Trance Tanz: Fürchte dich nicht vor der wahren Liebe

– Mai 2019 – 

Es war das letzte Mal, dass ich zu meiner Freundin Lucia zum Trance Tanz ging.

Gleichzeitig war das erste Mal, dass ich seit sieben Monaten wieder alleine mit dem Auto fahren konnte. Was für ein Geschenk. Und nicht nur das, ich brauchte diesmal keine Knieorthese und keine Krücken mehr.

Bei den letzten beiden Malen hatte mich mein Ex-Mann gefahren und ich saß die meiste Zeit einfach nur am Boden, weil ich nicht tanzen konnte. Doch alleine das war heilsam. Ich hatte einfach meinen Oberkörper bewegt, meine Arme und Hände hinzugenommen und geatmet. 

Ja, Trance Tanz ist nicht irgendein Tanz. Es ist ist für mich eine tiefgreifende Erfahrung und ich glaube, ich habe noch nie in einer Stunde soviel Heilung erlebt, wie bei einem Trance Tanz. 

Lucia ist eine Magiern. Sie taucht mit der Gruppe voll ein. Ich hatte das Glück, dass ich beide Perspektiven erfahren durfte. Mich mit Augenbinde voll hinzugeben oder mit ihr den Raum zu halten. Die Energien, die in so einem Raum entstehen sind einfach gigantisch. Wir hatten das Event vor meinem Unfall zusammen in meinen Räumen durchgeführt und sie in ihrer Kunst zu beobachten war ein Genuss.

Dieser Abend war mein Abschiedstanz vor meiner dreimonatigen Heilungsreise. 

Zu Beginn saßen wir im Kreis und jeder zog eine Karte. Alleine dieser Moment war magisch. Ich liebe Karten ziehen. Auch wenn ich alle meine Kartensets verkauft hatte, weil ich das Gefühl hatte, dass sie nicht mehr brauchte. Jede Karte passte in der Vergangenheit immer wie die Faust auf’s Auge und brachte mich oft zum Weinen, weil soviel Wahrheit darin steckte.

Wie auch in dieser Karte, die ich an dem Abend zog. Darauf war ein eng umschlungenes Paar abgebildet und darunter stand:

 

„Tantrische Kraft

Du und ich wir sind ein Herz. Ich lasse die Nähe zu

meinem Geliebten, meiner Geliebten zu und fürchte

mich nicht vor der wahren Liebe!“

 

Puh. Das musste ich erst einmal in mein System sickern lassen.

Hatte ich wirklich Angst davor? Und was bedeutete WAHRE LIEBE überhaupt? Geschweige denn, dass ich mir selbst nicht anmaßen würde zu behaupten, dass ich weiß, was Liebe bedeutet. Dieses mega große Wort mit all seinen Facetten.

Vielleicht musste ich nach Kaua’i gehen, um es herauszufinden.  

So zogen wir unsere Augenbinden an und die Musik ging los.

Wie so oft war ich sofort auf Kaua’i. Und jedes Mal war ich in der Hanalei. Entweder sah ich ein Haus, einen Mann oder ein kleines Mädchen.

Einmal sah ich ein Lagerfeuer am Strand und ich tanzte mit vielen Menschen um das Feuer. 

An diesem Abend war ich auch am Unfallort und sah hinter dem Wasserfall einen Mann auf einem Pferd. War er ein Engel?

Mein Unterbewusstsein scheint wirklich hoffnungslos romantisch zu sein ;-)

Wie immer weinte ich, schrie ich und lachte ich. Es war so befreiend, auch wenn ich mit meinem Knie noch nicht ausgelassen tanzen konnte. Ich wollte so gerne springen,  mich frei bewegen, aber es ging nicht. Und dann die ganze aufkommende Wut und Aggression gegen mich selbst da sein zu lassen, sie zu transformieren und zu heilen.

Am nächsten Tag war meine Stimme wie immer angeschlagen. Aber das war mir egal. Es musste einfach raus. 

Weißt du wann ich am besten schreien kann? Unter Wasser. Da hört es niemand. Auch nicht, wenn du z.B. in ein Kissen schreist. Oder im Auto auf der Autobahn. Mit richtig fetter Musik, die das Ganze noch unterstreicht. „Rage against the machine“ oder so :-)

Hm, wer war dieser Mann? War das dieser ominöse Kai, der seit 2016 immer wieder in meinen Gedanken auftaucht?

Vielleicht war ich einfach auch nur völlig bekloppt. Aber ich steh auf bekloppt und deshalb wollte ich mit meiner Freundin Tiffany bei einem Telefonat tiefer gehen.

Ich liebe das, wenn meine Freundinnen mit mir irgendwelche verrückten Sachen ausprobieren. In diesem Fall ging ich mit ihr energetisch in diese Kai-Energie rein und sie sagte mir, was sie wahrnahm.

Für mich war er die Monate zuvor dunkelhaarig und dann switchte es zu dunkelblond. Er war ein wenig größer als ich und konnte seine Deckhaare zu einem Zopf binden. 

Spannenderweise nahm sie das mit den Haaren und dem Zopf genauso war, ohne, dass ich ihr davon erzählte. Für sie waren die Haare etwas dunkler, eher brünett. Sie hatte das Gefühl, dass ich ihn über jemanden anders kennenlernen würde und dass er auch nicht auf Kaua’i war. Irgendwo weiter oben auf der Landkarte. Sie meinte San Fransisco.

Was ziemlich spooky war, dass plötzlich in mir so eine ungeheuere Angst aufkam, dass er sterben würde. Ich hatte von jetzt auf gleich Panik. War er krank? Irgend etwas schien mit ihm nicht zu stimmen.

Und mir war, als würden wir nur kurz zusammen sein. Na, hoffentlich nicht, weil er stirbt …

Dann tauchte in meiner Bilderwelt mein Mann wieder auf. Oder wünschte ich mir das nur, weil ich ihn noch nicht loslassen konnte?

Keine Ahnung, was mein Gehirn da kreierte. Doch Teile davon sollten tatsächlich wahr werden.

Die Nacht darauf träume ich von einem Strand, an dem ich war. Jedoch war es nicht Kaua’i, der Strand sah definitiv anders aus. Es ging ganz flach ins Wasser und es war kälter dort.

Dahinter war ein Haus zu dem ich lief und ich wurde schon erwartet. Es stand eine Frau vor dem Haus, die mich fest und sehr lange in den Arm nahm. Dahinter stand ein hellblonder jüngerer Mann und sagte zu ihr: „Jetzt lass mich auch mal.“

Mir war, als würde ich die Frau zum ersten Mal sehen, als hätte sie schon viel von mir gehört und freute sich einfach, mich nun kennenzulernen. Der Mann dahinter schien ihr Sohn zu sein. Als wir uns umarmten war es, als würde ich einen richtig guten Freund umarmen. Die Haare waren jedoch heller, als bei demjenigen, den wir am Telefon wahrgenommen hatten.

Die Frau und ihren Sohn habe ich bis heute nicht getroffen. Doch der Strand könnte ein Strand gewesen sein, an dem ich tatsächlich bald sein sollte …

 

–> The Beginning:

Alle Blogartikel zu Hawaii und meinem lebensverändernden Unfall dort

–> So ging es weiter:

Canada – wie die magische Reise weiterging