HIDDENSEE

– Februar 2020 – 

„Unser nächster Halt ist Schaprode. Von dort aus kommen Sie mit der Fähre auf die wunderschöne Insel Hiddensee“. Ja, genau, da wollte ich hin! Danke, lieber Herr Busfahrer.

Was für ein Glücksgefühl, endlich wieder meinem Herzen zu folgen!

Rügen schenkte mir bestes Sonnenscheinwetter. Und einen Bus, wo Kinderstimmen durch den Lautsprecher die nächste Station ansagen. Was für eine schöne Idee.

Ja, auch in Deutschland gibt es sooo wundervolle Orte. Hiddensee ist definitiv einer davon. Eine Insel auf der keine Autos erlaubt sind, alleine das lässt mein Herz schon höher schlagen. Natur pur.

Hiddensee, ich liebe dich jetzt schon! Was sehnte ich mich nach dir. Auch wenn wir uns schon kannten, denn ich war 2013 mit meiner Freundin Lilly schon bei dir – oder auf dir :-)

Endlich wieder Fähre fahren! Wie hatte ich das vermisst. 

Als ich auf dem Boot die Treppen nach oben lief kamen alte Erinnerungen hoch. 

Kanada.

Zuletzt war ich auf einer Fähre auf dem Weg von Victoria nach Vancouver. 

Ich liebte es wieder auf einem Boot zu sein. Umgeben von Wasser. Ich liebe das Schwanken und die Wellen. Ich liebe das so sehr!

Dennoch war es mir am Außendeck dann doch etwas zu kalt und ich genoss die Überfahrt auf dem unteren Deck. Da war es kuschelig warm.

Als ich von der Fähre lief, fragte ich den netten Matrosen, wie ich auf den Damm käme, wo Lilly und ich damals mit den Rädern fuhren. Er meinte: „Nach Kloster? Sind zwei Kilometer. Hier gleich rechts.“ Aber er würde mir nicht empfehlen dort zu laufen, weil es viel zu windig war.

Ach papperlapapp Schnickschnack. Ich liebe Wind!

Hui, das war wirklich windig. Das machte Spaß!

Angekommen beim ersten Wegweiser – da stand: Kloster 2,9 km.

Oh nein, ich bin in die falsche Richtung gelaufen. Mal wieder :-D

Geradeaus stand „Strand“. Das klang gut. Ich hatte den ganzen Tag Zeit und musste nicht auf dem direkten Weg dorthin. Da war er wieder: Mein ALOHA-Flow. Was hatte ich dich vermisst, Baby! 

Als sich ein Pärchen näherte, fragte ich sie, ob sie nach Kloster liefen. Ja, ich quatsche mittlerweile einfach so wildfremde Menschen an und frage sie um Hilfe. Cool, oder? 

Sie sagten „ja“, aber sie wollten vorher an den Strand, denn sie hätten ja den ganzen Tag Zeit :-)

YES. So kämpften wir uns hintereinander gegen den Wind Richtung Strand und plötzlich sah ich ihn. Den Strand und das wunderschöne Meer, das ich so sehr liebe.

Wow, war das schön! Oh mein Gott, war das schön! Ich war wieder total in meinem Element. Filmen, Fotografieren, Bilder in meinem Whats App Status teilen. Ich liebe das und könnte das den ganzen Tag lang machen.

 

 

Danke, Hiddensee. Danke, Sonnenschein. Danke, mein Herz.

Ach ja: Und danke an das Navi in meinem Handy. Es tat so unfassbar gut wieder ein Navi zu haben. Und bald hatte ich einen Termin wegen eines neuen Handtarifs, damit ich auch auf Reisen nicht mehr vor dem Problem stand, orientierungslos zu sein ;-)

Und rate einmal welche Länder in diesem Handtarif inkludiert sind – USA und Kanada B-)

Ja, ich mag diesen ganzen technischen Schnickschnack. Auch wenn ich zu Beginn meiner ganzen spirituellen Ausbildungen dachte, ich müsste dem entsagen. Um mir wiederum selbst einzugestehen, dass ich ein Händchen dafür habe. 

Mir fiel es schon immer leicht, mich in Programme einzuarbeiten. Alles rund um das Thema Medien hatte mich von je her fasziniert und ich wollte am liebsten alles lernen, vor allem beim Filme machen. Vom Drehbuch bis zum Schnitt. 

Die ganze digitale Welt faszinierte mich. Und das hatte sich schon früh abgezeichnet. Ehrlich gesagt ging mir der Fortschritt damals viel zu langsam. Ich wünschte mir manchmal ich wäre später geboren. Oder ahnte ich schon, was auf uns zukam?

Hm, passte das zusammen? Natur und Technik? Und wieviel Technik ist gesund für die Erde? Haben wir das Internet nur erfunden, weil wir vergessen haben, dass wir auch ohne Internet miteinander verbunden sind? Und es vielleicht gar nicht bräuchten?

Gewagte Theorien. Ich weiß.

Mein Navi sagte mir, dass ich entlang des Strandweges auch nach Kloster kam. Wo ist der „Gefällt mir-Button“? :-)

So näherte ich mich diesem ruhigen, malerischen Ort. Rechts die Weite der Felder, links das Meer. Ich kann dir gar nicht sagen, wann ich das letzte Mal so glücklich war.

Doch. Ich wusste es. Es war auf Kaua’i.

Was war seit meiner Ankunft in Deutschland Ende Dezember 2019 passiert?

Alles fühlte sich so schwer und eng an. Wo war mein Vertrauen hin? Wo war mein Mut hin? Wo war der Zugang zu meinem Herzen hin?

Es war, als hätte ich mir einen schweren Mantel angezogen, einen Mantel, der nicht meiner war. Vielleicht musste ich diesen Mantel ein letzten Mal tragen, um ihn wirklich zu fühlen. Diese Energie ein letztes Mal intensiv zu fühlen. Um sie dann ein für alle Mal loszulassen.

Und wenn diese Worte dich gerade berühren, dann lass uns folgendes zusammen tun: Lass ihn uns ablegen!

JETZT!

Tiefer Atemzug.

Leichtigkeit ein. Schwere aus. Pure Leichtigkeit ein.

Gut gemacht :-)

Hiddensee schenkte mir an dem Tag soviel und nahm mir gleichzeitig soviel Last von meinen Schultern. Mein Knie hielt. Ich lief und lief. Bis nach Kloster. Bis zum Leuchtturm. Bis zum Ende der Insel. Und wieder zurück nach Kloster. Die längste Wanderung seit meines Unfalls 2018 auf Kaua’i.

Ja, mir taten die Füße in den Stiefeln weh, denn die waren nicht für so lange Strecken ausgelegt. Aber Barfuss laufen war mir einfach zu kalt ;-)

Anscheinend gehöre ich auf Inseln. Umgeben von Meer. Auch wenn es nicht der Pazifik war. Es war sogar in Deutschland. 

Doch, das „mit-dem-dort-Wohnen“ überlegte ich mir noch einmal, als ich am Abend tiefgefroren auf die Fähre zurück nach Schaprode wartete ;-)

Danke, Hiddensee, für diesen zauberhaften Tag!

You made my day <3

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