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Neueröffnung – Bildergalerie

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Von Gesundheitsschlappen-Trägern, Dickensack-Prolos & Räucherwerk-Junkies

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Meine ehemalige Chefin sagte mal zu mir, als ich noch in der Jugendberufsvorbereitung gearbeitet habe: „Du bist keine typische Sozialpädagogin.“ Ich fand das damals ein wenig cool. Warum? Weil ich anscheinend nicht in eine Schublade passte.

Triathleten schiebt man vielleicht gerne in die Einzelgänger-Ego-Ecke. Das, was ich als aktive Athletin an dem Sport am meisten mochte, waren die gemeinsamen Radausfahren und die Teamwettkämpfe. Die Momente, wenn man sich gegenseitig über die Strecke geschoben hat, auch verbal. Mir hat es überhaupt keinen Spaß gemacht, lange Einheiten alleine zu trainieren. Somit habe ich auch in das Bild nicht gepasst – außer, dass mein Mann der Meinung ist, dass ich gerne die „Checkerhosen“ anhabe. Tzs, weiß auch nicht was damit meint ;-)

Als ich dann in die Yogawelt eingetaucht bin, hatte ich immer Schiss, einen Esoterik-Stempel zu bekommen. Und das Gesetz der Resonanz hat funktioniert. Postwendend kam der Stempel. Ich wurde gewarnt, nicht zuviel zu meditieren und ich solle doch wieder in „unsere Welt“ zurückkehren. Mal abgesehen davon, dass jeder wahrnehmungstechnisch sowieso in seiner eigenen Dimension lebt, musste ich darüber ziemlich schmunzeln.

Als leidenschaftliche Grenzentesterin habe ich in jedem Bereich Segen und Fluch zu spüren bekommen. Den riesen Spaß mit den Kids im Job, aber auch die totale Erschöpfung. Das Runnershigh und die chronischen Schmerzen. Den Bewusstseinsrausch und das eigens auferlegte Dogma.

Als ich noch eine Jugendliche war und Menschen in meinem Umfeld über andere Menschen geschimpft haben, dachte ich mir immer „Hm, aber ein Teil von mir ist auch so – und das, das kenne ich auch in mir.“ Ich hatte das Gefühl, dass ich das auch alles bin, nur vielleicht in anderen Ausprägungen …

Vielleicht gibt es die typischen Klischees. Die Gesundheitsschlappen-Träger, die Dickensack-Prolos und die Räucherwerk-Junkies. Doch haben alle etwas gemeinsam. Sie wollen irgendwo dazu gehören und als etwas ERKANNT werden. Sie wollen sich ausprobieren, vielleicht ihre Grenzen testen, auf ihre Art und Weise, um sich selbst besser kennenzulernen – oder um von sich selbst wegzulaufen.

Ich habe durch mein Identity-Hopping eine Menge gelernt. Was zur mir passt und was nicht. Auch wenn ich eine zeitlang versucht habe, bestimmte Anteile in mir zu verleugnen, weil sie nicht in die neue Identität gepasst haben. Am Ende bin ich doch alles und nichts. Ich will einfach nur ich sein, mit allem was dazu gehört. Auch wenn es manchmal nicht leicht ist, sich selbst treu zu bleiben, weil man Angst hat von der einen Riege nicht mehr gemocht zu werden.

Frei sein von emotionalen Blockaden auf Coaching mit Phantasie

Vielleicht sollten wir weniger separieren und in Schubladen schieben. Sondern uns so frei und bunt sein sein lassen wie wir sind. Uns vernetzen und verbinden – was wir morphogenetisch-quantenwissenschaftlich gesehen sowieso schon sind. Denn du und ich, wir haben in jedem Fall eine Sache gemeinsam: Du und ich, wir sind ein Mensch.

No pain, no gain – warum Schmerz dich stärker macht

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Ich weiß, die Überschrift ist gefährlich. Falls du Triathlet bist, lies nicht weiter. Falls du gerade eine üble Zeit durchlebst, dann auch nicht. Falls du gerne in deiner Komfortzone bleibst, dann unbedingt.

Niemand von uns will leiden.

Ich auch nicht. Aber: Ich erinnere mich gut an meine Wettkampfzeit. Das schlimmste war das Laufintervalltraining. Es hat mich an meine Grenzen gebracht. Ich weiß noch, als meine Freundin Martina und ich 1000-Meter-Intervalle gelaufen sind. Wir waren echt froh, als das Training vorbei war.

Ein paar Wochen später hatten wir unsere erste Kurzdistanz für die Saison hinter uns und wir waren wieder auf der Laufbahn. Plötzlich war es gar nicht mehr so schlimm. Nein. Wir haben sogar noch mehr Gas gegeben. Warum? Weil der Wettkampf uns stärker gemacht hat. Vielleicht denkst du dir nun „Na, klar, ist ja Reizadaption!“ – HA! Du hast ja doch weitergelesen ;-)

Alle Yogis werden nun mit den Köpfen schütteln. Bitte versteh mich nicht falsch. Niemand braucht irgendwelche Wettkämpfe machen, wenn er keinen Sinn dahinter sieht.

Ich will damit sagen, dass unser ganzes System darauf ausgelegt ist, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln.

Das liegt in unserer Natur, sonst würden wir ja ewig krabbeln. Und das geht nur, wenn wir beharrlich unsere persönlichen Grenzen weiten. Das kann auch mal weh tun. Physisch und psychisch.

ACHTUNG: Ich spreche nicht davon, in (chronische) Verletzungen hineinzutrainieren und deiner Gesundheit zu schaden!

Ebenso macht es uns stärker, wenn wir eine harte Lebensphase hinter uns haben, die uns mental an unsere Grenzen gebracht hat.

Wenn du das gut überstanden hast, haut dich viel weniger um. Das setzt natürlich voraus, dass du nicht in der Opferrolle stecken bleibst, sondern einen Weg daraus findest. Alleine oder mit Unterstützung.

Immer, wenn ich in meinem Leben eine schei … Zeit hinter mir hatte, dann war ich irgendwann dankbar dafür. Weil ich es geschafft hatte und wusste, dass diese Lernlektion nun vorbei ist. Und ich kann anderen damit soviel besser helfen.

Ich hoffe sehr, dass du die Intention hinter diesem Blog-Artikel nachfühlen kannst. Und ich wünsche dir von Herzen, dass du unendlich wächst. Über deine persönlichen Grenzen weit hinaus.

Denn: Du bist grenzenlos!

→ Um dieses Thema geht es auch in unserem Buch.

 

 

Yoga & mentales Training auf dem Rad

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Weißt du, es gibt soviel Literatur, darüber welche Yogaübungen gut für den Ausdauersport sind. Vorher und Nachher. Aber keine, die beides gleichzeitig miteinander verbindet. Im mentalen Training ist es ähnlich. Deshalb schreibe ich darüber. Weil ich die Dinge gerne miteinander verbinde. Und was nützen die ganzen wissenschaftlichen Wirksamkeitsstudien, wenn ich nicht weiß, wie ich es in der Praxis direkt, einfach und pragmatisch umsetzen kann?

Genau deshalb probiere ich immer wieder neue Dinge aus. Was gut funktioniert und was nicht. Nachdem ich jetzt schon darüber geschrieben habe, wie man Schwimmen und Laufen u.a. mit Yoga und mentalen Training verknüpfen kann, kommt nun das Radfahren an die Reihe.

Hier gelangst du zu meinem ganzen Artikel, der von der tritrime woman veröffentlicht wurde.

Body + Mind + Heart

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Yoga hat Ziel, Körper Geist und die Seele in Einklang zu bringen. Erst wird der Körper über die Asanas (Körperübungen) aktiviert, um den wilden Affen (Geist) zu bändigen. Dann bist du wunderbar vorbereitet für die Meditation.


Viele im Westen denken immer noch, dass Yoga hauptsächlich das Ausführen von Asanas ist. Aber das ist nur ein kleiner Teil. Im Grunde machst du schon Yoga, wenn du gewahrsam im Moment bist. Hier und Jetzt. In deinem vollen Sein. Mit allem was du bist. Dann spürst du dich wieder. Und vor allem spürst du die tiefe, innere Weisheit deiner Seele wieder. Die genau den Weg kennt. Um diese innere, leise Stimme wahrzunehmen, müssen wir ganz still sein, sonst überhören wir sie.

Du kannst, anstelle des Wortes Seele, auch Weisheit oder Herz nehmen – oder Herzensweisheit. Wusstest du, dass sich in deinem Herzen sogar Gehirnzellen befinden und man mittlerweile von einem Herzhirn spricht?

 

Alle guten Dinge sind drei

 

Lange Rede, kurzer Unsinn: Du brauchst diese drei Komponenten, um wirklich gesund und in deiner Kraft sein zu können. Stell dir vor, dein Körper wird regelmäßig trainiert, gut ernährt und bekommt ausreichend Schlaf – aber, deine Gedanken sind permanent destruktiv. Oder, du bist mental total fit und liebevoll zu dir, aber stopfst nur Schrott in dich hinein. Oder, du bist mental und körperlich auf einem guten Weg, aber der Weg ist nicht der Weg deines Herzens …

Deshalb machen wir es wie im Yoga: Wir aktivieren den Körper, stärken den Geist und zum krönenden Abschluss verbinden wir uns mit dem, was wir wirklich sind: Eine unendliche Seele, die eine unglaubliche Weisheit in sich birgt. Die grenzenlos und unendlich ist. Ja genau, das bist du!

 

Laufen kann wie Meditation sein

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Früher habe ich beim Laufen ständig auf meine Uhr geschaut, natürlich wegen der Pace. Oder ich habe zur Motivation mir die schönsten Zieleinläufe ausgemalt, die heroischsten Wettkampfabschnitte und wie meine Liebsten mich an der Strecke anfeuern. Ich habe wild visualisiert, analysiert und geplant. Je lauter die Musik in meinem Ohr, desto besser. Ich war mit meiner Aufmerksamkeit überall, nur nicht im Moment. Und schon gleich gar nicht in meinem Körper, vor allem, wenn Schmerzen kamen. Denn die wollte ich ja nicht spüren.

Heute übe ich mich darin, ganz in meinem Körper präsent zu sein und wahrzunehmen, was da gerade abläuft. Da ich gedanklich gerne durch die Lüfte fliege, ist es für mich noch wichtiger, den Boden WIRKLICH zu spüren. Neulich habe ich auf einer Fortbildung folgenden Satz gehört, der mir sehr gut gefällt: „Du kannst nur so hoch fliegen, so tief wie deine Wurzeln in die Erde reichen.“ Deshalb konzentriere ich mich jetzt noch mehr auf meine Füße. Früher habe ich viel über die Arme gesteuert, was beim Laufen auch wichtig ist, denn die Armbewergungen steuern wiederum die Beinbewegungen (Kniehub, Geschwindigkeit etc.) – nur habe ich dabei irgendwann die Verbindung zur Erde verloren.

 

Laufen ist Balance

Ich wundere mich heute, wie ich früher so schnell rennen konnte, denn meine Balance ist unterirdisch. Deshalb kamen wahrscheinlich auch irgendwann die ganzen Verletzungen. Unsere Füße sind unser Fundament. Wenn du schon einmal bei der Dorn-Therapie warst, weißt du, dass dein System von unten wieder aufgebaut wird. Wenn du schon länger läufst, weißt du, wie wichtig das passende Schuhwerk ist. Aber auch eine mentale Zentrierung. Deshalb ist in fast jeder Yogastunde eine Balanceübung dabei, wie z.B. der Baum, den fast jeder kennt. Der Baum ist fest verwurzelt und geerdet. Der Stamm ist fest und stabil. Die Äste sind flexibel und zur Sonne gerichtet. Aus dem Stabitraining kennst du bestimmt die Standwaage. Im Yoga ist das der Krieger III.

Warum ist Laufen Balance? Ganz einfach: Weil du, vor allem bei einem dynamischen Laufstil, nie mit beiden Füßen gleichzeitig aufkommst. Du hüpfst, im übertriebenen Sinn, von einem Fuß auf den anderen. Und wenn du schnell laufen willst, dann ist das Ziel, die Bodenkontaktzeiten zu reduzieren. Das heißt, du gehst mit der optimalen Vorspannung in den nächsten Schritt und nutzt zusätzlich den Energiereturn des Bodens – am besten ausbalanciert für jede Seite gleich.

Probiere mal folgende Mentalübung aus: Wenn du das Gefühl hast, dass die eine Körperseite sich kraftvoll und die andere sich schlapp anfühlt, welche Farbe kommt dir für die eine und die andere Seite in den Sinn? Nimm spontan die erste Farbe. Dann visualisiere beiden Farben je in der Körperhälfte, wo die sie wahrnimmst. Dann lass beide Farben ineinander fließen und sich mischen. Und, wie fühlt es sich jetzt an?

 

Laufen, Körperwahrnehmung & Yoga

Wie schon in meinem Schwimmbeitrag beschrieben, probiere ich immer wieder neue Dinge aus, um mich weiterzuentwickeln und meinen Körperwahrnehmung zu verfeinern. Ich nutze dazu meine Vorstellungskraft, indem ich zum Beispiel in meine Füße wandere und mit jedem Schritt den Boden abscanne. Ich nehme jeden Millimeter des Fußaufsatzes wahr und welche Auswirkungen es auf die darüber liegenden Strukturen hat.

Doris Kessel LaufworkshopIch kombiniere die Bandhas (Körperverschlüsse) aus dem Yoga mit dem Laufen, indem ich z.B. meinem Beckenboden anspanne. Wie so was geht? Stell dir vor, du musst auf die Toilette und hältst es zurück – so ungefähr fühlt sich das an ;-) Im Yoga nutzt man die Bandhas, um die Energie im Körper zu halten. Auch eine gute Sache. Und wenn du dabei noch stabiler wirst, dich mehr aufrichtest und deinem unteren Rücken stärkst, umso besser! Dann richte ich den Fokus auf mein Brustbein, indem ich es anhebe und unterstütze die Aufrichtung, indem ich mir eine Krone auf dem Kopf vorstelle. Ein Yogalehrer sagte mal in einer Fortbildung: „Stell dir vor, du machst den Sonnengruß wie ein König oder eine Königin – nimm den Unterschied wahr.“

Spüre selbst, was bei jeden Schritt passiert. Spüre deine Aufrichtung, den Abdruck über deine Großzehenballen, deine Atmung und nimm deine Gedanken war. Schrubbst du die Einheit nur runter oder genießt du wirklich fast jeden Schritt? Bist du in deinem Körper und auf der Erde? Oder schwirrst du gerade durch Raum und Zeit, durch Vergangenheit oder Zukunft? Klar ist das auch schön, nur dann verpasst du vielleicht einen wunderbaren Moment in der Natur, der dich auftanken und aufladen könnte, wenn du die Kraft der Bäume, des Himmels und der Erde mit all deinen Sinnen wahrnimmst.

Ach ja, ist auch nicht neu, aber macht gerade wieder richtig Spaß: Das Gehen in Barfußschuhen. Und nein ich bekomme keine Provision für den gleich folgenden Werbeblock ;-) – ich habe mir die Winteredition der Vikram Five Finger Schuhe geholt und ebenso die „Optische-Schuhversion“ der Leguanos. Mein Mann testet die auch gerade und wir beide merken sehr deutlich die veränderte Fußwahrnehmung beim Laufen. Ich kann mich noch sehr gut an den Nike Mayfly erinnern, das war die Vorversion des Free. Was war das für ein Laufgefühl! Ich habe danach einige andere Varianten ausprobiert, aber für mich kam kein Schuh mehr an dieses himmlische Laufgefühl ran – na vielleicht, weil ich mich auch mehr erden sollte ;-)


 

Lust auf mehr? In diesen Workshops geht es um das Thema „Laufen“:

Yoga & Lauftechnik

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