Dort wo du bist wird alles sein

– Juni 2019 – 

Da stand ich vor meinem Kleiderschrank und begann zu packen.

Was nimmt für drei Monate nach Kaua’i mit? Und wie schaffe ich es, dass der Rest in mein Auto passt?

Weißt du was das Komische war? Es lief alles rund. Alles fand seinen Platz. Mir war als würde mich etwas beim Packen leiten und mir genau sagen, was ich mitnehmen soll und was nicht.

Ich stand in der Küche vor dem Geschirr und schaute mir all die Dinge an, die eigentlich meine Sachen waren, aber mir war als würde Kaua’i sagen: „Lass es da. Dort wo du bist, wird alles sein.“ 

Cool, dachte ich mir, d.h. dieser Kai-Typ, der mir ständig energetisch irgendwo herumspukte hat ein tolles Haus und alles ist dort :-)

Mir ging diese Session mit meiner Freundin Tiffany nicht aus dem Kopf und ich überlegte wo dieser Strand sein könnte, von dem ich träumte. Vielleicht war es Los Angeles? War es kälter dort? Der Strand sah kälter aus.

Vielleicht fliege ich ja noch wo anders hin. Und vielleicht komme ich ja gar nicht mehr zurück? Ich war offen für alles und bereit für Abenteuer und wo mein Herz mit hinführte. Noch.

So packte ich neben Sommersachen auch ein paar wärmere Kleidungsstücke ein, man weiß ja nie.

Und ich nahm meine bunten Stifte mit. Ich liebe Stifte. So konnte ich mich in meinem schlauen Notizbuch kreativ austoben. Da stand alles drin was mich gerade interessierte, Ernährung, Kräuter, Chakren, Numerolgie, Astrologie etc. und meine verrückten Träume.

Hm, sollte ich meine Regenbogen-Wachsmalkreide mitnehmen? Ich hatte sie mir für meine Flipcharts gekauft. Damit konnte man tolle Hintergründe kreieren. Es waren zwar nicht exakt die Regenbogenfarben, aber ich liebte diese Wachsmalkreide. Es sah so schön aus. Also packte ich sie ebenfalls ein.

 

 

Wenn ich damals schon geahnt hätte, dass ein Teil der Wachsmalkreide an einem ganz anderen Ort landen würde. Wo ich zu dem Zeitpunkt nicht einmal wusste, dass es diesen Ort überhaupt gab. In der Regenbogenstraße …

Lass uns weiter packen gehen.

Mein Ex-Mann saß auf dem Sofa während ich alles packte. Was für eine im Grunde echt ätzende Situation. Und trotzdem gab mir irgendetwas Kraft. Innerhalb kürzester Zeit war alles verstaut. 

Warum ging das alles so leicht?

Selbst mein MTB konnte ich komplett alleine zerlegen und in die Radtasche packen. Sonst brauchte ich immer Hilfe, wenn ich mein Rennrad für’s Trainingslager auseinander schrauben musste.

Ja, es war verrückt mein Fahrrad mitzunehmen, wo ich auf der Rolle (das ist so ein Teil, wo du dein Fahrrad festmachst, damit du zu Hause fahren kannst) es gerade so schaffte die Kurbel einmal mit Schmerzen im Stehen zu umdrehen. Ich konnte das Knie noch nicht soweit beugen, dass es im Sitzen ging.

Doch die Stimme sagte: „Nimm es mit. Du wirst damit fahren können.“

So visualisierte ich immer wieder, wie ich damit zum Einkaufen fuhr und das Gefühl, das ich dabei hatte, wenn ich vor dem Laden abstieg. Es machte mich einfach glücklich.

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich meine ersten Vorträge über mentales Training hielt u.a. über die Zusammenhänge, was in unserem Gehirn passiert, wenn wir uns etwas vorstellen. Wie wichtig die Details sind etc.

Ganz ehrlich? Ich komme immer mehr davon weg, mir Bilder vorzustellen, auch wenn ich eine lebhafte Phantasie habe, was Bildvorstellungen angeht. Aber viel stärker ist die Emotion dahinter. Die E-Motion, die Energie in Bewegung. Als könnte man förmlich fühlen, wie sie wie eine Schallwelle nach Außen geht.

Man sagt zwar, dass alles Energie sei, aber es tatsächlich zu fühlen ist für mich ein unglaublicher Prozess, mit dem ich noch nicht am Ende bin.

Jedes Wort, das ich schreibe, hat eine bestimmte Energie, eine bestimmte Frequenz und ich bekomme jedesmal eines auf die Finger, wenn das Wort nicht passt. Wenn es vergleicht oder bewertet oder die Intention dahinter nicht in Ordnung ist.

Wörter haben eine unglaubliche Kraft. So lass uns achtsam und wertschätzend damit umgehen.

Ja, Wertschätzung. Ehrlich gesagt fiel es mir manchmal schwer in den sieben Monaten mit meiner Knieverletzung jeden Tag wertschätzend in den vier Wänden zu sein, an die ich zwangsläufig gebunden war. Ich wollte einfach nur raus.

Es war Zeit Frieden schließen. Denn im Grunde war die Wohnung wunderschön. Es fehlte hinter der Balkontür nur der Garten und der Blick auf’s Meer :-)

Spaß beiseite, ich war wirklich dankbar und diese Dankbarkeit wollte ich in den Raum senden. So saß ich auf dem Sofa und schickte Dankbarkeit an jede Wand.

Und dann geschah es: Es war, als würde der ganze Raum immer heller werden. Als würden die Wände mit mir sprechen und ebenso Danke sagen. Da war soviel Wärme und Liebe in diesem Raum. 

Wir waren in Frieden und es war an der Zeit zu gehen.

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