

Als sie das Buch “Die unglaublichste Reise meines Lebens: Gespräche mit Christus und Gott” auf Empfehlung ihrer Freundin las, hat sich das ein klein wenig verändert. Gott kam ihr ein wenig näher – aber eher so als Kumpel in der Ferne, denn sie war immer noch skeptisch. Eines Nachmittags lag sie auf ihrem Sofa und ihr ging es gar nicht gut. Sie hatte schrecklichen Kummer und konnte nicht mehr aufhören zu weinen. Der Schmerz in ihrem Herzen war so schlimm, dass sie ihn kaum noch aushielt. Also nahm sie ihren ganzen Mut zusammen und bat Gott, ihr den Schmerz zu nehmen. Sie konnte einfach nicht mehr.

Gegenüber vom Sofa lag ihre verrückte Katze – so, wie sie sie nennt – den ganzen Nachmittag regungslos auf ihrem Katzenbaum. Jacky hat zwei Katzen: Eine sehr ruhige und eine, die ständig unkoordiniert durch die Gegend springt. Deshalb war es umso wundersamer, dass ausgerechnet diese Katze völlig ruhig und entspannt vor sich hinschlummerte. Bis zu dem Moment, als Jacky ihre Bitte ausgesprochen hatte: Die Katze stand auf, sprang vom Katzenbaum hinunter und lief Richtung Sofa. Jacky lag auf dem Rücken und ihre Katze legte sich genau auf ihr Herz.

In diesem Moment hatte Jacky das Gefühl, als würde ihr die Katze den Schmerz aus ihrem Herzen herausziehen. Ihr wurde Stück für Stück leichter und leichter ums Herz. Die Katze blieb so lange liegen, bis der Schmerz weg war. Dann stand sie auf und ging wieder auf ihren Katzenbaum.

Jacky musste sich erst einmal sammeln und begreifen, was gerade passiert war: Ihre Bitte wurde tatsächlich erhört. Gott hatte ihr den Schmerz genommen und ihr dafür ihre Katze geschickt …

Vielleicht hilft manchmal, einfach darum zu bitten. Wem oder was auch immer. “Bittet, so wird auch gegeben” heißt der weise Spruch. Sicher gibt es keine Garantie, aber ein Versuch ist es wert, oder?


→ Diese und mehr Geschichten findest du in unserem Buch.

Wenn du glaubst, es geht nicht mehr …

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2016 war für mich nicht nur ein ziemlich heftiges Jahr. Es war auch das Jahr der Regenbögen. Sie haben mich das ganze Jahr über begleitet. Meistens dann, wenn ich das Gefühl hatte, dass ich jetzt gerade einfach nicht mehr kann.

Angefangen hatte alles im Februar, an meinem Geburtstag, und gleichzeitig dem letzten Tag meiner Abreise von Lanzarote. Als ich in der Früh aus meinem Hotelzimmer Richtung Frühstücksbüffet lief, warf ich, wie jeden Morgen, einen Blick auf die wunderschöne Bergkette. Es hatte den Tag zuvor geregnet und der Himmel war noch etwas dunkel.

Über den Vulkanhügeln war ein wunderschöner Regenbogen zu sehen. Irgendwie zauberte es mir ein Lächeln auf die Lippen. Irgendjemand meinte, dass Regenbögen auf Lanzarote eher selten sind. Hätte ich in dem Moment schon geahnt, was in den nächsten Tagen alles auf mich zukommt, dann hätte ich das Gefühl noch intensiver abgespeichert.

Zeitsprung …

Im Mai durfte ich für meinen Kooperationspartner ein Firmenseminar halten. Auf der einen Seite hatte ich mich sehr darauf gefreut. Auf der anderen Seite war ich zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht in meiner Energie, weil ich seit Februar sehr unter der Trennung zwischen mir und meinem Mann litt.

Ursprünglich wollte ich bei einer Freundin übernachten, aber sie war kurzfristig erkrankt. Das Problem war, dass alle Hotels ausgebucht waren oder völlig überteuert, weil irgendeine Messe in München war. Aber in Früh anreisen, acht Stunden Seminar geben und abends wieder zurück war mir dann doch zu viel. Also versuchte ich mein Glück über AirBnb. Und ich hatte tatsächlich Glück. Ich bekam ein Zimmer, dass genau den anberaumten Übernachtungskosten entsprach und es war nur zwei Kilometer vom Seminarort entfernt. Thank God.

Regentränen

Neben der Dankbarkeit, die ich während der nach Hause Fahrt im empfand, kam wieder der Schmerz hoch und ich ließ es einfach frei fließen. Die Woche zuvor war ich auch in München auf einer Yogafortbildung und ich habe zum ersten Mal in meinem Leben im Auto so richtig geschrien. Zu meiner Überraschung war es tatsächlich befreiend. Nach Schreien war mir jedoch bei der erneuten Fahrt nicht zu mute. Ich habe, passend zum Regen im Außen, nur vor mich hingeschluchzt und irgendjemand im Himmel gebeten, mir zu sagen, dass das Ganze bitte gut ausgeht. Oder, mir zumindest ein Zeichen zu geben.

Plötzlich wurde der Regen weniger und vor mir entfaltete sich ein wunderschöner Regenbogen. Ich war so perplex, dass ich gar nicht weiß, wie ich überhaupt weiterfahren konnte.

Regentränen, die Zweite

Ungefähr eine Woche später war der Trennungsschmerz auf dem Höhepunkt angelangt. Ich war Laufen im Wiesengrund, nicht weit entfernt von dem möblierten Einzimmer-Apartment , dass ich vorübergehend gemietet hatte und es regnete leicht. Auch, wenn ein Teil von mir irgendwie dieses Gefühl hatte, dass für mich alles wieder gut wird, war da auf der anderen Seite sehr viel Angst. Kennst du das Gefühl, wenn du gerade vor einem Scherbenhaufen stehst und trotzdem tief in dir drin weißt, dass du immer behütet und beschützt bist? Und trotzdem ist da der Scherbenhaufen in geballter Realität, der unnachgiebig an deinem Vertrauen ins Leben nagt.

So war ich mal wieder an dem Punkt, wo ich um Hilfe bat. Um irgendein Zeichen. Und hoch und heilig versprach, dass ich immer mein Bestes geben werde. Ich hörte auf zu laufen und ging ein Stück weiter Richtung einer Brücke. Zum Glück war ich alleine, denn so konnte ich wieder ein bisschen vor mit hinweinen. Als ich auf den schmalen asphaltierten Weg, zwischen den Wiesen, blickte, entdeckte ich eine, mit Kreide gezeichnete Ente. In der Ente waren zwei Buchstaben: DH. Mein Mann heißt Holger. Und da war er wieder der Regenbogen am Horizont. Der Regen hörte abrupt auf. (Das Foto habe ich ca. drei Monate danach gemacht, aber man kann die Buchstaben mit viel Vorstellungskraft noch erkennen). Eineinhalb Monate später waren wir wieder zusammen.

Mit dem Regenbogen gehen

Im September war ich auf dem Jakobsweg. Ich hatte das Ganze schon im April gebucht. Und auch, wenn ein Teil gar nicht mehr weg wollte, weil ich lieber zu Hause bei Holger und unserem neuen Hund Emma geblieben wäre, war da ein Teil, der dieses Abenteuer erleben wollte. Also zog ich los. Nach Spanien. Ohne wirkliche Spanischkenntnisse, meiner grottenschlechten Orientierungsfähigkeit (die mich trotzdem immer wieder nach Hause bringt) und falschem Schuhwerk.

Nach ein paar Tagen wollte ich schon alles hinschmeißen. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich von der Mauer, auf der ich am Wegesrand lag, um Pause zu machen, gar nicht mehr aufstehen wollte. Ich beobachtete, total fertig, die Wolken am Himmel. Und völlig unscheinbar schob sich hier und da ein kleiner Regenbogen im Ansatz durch die Wolken.

Wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwie ein Regenbogen her …

Mein letzter Regenbogen im Jahr 2016 zauberte mir wieder ein Lächeln ins Gesicht: Als ich die letzte Horrornacht in Spanien, bei Gewitter im knastähnlichen Stockbett in Barcelona-Zwischenflugstation verbrachte, war ich einfach nur froh, als ich am Morgen in das Flughafentaxi Richtung Nürnberg stieg. Zwar verstand ich nicht, was der Fahrer auf Spanisch sagte, aber ich folgte mit meinem Blick dahin, wo sein Zeigefinger hindeutete: Zu einem riesengroßen Regenbogen am Horizont, denn „Hinterm Horizont geht’s weiter, einer neuer Tag …“ ♥

Alles begann in diesem Jahr mit einem Regenbogen. Der erste gab mir Freude auf meinem Weg nach Hause in eine unbestimmte Zukunft. Der zweite schenkte mir Trost. Der dritte Mut und Zuversicht. Der vierte erinnerte mich daran, dass es immer wieder weitergeht. Und der fünfte gab mir, wiederum auf dem Weg nach Hause, Gewissheit, dass immer alles gut ausgeht. Denn: Das Leben hat immer Recht.

→ Hier findest du meine Geschichten, die ich auf dem Jakobsweg erlebt habe.