Den Spruch kennt so ziemlich jeder. Aber ist es wirklich so? Hecheln wir nicht tagtäglich irgendwelchen Dingen hinterher und arbeiten To-Do-Listen ab, um das Erledigte endlich abhaken zu können?

Bei mir ist das zumindest noch viel zu oft so. Deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, mich immer wieder daran zu erinnern, den Prozess mehr zu genießen.

 

 

Ich kann mich noch gut an meine Triathlon-Wettkampfzeiten erinnern: Wenn ich beim abschließenden Marathon gemerkt habe, dass das mit der Bestzeit heute nichts wird, habe ich schon wieder Pläne geschmiedet, was ich als nächstes machen könnte. Und wenn ich dann ein super Ziel erreicht hatte, dann war die Freude darüber nicht besonders lange und das nächste Ziel musste her.

Oft bestand mein Alltag darin, mit mir selbst Wettkämpfe zu veranstalten und ich war immer besonders stolz darauf, was ich alles an so einem Tag schaffen konnte. Bis ich irgendwann gemerkt habe, dass mich das total stresst – und das Gefühl des „Geschaffthabens“ bei weitem nicht das Energiedefizit ausglich, dass auf dem Weg dahin verloren ging.

 

Genießen im Prozess

 

Jetzt möchte ich, dass mir der Weg dahin schon soviel Energie gibt, dass das Ziel in den Hintergrund rückt. Ein „Genießen-im-Prozess“ sozusagen.

Wie? Was? Ziele sind doch soooo wichtig … ? Ja, wir brauchen schon Ziele. Sonst würden wir gar nicht mehr aus dem Bett kommen. Menschen die ausgebrannt sind, kennen das bestimmt gut. Aber warum ist die „Freude am Tun“ verloren gegangen? Weil das Ziele-Hecheln so wichtig geworden ist.

Das Ziel-in-den-Hintergrund-rücken hat den Vorteil, dass einem der Weg viel leichter vorkommt. Man sagt nicht umsonst: „Step by Step“. Immer nur an das Ziel zu denken, kann auch stressen – vor allem, wenn es ein großes Ziel ist. Deshalb sind Zwischenziele sinnvoll – oder „Meilensteine“, wie man im Projektmanagement so schön sagt.

Wie wäre das: Setze einen Fuß vor den anderen. Nimm jeden Schritt ganz bewusst wahr. Tauche völlig ein in den Moment, in das Geschehen und in die Freude des Tuns. Spüre den Flow in den du kommst, wenn dein ganzes System völlig in Harmonie und mit voller Kraft läuft. Dann wenn du alles um dich herum vergisst. Wenn du dich sogar selbst dabei vergisst – und plötzlich, bist du da :-)