Venus & Mars

– 24. August 2019 – 

Ich hatte wieder Geld! Freudestrahlend bin ich in einen meiner Lieblingsläden zum Grocery-Shopping und habe mir lauter gutes Grünzeug gekauft :-)

Noch besser wäre es gewesen, wenn ich auf den wöchentlichen Farmers Market gegangen wäre, aber den hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht für mich entdeckt.

So entdeckte ich Kauai’ mehr und mehr und möchte noch soviel mehr in die Insel eintauchen.

Claire sagte: „Je öfter du hier bist, desto mehr Menschen wirst du kennenlernen.“ Das fühlte ich sich gut an. Ich meine, ich war irgendwie alleine losgezogen und es war so schön, dort Menschen kennenzulernen.

Und es war so einfach. Ich glaube, ich bin von Natur aus jemand, der am liebsten alle umarmen würde. Käme in Deutschland nicht so gut an. Die würden mich wahrscheinlich einweisen lassen. 

Ich hatte vor ein paar Jahren dieses Bild im Kopf: Die Erde als Landkarte. Und überall waren Lichter. Und diese Lichter haben sich alle miteinander verbunden. Immer schneller. Immer kraftvoller. Es war wie eine liebevolle Lichtinvasion. 

Habe ich dir schon erzählt, dass das Universum durch Zahlen mit mir spricht? Ich nehme sie dann vermehrt wahr, aber verstehe sie erst einmal nicht.

So waren es vor meiner 3-monatigen Kauai’-Reise in Deutschland immer wieder die Zahlenkombinationen 444 und die 555. Als ich auf Kauai’ war sah ich ständig Kombinationen aus 4ern und 1sen: 141, 414, 144.

Am 14. April hat mein Vater Geburtstag. Hatte es etwas mit ihm zu tun? Ach komm schon Universum, an dem Vaterthema arbeite ich seit sechs Jahren – irgendwann muss doch mal gut sein …

Ebenso sah ich häufig die gleichen Buchstaben oder Buchstabenkombinationen und hätte so gerne gewusst, was sie bedeuteten. So sah ich ständig KC oder B – und sogar einen Namen: Tom.

Und die 89 oder 809. Mein Rückflug war auf den 8. September gebucht. Hatte es etwas damit zu tun? An dem Tag hat auch eine meiner Freundinnen Geburtstag und jemand, der mir mal ganz schön das Herz gebrochen hatte. Es ist schon komisch was ich mir danach für ein Muster antrainiert habe: Menschen mit dem Sternzeichen „Jungfrau“ sind gefährlich. Zum Glück hatte mich meine Freundin, die am gleichen Tag Geburtstag hat, davon geheilt. Sie ist total anders als er. 

Schon in meiner frühen Jugend habe angefangen Bücher über Astrologie zu lesen und konnte mir das alles ganz leicht merken. Es machte für mich alles Sinn, vor allem mit dem Elementen. Doch habe ich für mich entdeckt, dass das Sternzeichen nur so ein kleiner Teil ist.

Ebenso bei Persönlichkeitsmodellen. Wir versuchen Dinge zu greifen, eine Form zu geben, sie zu verstehen oder in eine Schublade zu packen. Da sind sie schön sicher und aufgeräumt. Doch bei jedem Modell dachte ich mir: Hey, ich bin ALLE diese Anteile. Manchmal das eine mehr, manchmal das andere.

Lass uns zurück zur Astrologie gehen.

Als ich auf Kauai’ war, machte ich gerade ein Online-Training für Astrologie und freute mich jeden Monat auf die Updates aus den Sternen. Besonders sprach mich der 24. August an. Es sollte ein ganz besonderer Tag sein, den es nicht so oft gab.

Eine Konjunktion von Venus und Mars. Wow.

Als hoffnungslose Romantikerin in meiner verträumten Kleinmädchenwelt war ich schon sehr aufgeregt, wer mir an diesem Tag begegnen würde. Vielleicht der Engel auf dem Pferd, den ich in einer Vision vor ein paar Monaten gesehen hatte? Bei dem Wasserfall wo der Unfall passiert war.

Hmmm.

Dummerweise ist mir an dem Tag gar niemand begegnet.

Zumindest nicht physisch.

Ich versuchte zu joggen und plötzlich hatte ich ein Bild von einem Mann und sofort ein überwältigendes Gefühl dazu. Es war einfach da. Da war so etwas richtig Liebevolles. Es fühlte sich so gut an. 

So ein ähnliches Gefühl hatte ich, als ich Monate vorher in Deutschland mit meinem Ex im Supermarkt war und es lief von Ed Sheeran der Song „Perfect“. Keine Ahnung was dieses Lied plötzlich in mir ausgelöst hatte.

Manchmal höre ich bestimmte Lieder in mir drin, es kommt einfach so. Und dann höre ich mir tatsächlich das Lied an – und es löst etwas in mir aus.

So war es an diesem Tagen auf Kauai’ der Song von 30 Seconds to Mars „The Story“. Plötzlich sah ich, dass die Band auf Instagram über einen anderen ihrer Songs schrieb und ich wusste in dem Moment, dass ich auch dieses Lied jetzt brauche: Walk on Water.

Rückblickend war der 24. August doch ganz schön gespickt mit wundersamen Erlebnissen. Ich erzähle dir gleich davon – zuerst muss ich dir noch von Claire erzählen :-)

Sie war in den Wochen zuvor mega aufgeregt. Denn sie verreiste an einen Ort, an dem sie noch nie war, um dort ein befreundetes Pärchen zu besuchen. Das Paar hatte jahrelang auf Big Island gelebt und war wieder zurück gezogen in das Land, wo die Frau herkam: Kanada. Nachdem Vulkanausbruch war es ihnen auf Big Island zu unsicher und so sind sie zurück nach Kanada. Den Ort weiß ich nicht mehr genau.

Kanada? Zieht es mich jetzt nicht hin – dachte ich mir noch …

Claire war sehr nervös vor der Flug und erkundigte sich, wo ich meine Barfussschuhe herhabe, denn sie brauchte bequemes Schuhwerk. Und einen neuen Koffer, den sie mir dann stolz präsentierte. 

Wenn ich dir jetzt erzähle, dass ich Wochen später genau in dem gleichen Laden war, um mir auch einen neuen Koffer zu kaufen für … na, was denkst du?

Das Verrückte war oder zumindest in meiner programmierten, geeichten und genormten Kopfwelt, meine Reaktion auf das was sie mir noch erzählte: Sie sagte, dass sie Kanadierin ist und er Deutscher und 20 Jahre jünger als sie. 

20 Jahre? Krass.

Meine erste Reaktion war: Und das geht gut? Und ich dachte mir: Na ja, bei Demi Moore und Asthon Kutcher hat das auch nicht funktioniert.

Sie sagte: Ja! Er sei ein total Lieber und würde sich rührend um sie kümmern. Dass sie schon lange glücklich zusammen wären und sogar verheiratet. 17 Jahre oder so. Sie wäre jetzt 60 oder so. Dann war sie ja, als sie zusammen kamen … 43. Krass, genauso alt wie ich zu dem Zeitpunkt.

Auf der einen Seite machte es mir Angst, weil ich selbst wahrscheinlich viel zu große Bedenken hätte, dass ich irgendwann wegen einer Jüngeren verlassen werde. Und was die Leute sagen und wie die kucken und wie sieht das denn auf einem Foto aus? Ich wollte nicht älter aussehen.

Scheiße, hatte ich in dem Moment mit meinen Gedanken Karma produziert?

Auf der anderen Seite fand ich es total abgefahren und cool. Weil es die vermeintlichen Regeln sprengte und zeigte, dass etwas gut geht, was andere für unmöglich halten. Es war der beste Beweis dafür, dass es funktionierte. Ich mag ungewöhnliche Dinge und gegen den Strom schwimmen.

So, und jetzt kommt das Beste. Ich weiß nicht warum, aber manchmal sprechen mich Zitate an und an diesen Tagen Eines ganz besonders. Es traf mich wie der Blitz – da stand: „Marry someone you can break generational curses with.“ Das Wort „curses“ musste ich erstmal recherchieren, was es bedeutete. 

Ups. Fluch? Heiderzacken. Ihhh. Das machte mir Angst. Ich will keine Flüche brechen. Ich will damit überhaupt nichts zu tun haben. Es schnürte mir förmlich die Kehle zu.

Ein paar Tage zuvor war ich in Kapa’a am Strand und saß auf einer Holzbank mit einem Holztisch. In dem Tisch war ein Name eingeritzt: Mia

Ich begann zu weinen. Denn das war der Name, den meine Tochter hätte bekommen sollen. Mia. 

So begann ich mit dieser irgendwann Seele zu sprechen und sagte zur ihr: Okay, wenn du auf die Erde kommen willst, dann such dir deinen Vater selber aus und zeig ihn mir. 

Weißt du, ich will mich einfach führen lassen. Der liebe Gott weiß schon, was am besten für mich ist. Zumindest hatte ich auf Kauai’ dieses tiefe Vertrauen. Und ich wünschte, ich könnte es in Deutschland haben.

So vertraute ich auf Kauai’, mir kein Busticket für den August zu kaufen. Kauai’ sagte nein, als ich in den Laden ging. Ich wollte wissen, warum. Ich will immer wissen, warum. Ich wünschte ich könnte einfach damit aufhören. Denn am Ende machte immer alles Sinn. Komm schon Doris, lassen die Fragerei.

Und tatsächlich: Am Ende kam ich günstiger mit Einzeltickets, weil ich gar nicht mehr so oft mit dem Bus fuhr. Und am Ende sogar ganz mutig alleine mit Marcus’ Auto über die Insel tuckerte.

Was hatte ich schiss davor, dass ich das mit meinem Knie nicht kann. Das Auto war ganz anders als meines und doch ging es. Ich konnte fahren und liebte es so sehr.

Ich liebe dieses Langsame, Gechillte. Mit offenem Fenster, Musik, der Wind, die Natur und dieses unglaubliche Gefühl von Freiheit und Sicherheit. Kauai’ schenkte mir soviel Sicherheit, Glücksgefühle und Wohlbefinden.

Sag mal Kauai’ woher wusstest du, dass ich das Monatsticket nicht brauche? Kann man einen Monat vorher in die Zukunft fühlen? Was glaubst du?

Lass uns gedanklich zurück zum Venus-Mars-Tag reisen.

Am Nachmittag dieses magischen 24. Augustes wollte ich mit dem Rad noch Essen einkaufen fahren. Ich weiß es noch wie heute, ich stand auf der Veranda und Marcus fragte: „Hast du Lust Morgen eine Bootstour mitzumachen, an einen ganz besonderen Ort an der Na Pali Coast? Es ist jemand abgesprungen und es ist ein Platz frei geworden.“

Bootstour? Hatte nicht die neue Mieterin was von einer Bootstour an die Na Pali Coast gesagt? Ja, die Na Pali Coast. Der für mich magischste Ort überhaupt. Dieses Bild der Berge, bei der schamanischen Trommelreise vor meinem Unfall werde ich nie vergessen. Als würde dieser Ort mich rufen.

Und der Moment, als Katharina von Touch Kauai’ meine Freundin und mich an meinem Geburtstag auf Kauai’ an einen Aussichtspunkt führten. BLIND. Denn wir sollten unseren Augen schließen. Und erst öffnen, als wir ganz vorne standen. 

Die Energie war so überwältigend. Wir standen am Kalalau Lookout. Und ganz ehrlich, ich hatte den Namen total vergessen. Ich wusste nicht mehr wie dieser Aussichtspunkt hieß. Und im Grunde geben wir den Dingen doch nur Namen und ein Label. Was wäre, wenn wir alle diese Label wegnehmen würden und die Präsenz der der Dinge und Orte und Menschen einfach nur fühlen würden? 

Denn die Wahrheit kann man nicht in Worte fassen. Das erinnert mich an die „Definition“ von Aloha:

„To hear what is not said, to see what cannot be seen and to know the unknowable.“

Lass uns zurück auf die Veranda gehen, wo ich mit Rucksack, Helm und Radschuhen stand, denn ich war schon auf dem Sprung zum Einkaufen.

Wollte ich dieses Bootstour machen? Ich hatte ja wieder Geld. So fragte ich mein Herz. Da war Angst. Kein Nein, aber Angst. Komm schon Herz, das ist kein klares Signal: Gib mir ein Ja.

In dem Moment sagte eine weitere Mitbewohnerin, dass sie es auf alle Fälle machen würde. So eine Chance sollte ich nutzen. Sie hätte auch mitgekonnt, aber sie wollte nicht. Ich sagte zu ihr: „Fahr doch du mit, es ist ok für mich.“ Aber sie lehnte ab.

Hm. Wenn dann musste ich mich schnell entscheiden und für den morgigen Ausflug gleich mit Essen einkaufen. Marcus wollte mir seinen wasserdichten Rucksack leihen, denn wir mussten ein Stück vom Boot zum Strand schwimmen. Okay, das machte meine Angst nicht besser ;-)

Er sagte: „Keine Sorge, ich bin da.“

Es schien für alles gesorgt zu sein. Puh, ein Teil in mir wollte, aber ich hatte aus meinen Herzen kein klares „Go“.

Mein Kopf begann schon das Planen, was ich noch alles organisieren musste, zum Essen brauchte und einpacken wollte. Ich könnte ja am Strand sein und lesen oder diesen Ort ein wenig erkunden. Marcus hatte schon Pläne für den Tag und die anderen, die mit dabei waren kannte ich nicht. So ging ich davon aus, dass ich alleine sein werde. Was für mich völlig okay war.

Gut, dann machen wir das so.

Ich radelte zum Einkaufen.

Danach machte ich noch eine geführte Meditation von Laura Seiler. Der Titel war irgendetwas mit „Lotusblüte“. Die Meditation war der Hammer!

Ich fühlte mich danach wieder so sehr bei mir. So in Liebe mit mir selbst. Es war so ein schönes Gefühl. Ich war wieder bei mir selbst angekommen.

Mir war, als hätte ich den größten Abschnitt dieser Heilungsreise geschafft.

Ich ahnte zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass das nächste Level schon auf mich wartete …

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