Die Bestseller-Autorin am Salt Pond Beach

– Juni 2019 – 

Claire fragte mich, ob ich mit ihr und ihrem Freund nach Salt Pond Beach kommen möchte.

Diesen Strand hatte ich noch sehr gut in Erinnerung. Ich war das Jahr zuvor nach dem Chrystal Healing dort. Nach der schmerzhaften Erkenntnis, die sich während er Session auftat. Einen Tag vor meinem Knie-Unfall dort.

Salt Pond Beach hatte ich somit in nicht so guter Erinnerung, weil es mir beim letzten Mal nicht gut ging. Und diesmal ging es mir auch nicht wirklich besser.

Schon verrückt. Damals ging es darum, sich zu trennen. Meinen Mann zu verlassen. Nun hatte ich es getan.

Doch ich wollte mit den beiden mit. Zum Glück. Sonst wäre mir eine sehr wichtige Begegnung entgangen.

Im Vergleich zum letzten Mal war richtig viel los. Und ich entdeckte eine Robbe, die faul in einem abgetrennten Bereich lag. Ich setzte mich nah an die Absperrung, um sie zu beobachten.

Ich glaube, wir können viel von Robben lernen. Sie sind so ehr im Moment und genießen einfach das Leben. Ich liebte es, sie zu beobachten und fühlte mich gleich ein wenig besser.

Schon komisch. Nur durch ihre Anwesenheit und durch ihr Nichts-Tun. Das erinnerte mich an die Worte, die ich hörte, als ich das Jahr zuvor in der Hanalei am Strand saß: „Es gibt nichts zu tun. Rein gar nichst zu tun.“ Wo auch immer diese Worte herkamen.

Mein Verstand begreift das bis heute nicht. Aber meine Seele weiß genau, was damit gemeint ist. 

Kannst du es fühlen?

Ich lief zurück zu Claire und ihrem Boyfriend, um meine Schwimmsachen zu holen. Das gute an Salt Pond ist, dass es einen Wasserbereich gibt, der durch Felsen geschützt ist, so kann man dort gut schwimmen.

Die Strömung auf Kauai’ ist sehr stark und ich habe großen Respekt vor ihr. Aber irgendwie mag ich dieses Raue. Dieses Ursprüngliche. Dieses Krasse. Auf der einen Seite fühle ich dort soviel Liebe und auf der anderen Seite ist diese Insel für mich krass und direkt. Sie zeigt mir ganz klar wo es langgeht wo nicht.

Und ich glaube nicht, dass Liebe immer sanft und rosarot ist. Manchmal muss Liebe klar und direkt sein, damit sich etwas verändert. Auch wenn es sich in dem Moment überhaupt nicht wie Liebe anfühlt.

Was denkst du darüber?

Eine Mutter, deren Kind gerade unbedacht auf die Strasse fast vor ein Auto rennt, wird nicht voller Achtsamkeit, meditativ auf Samtpfoten hinter ihm her gehen. Sie wird wahrscheinlich schreien, losrennen und es sofort von der Straße wegzerren. Nicht, weil es ihr Kind nicht liebt. Sondern weil es ihr Kind schützen möchte, oder? Sie liebt ihr Kind trotzdem und riskiert dafür sogar ihr eigenes Leben.

Lass uns wieder zurück zu Mama Kaua’i gehen.

Nach dem Schwimmen ging es mir noch einmal besser. Es ist schon der Hammer welche Wirkung Wasser und das pazifische Meer auf mich haben. Vielleicht weil mein Vorname „die aus der See kommende“ bedeutet. Das mag ich.  Eigentlich fand mich meinen Namen immer doof. Ich hätte so gerne anders geheißen. Julia, Sarah, Jennifer, was auch immer. Als ich dann einmal gelesen hatte, dass es auch „Gottes Geschenk“ heißt, fand ich meine Eltern richtig cool. Auch wenn es ihnen gar nicht um die Bedeutung ging.

Was bedeutet dein Name?

Als ich zu unseren aufgebauten Strandstühlen zurücklief, unterhielten sich Claire und ihr Boyfriend mit einem Pärchen und ihr Boyfriend wollte mich beiden unbedingt vorstellen. Dem braungebrannten Mann mit den weißen langen Haaren und der Frau mit den lockigen Haaren und einem so zauberhaften Lächeln eines Kindes.

Der Name der Frau war Inette Miller. Den Namen des Mann konnte ich mir nicht auf Anhieb merken. Sein Name war ’Iokepa.

So plauderte ich ein wenig mit der so herzlichen Inette. Kennst du diese Momente, wenn du schon fast weinen musst, nur weil du die Stimme eines anderen Menschen hörst? So ging es mir das erste Mal mit Eva-Maria Zurhorst. Ich hätte sofort losheulen können. Diesmal war es wieder so. Spannenderweise haben beiden Frauen eine Gemeinsamkeit …

Inette fragte mich, was mein Job in Deutschland ist. Ich erzählte ihr, dass ich Yogalehrerin und Coach bin und fasste für sie in Kurzform meine verrückte Geschichte mit Knieunfall, Trennung und das Verlassen meines zu Hauses zusammen.

Als ich sie fragte, was sie machte, sagte sie mir, dass Sie Schriftstellerin ist und schon mehrere Bücher geschrieben hat. Sogar Bestseller. Wow. Das berührte mich tief. Und erinnerte mich schmerzhaft daran, wie gerne ich auch Buchautorin wäre. Ein Wink mit dem Zaunpfahl?

Anscheinend bringen Buchautorinnen mich zum Weinen, denn auch Eva-Maria Zurhorst ist Bestsellerautorin.

Sie erzählte mir, wie sie damals nach Kaua’i kam. Eigentlich wollte sie nur eine Woche Urlaub machen und dann traf sie diesen Mann, der ihr ganzes Leben auf den Kopf stellte. Kenn ich irgendwo her. Sie wollte eigentlich nur kurz bleiben und blieb letztendlich ihr Leben lang.

Wir sprachen über Italien und Florenz und wie gerne sie früher gereist war. Doch sie hatte sich für ihren Mann entschieden. Und eine unglaubliche  Zeit, die beide zusammen erlebt hatten und noch erleben. Er ist mit Herzblut Hawaiianer, lebt die Kultur und ist hier fest verwurzelt. 

Komm schon Universum, warum kann ich niemanden treffen, mit dem ich gemeinsam eine Vision habe und der Kaua’i genauso liebt wie ich? Ich wär auch sofort geblieben.

Ich blickte ihr nach, nachdem wir uns verabschiedet hatten.

Plötzlich drehte sie sich um und kam wieder zu mir zurück. Sie sagte: „Ich weiß nicht warum, aber irgendetwas an deinen Worten war anders. Ich habe das Gefühl, dass ich mit dir noch einmal sprechen möchte.“

Sie erzählte mir von ihrem Buch „Grandmothers Whisperer“ und meinte, ob ich es lesen möchte. Eigentlich wollte ich keine Bücher mehr anhäufen. So hatte ich erst vor einigen Wochen alles verkauft.  Aber irgendetwas war da mit diesem Buch …

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Hier und Jetzt: Heute Morgen bin ich aufgewacht und ich wusste, es wird Zeit diesen Teil der Geschichte zu veröffentlichen. Dann war mir auch klar warum: Weil ich vor ein paar Tagen mein erstes Buch im Amazon Kindle Store publiziert habe. Schon verrückt. Danke, Inette für diese magische Begegnung. Und wir sollten uns auf dieser Reise noch einmal sehen …

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Hier findest du mein Buch „Kennen wir uns wirklich?“ (klick) im Amazon Kindle Store. Wenn du Kindle Unlimited hast, kannst du es sogar kostenfrei lesen.

Bitte hinterlasse mir eine Rezension, wenn du magst.