Magische Musik

– Januar 2019 – 

Eigentlich war es ein guter Tag.

Meine Ärztin kam vorbei und brachte mir ein Rezept für eine antiseptische Salbe. Da ich nirgendwo hinkonnte. Die offene Infektion an meinem Knie wollte einfach nicht heilen. Sie machte sich wirklich Sorgen, was mich total berührte. Ehrlich gesagt bin ich kein großer Fan der Schulmedizin. Sie hatte mir gezeigt, dass es Ärzte gibt, die sich wirklich Zeit nehmen und für einen da sind. DANKE!

Außerdem hatte ich ein Coaching vorbereitet und soviel Freude, Lust und Energie dabei.

Und ich kümmerte mich, wie mehrmals am Tag, um mein Knie: Massage, Kräftigungsübungen, Treppenlaufen, gute Energie senden und Beugen üben.

Es ging keinen Millimeter weiter :-(

Nach der Massage fühlte es ich zwar lockerer und weniger einzementiert ein. Doch sobald ich ein paar Schritte lief, wurde es um das Gelenk fest wie Gips. Ich hatte einfach keinen Bock mehr.

Konnte es sein, dass mein Knie die Schrauben wieder loshaben wollte?

Normalerweise macht man so etwas nach einem Jahr. Es waren gerade einmal vier Monate.

Wenn die Infektion nicht wegging, musste ich ein weiteres Mal operiert werden. 

Zwei OPs in einem Jahr?

Jeden Tag gab ich meinem Körper das beste Essen, liebevolle Gedanken, machte alles achtsam und war geduldig. Ich gab jeden Tag wirklich mein Bestes und hatte trotzdem das Gefühl, dass ich alles falsch machte.

Liebes Universum, wie soll ich Menschen dazu inspirieren, sich wieder mehr mit ihrem Körper zu verbinden, ihnen Mut machen an ihre innere Weisheit und an Wunder zu glauben – und vor allem ihrem Herzen zu folgen?

Vielleicht gibt es keine Wunder. Vielleicht sollte ich einfach wieder mehr im Kopf sein und die Dinge daraus entscheiden. Vielleicht sollte ich gleich wieder ins Krankenhaus gehen und die ganze Prozedur über mich ergehen lassen.

Und vielleicht hat nicht immer alles seinen Sinn, sondern ist einfach nur scheiße gelaufen.

Ich wusste nicht, was ich noch tun sollte.

Liebes Universum, liebes Knie, bitte bitte bitte lasst ein kleines Wunder geschehen und zeigt mir, dass ich auf dem für mich richtigen Weg bin. Ich weiß wirklich nicht mehr weiter.

Das Wunder kam …

Ich ging ganz langsam vor dem Haus spazieren. Auf und ab.

Im Ohr hatte ich meinen MP3-Player, den mir mein Mann einst geschenkt hatte. Da ich in der Vergangenheit immer wieder ISG-Probleme beim Laufen hatte, schenkte er mir diesen Player mit einer persönlichen Gravur: „Butzi, keep on running!!“

Butzi war sein Kosename für mich, weil ich seiner Meinung nach so „putzig“ bin. Und da wir in Franken leben, mit harten „B“ ;-)

So setzte ich einen Fuß vor den anderen und plötzlich geschah das Unfassbare.

Es kam „Hold on“ von Wilson Philips. Genau der Song, den ich einen Tag vor dem Unfall auf Kauai’i im Auto gehört hatte.

Ich wusste nicht wie mir geschah, aber wie auf Knopfdruck beschleunigten meine Beine. Sie wurden immer schneller und schneller. Ich konnte es überhaupt nicht steuern. 

Links. Rechts. Links. Rechts. Total selbstsicher. Total in Balance.

Was passierte da gerade?

In dem Moment wusste ich, dass das alles kein Zufall war. Weder der Unfall, noch dieses Lied. Ich musste einfach irgendwie vertrauen …

Natürlich wollte ich es noch einmal ausprobieren. Als der Song zu Ende war spielte ich ihn erneut.

Nichts dergleichen geschah noch einmal.

 

–> The Beginning:

Alle Blogartikel zu Hawaii und meinem Unfall dort

 

–> So ging es weiter:

Canada und wie die magische Reise weiterging