Kai und der Regenbogen

– Juli 2019 – 

Da lag ich wieder auf Katharinas Liege für eine weitere Lomi Massage und sie fuhr mit ihren Händen über meinen Körper.

Beim letzten Mal war ich so unfassbar dankbar über diese Erkenntnis, dass ich gar nicht traurig bin. Dass meine Seele im Grunde glücklich war und sich freute, dass ich hier war.

Und trotzdem war es ein ganz schöner Akt nun herauszufinden was wirklich ICH bin. Was meine ureigenen Emotionen waren. Und nicht die meiner Mutter oder die meines Ex-Mannes. 

Beim letzten Man half mir die Farbe „Türkis“. So trainierte ich seit dem mit dieser Farbe und fragte bei jeder Emotion welche Farbe sie hatte. So lernte ich mich selbst immer besser kennen. 

Ebenso trainierte ich jeden Tag meine Intuition und verglich sie mit den Signalen meines Herzens, um immer weiter zu meiner Essenz vorzudringen.

Es war am Anfang gar nicht so einfach und dann irgendwie schon. Die Dinge zu „sehen“, nicht nur zu fühlen. Aber auf einer ganz anderen Ebene.

Ja, es war wie ein langer Weg, zurück zu mir selbst.

Plötzlich war er da! Der Regenbogen. Es war von jetzt auf gleich und so ein schönes Gefühl. In meinem ganzen Körper war ein Regenbogen. Ich war der Regenbogen!

Katharina sagte, dass das immer passiert, wenn die Seele sich erinnert, wo sie herkam.

Hast du dich schon einmal mit der Legende von Lemuria und Atlantis beschäftigt? Ich glaube, dass es diese beiden Kulturen tatsächlich gab. Meine Reikilehrerin erzählte oft von Lemuria und ich war immer sehr skeptisch. Bis ich nach Kaua’i kam …

Ich weiß nicht mehr wie wir während der Massage darauf kamen, aber diese „Kai-Sache“ ließ mir keine Ruhe. Gab es ihn wirklich? Oder war es nur ein Hirngespinst?

So fühlte ich mich noch tiefer in mich hinein und mir kam eine neue Erkenntnis: Ich bin Kai! Na klar! Ich war die ganze Zeit auf der Suche nach mir selbst! :-)

Nein. Da war noch was anderes.

Katharina meinte, Kai muss keine feste Person sein. Alles verändert sich ständig. Sie meinte, wenn die Energie passt, wird der „richtige“ Kai genau zum richtigen Zeitpunkt da sein.

Das machte Sinn.

Und was hatte Kai nun mit dem Regenbogen zu tun?

Der Regenbogen erschien mir immer wieder 2016. Dieser „Kai“ auch, aber nur bis Juni. Ich weiß es noch wie heute: Ich stand in meiner alten Arbeit im Büro und war ziemlich sauer auf meinen Ex und dachte mir „Du kannst mich mal. Jetzt fokussiere ich mich energetisch nur noch auf Kai. Pff.“

Doch Kai spielte dieses Spiel nicht mit und so schnell wie ich den Gedanken hatte, war er energetisch auch schon weg. Plopp.

Der war aber empfindlich. Okay, keine Ego-Lückenbüser-Spiele mit Kai.

Und dann hatte ich ihn fast vergessen. Fast zweieinhalb Jahre lang. In der mein Ex und ich es noch einmal versuchten und mit unserem neuen Hund Emma eine so tolle Zeit hatten. Bis wir merkten, dass wir mittlerweile einfach zu unterschiedliche Lebenskonzepte hatten und er eine andere Partnerin brauchte, so wie ich einen anderen Partner. Mit denen wir unsere Lebensvisionen leben konnten.

Und dann war er plötzlich wieder da: Kai. Im Januar 2019. Nachdem klar war, dass mein Mann und ich uns wieder trennen werden, wenn ich wieder laufen kann.

Klingt alles ziemlich verrückt, ich weiß. Und es wird noch verrückter. 

Ich liebe es meine Träume zu befragen und mir Dinge zu zeigen. So bat ich mein Unterbewusstsein mir diesen Kai zu zeigen, als ich die ersten Wochen auf Kaua’i war. 

Gefragt. Geantwortet. Ich träumte von einem Ort, der definitiv nicht Kaua’i war. Ich war in einem großem Raum und da waren ganz viele Menschen – und wir tanzten einen Kreistanz. Wir hatten uns alle im Arm und Kai war direkt neben mir. Er war größer als ich, hatte eine Jeansjacke an und hatte halblange dunkelbraune Haare. Und sah definitiv viel jünger aus als ich. 

Das war ja nicht auszuhalten. Erst ist er dunkelblond, dann braun. Mal gleich alt, mal jünger. Mal kleiner, mal größer. Was jetzt? Und wo war dieser Ort? Auf Kaua’i brauchte man keine Jeansjacke. Es war definitiv kälter dort.

Langsam glaubte ich Kaua’i führte mich an der Nase herum.

Ich sollte mich wieder mehr auf mich konzentrieren, was ich auch tat. Auch während der Session. Und das was passierte, was nicht lustig.

Wir drangen bis in meine Kindheit vor.

Als Kind hatte ich oft Albträume und besonders oft träumte ich von einem Raum in einem Haus, das ich kannte. Es war das Haus von Freunden meiner Eltern. Sie hatten zwei Kinder und ihr Sohn war einer meiner besten Freunde.

Es war im Traum als wäre der Raum radioaktiv und ich durfte nicht in die Hängeschränke schauen, weil sich darin ganz böse Sachen befinden.

Ich wollte wissen, was es damit auf sich hatte und als ich noch in Deutschland war, machte ich mit Katharina eine Online-Session.

Doch wir kamen in dieser Session nicht weiter. Mein ganzes System machte zu. Als würde es mir eine Riegel vorschieben. Ich kam nicht weiter.

Diesmal kamen wir weiter und es war kein schöner Moment.

Ich sah keine Bilder, es kam nur eine Emotion nach oben und die war alles andere als angenehm. Es war, als wäre ich vom Kopf abwärts von meinem Körper abgeschnitten. Ich begann furchtbar zu weinen und hasste alle Männer.

Schicht um Schicht hatte mich Kaua’i tiefer geführt. 

Musste ich mir deshalb die Kniescheibe zertrümmern, damit ich nicht mehr weglaufen konnte? Damit nach oben kommen konnte, was da noch verborgen lag?

Waren wir tatsächlich schon am Endpunkt angekommen oder ging es noch tiefer? Was war da noch? Und wie konnte es heilen?

Bevor ich nach Kaua’i flog sah ich ständig die 555. Sie stand für ich für Heilung. Ebenso sah ich ständig die 1404, was u.a. das Geburtsdatum meines Vaters ist.

Okay, fassen wir zusammen: Meine Seele ist der Regenbogen. Kai bin irgendwie ich und doch ist es jemand anders. Es ist etwas Schlimmes in meiner Kindheit passiert und es war an der Zeit all den Dreck nach oben zu holen, damit ich frei sein konnte.

Wie ich jemals wieder einem Mann vertrauen konnte, auch körperlich, war mir zu dem Zeitpunkt ziemlich schleierhaft. Der musste ganz schön einfühlsam sein.

Lass uns jetzt in die Zukunft springen.

Neulich hatte ich seit langem ein Coaching bei einem meiner ersten Ausbilder und ich erzählte ihm die ganze verrückte Geschichte der letzten 1,5 Jahre. Auch von Kai und dem Regenbogen. Er sagte, dass gestern erst auf Facebook ein Bild aufgeploppt war. Eine Erinnerung vor fünf Jahren. Er hatte damals sein Buch vorgestellt und wir spielten daraus eine Szene nach auf der Bühne nach. Er wollte, dass ich die Rolle der „Frau Sonnenstrahl“ übernehme und sagte: „Ich hatte dich ganz bewusst dafür ausgewählt.“

Ja, er sagte immer, dass ich die Sonne sei.

Er fragte: „Was braucht es für einen Regenbogen?“. Na Regen. Deshalb Regen-bogen.

„Und was braucht es noch?“ Sonne.

Es braucht Regen und Sonne.

Regen ist ehrlich gesagt nicht so mein Ding. Ich liebe die Sonne. Ich war schon immer ein Sonnenkind und wenn die Sonne scheint, dann geht es mir wunderbar. Doch für einen Regenbogen braucht es beides.

So, wenn ich in dieser Geschichte die Sonne bin, wer ist dann mein Gegenpart? Wer ist der Regen?

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